wie werde ich kreativ?

anders formuliert lautet die frage: wie werde ich schöpferisch? und die platte antwort lautet: indem man einfach loslegt. doch womit nur loslegen? gern formulieren menschen von sich, dass sie nicht kreativ seien. so etwas könnten sie nicht, sie hätten keine fantasie, ihnen würde nicht so viel einfallen. genauer betrachtet sind erst einmal alle kreativ. allein die bewältigung des alltags in der heutigen zeit, verlangt von jedem menschen ein gewisses maß an kreativität. immer wieder geschehen situationen, die einen auffordern, die üblichen handlungs- und denkgewohnheiten zu verlassen und neue wege zu beschreiten. dies ist ein ausdruck von kreativität.

doch schauen wir mal auf die kreativität, die im kulturellen bereich eine rolle spielt. eines der größten vorurteile besteht darin, dass man glaubt, die kreativen köpfe würden ihre ideen aus sich selber heraus schöpfen, hätten eine veranlagung dafür auf ideen zu kommen. dabei machen sie nichts anderes, als zu spielen. natürlich bauen viele ein gedankengebäude drumherum, das ihre kreativität als theoretisch unterfütterte entwicklung erscheinen lässt. und doch spielen sie im endeffekt. denn was ist spielen anderes, als gegebenes neu zu kombinieren, unerwartete situationen zu meistern und szenarien zu erfinden.

spielen wird bei uns gern als den kindern vorbehalten angesehen. spiel hängt mit spaß zusammen und kann deshalb in der vorstellung vieler nichts ernsthaftes sein. dabei ist spielen eine form, die welt zu entdecken und zu bewältigen. nichts anderes machen kreative. sie greifen die einflüsse von außen und die gefühle von innen auf, kombinieren sie und schaffen daraufhin etwas neues. neu wird es durch die neuartige kombination. nehmen wir ein allseits bekanntes beispiel: die verhüllung des reichstags in berlin durch christo und jeanne-claude. es handelte sich um nichts anderes, als dinge, die man im alltag auch macht, nämlich etwas zu verpacken, in andere dimensionen zu übertragen. zum einen verpackt man geschenke und zum anderen verhüllt man häuser mit gerüsten, wenn man sie renovieren möchte. kreativ war die idee, ein großes gebäude, wie ein geschenk zu verpacken.

die nächsten schritte bestanden eher aus technischen fragen: wie lässt sich so etwas verwirklichen? welches material lässt die verpackung interessant erscheinen? wie bindet man das verpackungsmaterial zusammen, wie befestigt man es? dies muss dann geplant und umgesetzt werden. um zu dieser kreativen (schöpferischen) idee zu gelangen, musste im vorfeld eines stattfinden: denkverbote mussten überwunden werden. bei der verhüllung des reichtags zum beispiel, dass man auch häuser verpacken kann. natürlich denkt jeder, was für ein blödsinn, weshalb sollte ich ein haus verpacken. außerdem geht das gar nicht. genau diese gedanken sind zu überwinden. anders formuliert: erst einmal darf im spiel alles gedacht werden. ob der gedanke dann trägt hat viel mit versuch und irrtum zu tun.

außerdem zeigt sich an dem beispiel, dass gegebenheiten aus dem alltag neu zusammengefügt wurde. bei kreativen prozessen muss es sich nicht immer um solche gigantischen projekte handeln, es kann auch ganz kleine dinge betreffen. lyrik ist zum beispiel nichts anderes als worte neu zu kombinieren und ihnen (oft) eine rhytmische hülle zu geben. es benötigt die vorstellungskraft, dass etwas neues entstehen könnte. kreative köpfe können selten die vollständige wirkung des von ihnen entworfenen vorhersehen. beim reichstag konnte sich keiner wirklich vorher vorstellen, wie solch ein verpacktes gebäude im endeffekt wirken wird, selbst wenn in der vorausplanung der stoff sicherlich ahnen ließ, welche effekte auftreten könnten. als dann aber die abendsonne auf die hülle fiel, waren viele menschen fasziniert.

kreativ werden heisst also: wieder zu spielen, neu zu kombinieren und erst einmal den versuch zu unternehmen, denkverbote zu überwinden. das klingt so einfach, steht aber nicht selten im widerspruch zu einer rationalen, auf angenommenen eindeutigkeiten basierenden gesellschaft. kreatives hat sich oft auch von diesen vorstellungen befreit. klassisch ist die reaktion: „ach, das kann ich auch.“. man hat es aber nicht gemacht, die idee nicht umgesetzt, sich selbst beschränkt. kreativität ist ein spiel mit den freiheiten.

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Eine Antwort zu “wie werde ich kreativ?

  1. Hmmm,erst mal bin ich sehr damit einverstanden das kreativitaet nicht ein einsames werk eines einsamen genies ist (angeboren ,talent,genetisch) und auch damit das spielen zur grundlage der menschlichen kreativitaet gehoehrt(aber irgentwann wird es arbeit,harte arbeit)…..zum spiel mit freiheiten gehoehrt sehr viel mut,sehr viel mut,da musst du sagen mein spiel erklaert etwas in und ueber diese welt,mein spiel nuetzt nichts wenn die anderen es nicht verstehen(da koennte ich ja auch verhungern),da musst du dich damit ausernandersetzen das dein spiel nicht erwuenscht ist……solltest du (ich) das glueck haben das es die welt veraendert…….na da brauchen wir sehr starke schultern und muessen mindestens so geuebt wie ein boxer sein.:-)
    liebe gruesse regido

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