Tagesarchiv: 17. Februar 2010

selbstbefragung (47) – streit

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um „streit„.

  • können sie streiten? warum?
  • welches waren ihre produktivsten streits? zählen sie auf.
  • welches waren ihre fürchterlichsten streits? berichten sie.
  • zu welchen menschen brach der kontakt nach einem streit ab?
  • wie versöhnen sie sich am liebsten nach einem streit wieder?
  • gibt es momente, in denen ihnen der streit aus der hand gleitet? was passiert in diesen momenten?
  • wie streiten sie denn? welche techniken wenden sie an?
  • wie kompromissbereit schätzen sie sich selbst ein? wie kompromissbereit schätzen sie andere ein? fragen sie freunde und partner.
  • können sie verlieren? begründen sie.
  • ab wann fühlen sie sich verletzt beim streiten?
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selbstbefragung (46) – frieden

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um „frieden„.

  • sind sie ein friedlicher mensch? begründen sie.
  • was bedeutet heute frieden für sie?
  • was tun sie für den weltfrieden? glauben sie, keinen einfluss darauf haben zu können? warum?
  • haben sie feinde? welche?
  • mit wem haben sie in letzter zeit ihren frieden geschlossen? berichten sie.
  • weshalb entstehen ihrer ansicht nach überhaupt kriege? was wäre nötig, damit es nicht so weit kommt?
  • haben sie waffen? warum?
  • wie machen sie mit sich selber frieden? berichten sie.
  • mit wem müssten sie eine streit beilegen? warum haben sie es bis jetzt nicht getan?
  • wer in ihrem umfeld ist der friedlichste mensch? warum?

schnickschnack (79)

im gegensatz zu grauen briefen scheint das schwule leben ein buntes zu sein. so machen es uns zumindest die medien vor. da wechselt sich schrillheit mit geilheit ab, und es gibt keinen ausweg aus diesem schillernden umfeld. da ist es an der zeit, einen genauen blick in die welt des schwulen zu werfen, die tücken auszuloten und erlebnisse der außergewöhnlichen art zu reflektieren.

wenn dies dann auch noch mit witz und wortspiel geschieht, dann kann daraus ein lesenswerter blog entstehen. denn mal ganz profan formuliert: wir schwulen sind auch nur menschen und verhalten uns nicht selten allzumenschlich. da gibt es nicht nur die schrille, bunte seite, da öffnen sich falltüren, scheitern annäherungen und ergeben sich verhaltensweisen von einem selber, über die man im anschluss nur noch lachen kann. nun, der blog „schwulbuch“ unternimmt eine reise in die kleinen abgründe des alltags. es lohnt sich einen blick hineinzuwerfen, sollte man sich fragen, warum es bei den schwulen eigentlich immer so schön bunt ist. vielleicht wird man dann eines besseren belehrt und stellt fest, auch hier wird nur mit wasser gekocht, wenn auch ganz schön schwuppig. zu finden ist der blog unter http://schwulbuch.blog.de .

nabelschau (23)

das tägliche grauen in der post. es fällt schwer bei diesem thema ernst zu bleiben, handelt es sich doch um vorgaben eines beinahe-monopolisten. wer einmal marcel prousts „auf der suche nach der verlorenen zeit“ gelesen hat, der kann dort erfahren, dass in paris am tag mehrfach briefe zugestellt wurden und somit schriftlich beziehungen aufgebaut, vertieft und beendet werden konnten. wenn nötig sogar an einem tag. diese briefe zeichneten sich durch schöne schrift, vielleicht einen duft, ein siegel oder besondere umschläge aus. heute bietet dies zumindest teilweise die mail. nur mit dem duft, dem siegel oder einem besonderen umschlag ist es weiterhin schwierig im digitalen zeitalter.

also greift mancher von uns zwischenzeitlich doch noch zum büttenpapier, zum edlen füller, wählt einen zarten duft und vielleicht einen farbigen briefumschlag. zumindest wird die post meist noch einmal am tag zugestellt (obwohl es da auch schon engpässe gegeben haben soll) und sie wird oft auch innerhalb eines tages durchs land transportiert. doch wer seinen bedeutungsvollen brief nicht am schalter im postamt abgibt (wo war noch einmal das nächste postamt?) und länger keine farbigen briefumschläge verwendet hat, verursacht dem oder der angebeteten ärger. denn er hat seine schriftlichen zärtlichkeiten mit großer wahrscheinlichkeit falsch frankiert. ein farbiger brief kostet mehr als ein normaler brief. und dies gilt schon seit jahren. ich habe es erst durch die zeitung vor etlichen wochen erfahren, dass die post da regeln hat, die nirgends schriftlich eindeutig gefasst sind, die aber für naive lust- und liebesbrief-schreiberInnnen zum supergau werden können.

stellen wir uns einmal vor, wir haben eine tollen brief geschrieben, werfen ihn vor der leerung in den kasten und warten am nächsten tag oder am übernächsten tag sehnsüchtig auf eine reaktion (telefonisch, per mail oder brieflich). es kommt nichts. wir sind verunsichert, hat den adressaten unser gefühlvolles werk verfehlt, sind die worte falsch gewählt gewesen? nichts dergleichen. der brief hat ihn einfach nicht erreicht. er fand eine benachrichtigung des/der zustellerIn im kasten, auf dem steht, dass ein brief im service-center auf die abholung warte, aber eine nachgebühr zu entrichten sei. denn der umschlag war farbig. das steht nicht auf der benachrichtigung. aber wer seine zartheiten nicht in graue, weiße oder kackbraune umschläge packt, muss 90 cent draufkleben. begründung der post: die adresse eines briefes kann von den automatischen sortiermaschinen bei farbigen umschlägen nicht gelesen werden, es muss also von hand sortiert werden.

abgesehen davon, dass diese regel nirgends steht, ist es im hochtechnisierten zeitalter anscheinend nicht möglich lesegeräte so zu kallibrieren, dass schriften auf farbigem papier erfasst werden. nun kommt von den schreibenden wahrscheinlich niemand auf die idee mit rotem stift auf rotem papier die adresse zu notieren, sondern es wird dann schon blau oder schwarz verwendet, doch das genügt der maschine nicht. tja, die welt war einmal bunt, sie wird immer grauer. und in ein paar jahrzehnten, wenn das grauen weiter um sich gegriffen hat, dann sind farbige briefumschläge ein zeichen von widerstand gegen die sortierenden und ausliefernden roboter.
interessant wäre es, zu erfahren, ob an dieser regelung schon beziehungen gescheitert sind, da der schreiber am dritten tag ohne reaktion zur feder griff und dem ganzen ein ende machte, hatte er doch sein herz in worte gefasst und diese wurden anscheinend nicht geachtet, sie wurden in seinen augen ignoriert. dabei war es nur die post, die tristesse in sein leben brachte.
ob demnächst düfte verboten werden, wegen geruchsbelästigung?