Tagesarchiv: 8. Februar 2010

schreibpädagogik praktisch gesehen

wie schon zu beginn der „woche der schreibpädagogik“ versprochen, möchte ich hinweise geben, wo schreibpädagogische angebote genutzt werden können. dazu habe ich einfach mir bekannte angebote gesammelt und möchte sie hier kurz vorstellen, aber vor allen dingen diese verlinken. ich kann dabei nicht sagen, ob das eine oder andere angebot das richtige für euch ist, das könnt ihr nur selber entscheiden. aber ich kann die bandbreite der angebote aufzeigen. und sollte noch jemand ein angebot übrig haben, stelle ich das auch gern als kurzen und knappen hinweis hier in den blog. einfach an mich mailen (aber bitte nur reinen text, da bilder einfach zu viel platz rauben. auch layout-schnickschnack macht hier keinen sinn. die worte sollten für sich selbst sprechen).

  • schreibcollagen – verschiedene schreibgruppen und schreibpädagogische angebote von gitta schierenbeck und sabine samonig in berlin. zu finden unter: http://www.schreibcollagen.de .
  • schreibwege – verschiedene schreibgruppen und schreibpädagogische angebote von katharina weissbach-hempel in der nähe von hamburg, also im hohen norden. zu finden unter: http://www.schreibwege.de .
  • schreibhaus lindwedel – verschiedene schreibgruppen und schreibpädagogische angebote von martina eidt, auch im norden gelegen, eben in lindwedel. zu finden unter: http://www.schreibhaus-lindwedel.de .
  • evelyn brandt – schreibpädagogin und schriftstellerin in österreich, südlich des bodensees, die verschieden schreibgruppen und schreibpädagogische angebote macht. zu finden unter: http://www.evelyn-brandt.at .
  • marlies blersch – schreibpädagogin und lebensberaterin in berlin, die verschiedene schreibgruppen und schreibpädagogische angebot macht. zu finden unter: http://www.marlies-blersch.de .
  • ulrike scheuermann – schreibpädagogin und schreibberaterin in berlin, die vor allen dingen schreibberatungen anbietet. zu finden unter: http://www.ulrike-scheuermann.de .
  • kirsten alers – schreibpädagogin in nordhessen, nähe kassel, die verschiedene schreibgruppen vor allen dingen für frauen anbietet. zu finden unter: http://www.literatur-nordhessen.de/schreibwerkstaetten/detail.php?nr=152&kategorie=schreibwerkstaetten .
  • institut für kreatives schreiben – hier versammeln sich mehrere schreibpädagogInnen in berlin, die sowohl vorort als auch per fernstudium schreibgruppen und die ausbildung zu poesiepädagogInnen anbieten. zu finden unter: http://www.iks-schreibinstitut.de .
  • masterstudiengang biografisches und kreatives schreiben an der alice-salomon-hochschule in berlin – hier kann man sich zu schreibpädagogInnen ausbilden lassen. zu finden ist der studiengang unter: http://www.ash-berlin.eu/index.php?id=769 .

hierbei handelt es sich nur um eine ganz subjektive auswahl an angeboten. wie schon geschrieben, andere vorschläge werden gern angenommen und veröffentlicht.

schreibpädagogik und feedback (2)

eine der großen chancen der schreibpädagogik ist das soziale miteinander. denn in der schreibpädagogik wird die arbeit mit peers oder in schreibgruppen dem alleinigen handeln gegenüber der vorzug gegeben. es ist nicht jedermans sache beim schreiben in gruppen zu sitzen oder gemeinsam an einem text zu schreiben. auch hier gilt wieder, erzwungen werden sollte nichts. jeder mensch kann nur für sich selber entscheiden wie er am liebsten schreibt. aber der versuch, einmal mit anderen gemeinsam zu schreiben, ist es wert.

besonders relevant werden die anderen menschen beim feedback. manche haben lebensabschnittgefährtInnen an ihrer seite, die interesse an dem geschriebenen zeigen und sich auch durch ein angemessenes und ehrliches feedback auszeichnen. doch hier sei eine kleine warnung ausgesprochen, da wir alle auch ein wenig eitel sind, kann ein ehrliches feedback schnell zur belastung werden. dies ist kurz vor dem valentinstag kein scherz, sondern ernst gemeint. eine kritik am eigenen text lässt sich leichter wegstecken und verarbeiten, wenn sie von menschen kommt, die einem nicht ganz so nahe stehen. es ist schön, wenn es mit partnerInnen nicht zum konflikt kommt, ja, wenn der oder die andere sogar die funktion der muse übernehmen, aber man sollte für sich dabei gut abwägen. manchmal sind die geliebten menschen auch einfach zu nett zu einem 😀

ein feedback macht sinn, bevor man sich mit seinem geschriebenen an die öffentlichkeit begibt. ich als schreibender kann mir die form des feedbacks wünschen. worauf sollen die anderen ihren blick werfen, wozu möchte ich eine rückmeldung bekommen? dies sollte alles vor dem feedback geklärt werden. ebenso sollte festgelegt werden, dass das feedback nicht über die gewünschten aspekte hinausgeht. zu manchen dingen möchte man eventuell keine rückmeldung bekommen. vor allen dingen deutungen und charakterisierungen der autorInnen sind nicht hilfreich, da sie sich vom text abwenden und versuchen entweder den text zu erklären oder die autorInnen. wer mag schon von anderen erklärt werden? außerdem steckt in jedem text eine sehr persönliche komponente, die man vielleicht von anderen nicht kritisiert bekommen möchte. gerade beim biografischen schreiben spielt dies eine große rolle.

doch es gibt nicht nur gefahren beim feedback, es gibt vor allen dingen enorm viele vorteile für das eigene schreiben. Weiterlesen

schreibpädagogik und selbstreflexion (2)

im letzten post zur schreibpädagogik habe ich schon ein wenig aufgezeigt, dass kreatives oder biografisches schreiben, ach, schreiben an sich, immer einen anteil selbsterkenntnis beinhaltet. doch nicht nur die eingeflossenen gedanken über sich selber machen das schreiben attraktiv und die schreibpädagogik wertvoll, sonder auch die reflexionen über den schreibprozess können im laufe der zeit eine große hilfe sein.

darum lohnt es sich immer wieder, einmal einen blick zurück zu werfen, wie eigentlich der eigene text entstanden ist, wie man schreibt. hier kann man sich in regelmäßigen zeitabständen hinsetzen und einen kleinen katalog abarbeiten, der einem das eigene schreiben ein wenig aufschlüsselt:

einsteigen würde ich mit 10 minuten fokussiertem freewriting zum eigenen schreibprozess. was fällt einem spontan zur eigenen schreibe ein? quält man sich oder fließt die worte nur so auf´s papier? das geschriebene freewriting dann erst einmal beiseite legen.

im nächsten schritt wären ein paar fragen zu beantworten:

  • wann schreibe ich am liebsten?
  • welche werkzeuge verwende ich zum schreiben?
  • was hindert mich am schreiben?
  • worauf habe ich schreiblust?
  • woher kommen meine schreibideen?
  • was mache ich, um schreibblockaden zu überwinden oder zu verhindern?
  • wann schreibe ich für mich, wann für andere?
  • wie geht es zur zeit meinem inneren zensor?
  • welchen neuen text seit der letzten selbstreflexion finde ich am besten und warum?

sind die fragen beantwortet, nehme man sich seinen besten und seinen schlechtesten text der letzten zeit vor. zu beiden texten schreibt man eine halbseitige beurteilung.

jetzt wäre es gut, wenn man jemanden kennt, der sowohl die texte, als auch die beurteilungen liest. diese person sollte einem ein feedback (möglichst ungeschminkt), sowohl zu den texten als auch den beurteilungen geben. bei diesem feedback wären die stärken und schwächen der texte herauszuarbeiten.

anschließend setzt man sich noch einmal hin (diese mal kein freewriting) und notiert auf einer seite, wie sich der eigene schreibprozess in letzter zeit (also seit der letzten selbstreflexion) verändert hat. dabei können auch äußere umstände wie zeitknappheit, lärm von außen, tolles neues schreibprogramm, neues schreibprojekt und vieles mehr einbezogen werden.

dieser text wird noch einmal mit dem freewriting verglichen, und man kann sich stichwortartig notieren, was man sich in nächster zeit für den eigenen schreibprozess vornehmen möchte.

und ganz zum schluss nimmt man ein weißes blatt, das einzig dazu da ist, ideen für das schreiben in nächster zeit zu notieren. dies können ideen für geschichten, projekte, stichworte, charaktere oder auch arbeitsaufträge sein.

all diese überlegungen und ausarbeitungen legt man nun unter dem datum ab, an dem sie entstanden sind. wenn man in regelmäßigen abständen solch eine selbstreflexion durchführt, sammelt sich ein zeitlicher überblick über den eigenen schreibprozess an. dies kann sowohl für einen selber auch später noch sehr aufschlussreich sein, aber vielleicht auch für andere, die sich in ähnlichen situationen befinden. hat man zum beispiel das gefühl, man befindet sich gerade mitten in einer schreibblockade, kann man vielleicht nachschauen, wie man die letzte überwunden hat. oder man liest noch einmal worauf man schreiblust hatte, die idee aber wieder aus den augen verlor. eventuell ist sie später aktuell.

es macht keinen sinn, solche selbstreflexionen wöchentlich durchzuführen. da bekommt man schnell das gefühl, es ändert sich überhaupt nichts. aber vielschreibern kann es alle viertel jahre schon aufschlussreich erscheinen über das eigene schreiben nachzudenken. natürlich genügt auch eine jährliche betrachtung oder alle zehn jahre oder nie. selbstreflexionen sollten immer freiwillig sein und nicht nur stattfinden, wenn es hakt. sie bilden nur eine entwicklung, einen prozess ab, aber sie eröffnen dadurch auch platz und ideen für neues.

die woche der schreibpädagogik wird verlängert

um einen tag 😎 schon die „woche der digitalen revolution“ überzog ihr kontigent ein wenig in den montag hinein. und nun fiel mir noch eine menge zur „woche der schreibpädagogik“ ein. der vorteil administrator eines blogs zu sein ist vor allen dingen, selber bestimmen zu können, wie lang eine woche dauert. hier also acht tage, damit der montag noch vollständig der schreibpädagogik gewidmet werden kann. dadurch ist platz geschaffen für drei weitere beiträge und die wochenzählung verschiebt sich nur ein wenig.

wenn also der montag an das ende einer woche gehört, dann müsste der montag zum sonntag werden. konsequenz: wir haben eine verlängertes wochenende, wer sollte da schon etwas dagegen haben ❗ .

wie war das nochmal mit den schreibaufgaben?

diese woche fanden sich hier sieben schreibaufgaben ein. diese können gemacht werden, man kann es aber auch bleiben lassen 🙂 . ist eine der aufgaben vollbracht, kann man sich fragen, ob man das ergebnis der weltöffentlichkeit bekannt machen möchte oder nicht. sollte man unsicher sein, ob das geschriebene der welt zuzumuten ist, sollte man einen menschen seines vertrauens fragen, was er davon hält.

ist die entscheidung getroffen, sich nackig zu machen und andere mitlesen zu lassen (eine der schönsten formen der entblößung), dann gibt es zwei möglichkeiten, den text in diesen blog zu bekommen.
zum einen kann man per „copy & paste“ einfach den gesamten text in die kommentarfunktion der zutreffenden schreibaufgabe stellen, seinen gewünschten namen und möglichst die eigene mailadresse angeben, ab die post. ich werde die geschichte dann freischalten.
zum anderen kann man die geschichte an meine mailadresse schicken, vielleicht noch ein paar worte dazu schreiben, was ich über die autorInnen sonst noch veröffentlichen soll und ich werde die geschichte in den blog stellen.

und wenn man sich doch nicht ganz überwinden kann, einen eigenen text ins internet zu stellen, dann hat man hoffentlich etwas schönes geschrieben, das man sich immer wieder selber oder anderen vorlesen kann. der letzte weg, wenn einem selbst diese möglichkeit nicht attraktiv erscheint ist entweder die löschtaste oder der papierkorb. aber davon gehe ich generell nicht aus.

die geschichten und texte für die schreibaufgaben (26) bis (32) dieser woche sollten bis zum 28ten februar eingetroffen sein. freue mich auf zuschriften!