wie entwickle ich schreibideen?

es kann spaß machen, schreibideen von anderen aufzugreifen und mit deren hilfe texte zu verfassen. noch mehr spaß macht es aber für sich selber oder für gruppen, die man anleitet, schreibideen selber zu entwickeln. doch wie geht man am besten vor, um eine umsetzbare schreibidee zu finden?
zum einen gibt es keine garantie dafür, dass sich jede schreibidee umsetzen lässt. schreibideen bewähren sich erst dann, wenn sie einmal ausprobiert wurden.
zum anderen kann eine schreibidee in der einen gruppe ganz wunderbar funktionieren, in der anderen gruppe aber kläglich scheitern. nicht alle ideen sind überall umsetzbar.

also kann man im vorfeld nicht alles antizipieren, das eine schreibidee hilfreich macht oder nicht. deshalb sollte man nicht zu vorsichtig in der planung, dafür um so bedachter in der anwendung sein. im laufe der zeit entwickelt man ein gespür dafür, welche schreibidee in welcher gruppe ganz gut ankommen könnte.

nun geht es erst einmal darum, einen einstieg in eine schreibidee zu finden. hier gibt es keine beschränkungen. auslöser für eine idee und einen kreativen prozess kann eigentlich alles sein. angefangen bei einzelnen gegenständen, erlebnissen, jahreszeiten, rituale, verhaltensweisen bis zu einzelnen worten, zeitrahmen oder schreibwerkzeugen, alles kann in eine schreibidee verwandelt werden.
man setze sich zum beispiel an einen ruhigen ort, in einen raum oder ins alltägliche getöse und lasse seinen blick schweifen. was fällt einem auf, was erblickt man? gehen wir einmal davon aus, man sitzt in seinem wohnzimmer und erblickt den kunstvoll geknüpften teppich auf dem boden mit einem großen muster. das muster beschäftigt einen, bindet den blick. nun könnte man sich sagen: „ich entwickle eine schreibidee zum thema „muster“.“ oder in der blumenvase auf dem wohnzimmertisch befindet sich eine besonders schöne orchidee. man könnte eine schreibidee zu orchideen entwickeln. so gibt es unendlich viele möglichkeiten: das telefon klingelt – „falsch verbunden“, der aschenbecher läuft über, die katze schlängelt sich am bein entlang, die wolldecke erinnert an schafe, die stehlampe hat einen wackelkontakt und sendet botschaften, das aktuelle buch, das man liest, handelt von meeressäugern – all dies kann eine idee hervorrufen.

hat man sich auf einen gedanken konzentriert, den man für die idee weiterentwickeln will, sollte man sich als erstes einen einstieg in den schreibprozess überlegen. bietet sich eine besondere assoziationstechnik für die idee an? kann man etwas machen, um einen bezug zu dem „werkstoff“ herstellen zu können? lassen sich spielerische herangehensweisen für schreibgruppen finden? oder greift man auf die klassiker wie brainstorming, freewriting und cluster zurück? wenn einem kein einstieg einfällt, dann könnte man erst einmal selber ein freewriting zu schreibidee machen. dabei könnten einem manche einstiegsmöglichkeiten einfallen. generell geht es um ein spielerisches herangehen an die idee. kombiniere sprache mit gegenstand, begreife die bedeutung des schreibidee-gegenstandes durch betasten, durchspielen oder anblicken.

nach einem gefundenen einstieg, sollte man sich eigentlich schon an das schriftliche formulieren der schreibidee setzen. man sollte den einstieg aufschreiben, denn beim schreiben des einstiegs, ist die wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass weitere ideen entstehen, wie man die schreibanregung weiter umsetzen kann. meist geht es darum aus verschiedenen assoziationen, vorbereitungstexten oder textbausteinen im laufe der umsetzung einen längeren text, eine längere geschichte zu verfassen. also macht man sich bei der schreibidee gedanken, auf was sie am ende hinauslaufen soll. was für ein text soll entstehen? gehe ich davon aus, dass jeder für sich einen text verfasst oder ist gruppenarbeit, gruppenaustausch vorstellbar? habe ich eine abschlussvorstellung, fallen die zwischenschritte bei der entwicklung der idee relativ leicht.

noch einmal zurück zum teppichmuster. man könnte zum beispiel schreibgruppenteilnehmerInnen als einstieg erst einmal ein eigenes muster entwerfen lassen oder selber etliche musterexemplare zur auswahl mitbringen, nun wird zu den mustern assoziiert, es werden kurze musterbeschreibungen verfasst, es wird ein freewriting zum entworfenen muster geschrieben. dann kann text in das muster geschrieben werden oder es kann ein text verfasst werden, in dem besagtes muster eine rolle spielt. es können die farben des musters bei schreibaufgaben noch zusätzliche bedeutung bekommen und vieles mehr.

wichtig scheint mir beim entwickeln von schreibideen, dass bei einer idee, sehr verschiedene, vielfältige texte und geschichten entstehen können. es scheint hilfreich, das die emotionen und assoziationen der schreibenden in die geschichte eingeflochten werden, da dies meist geschichten saftiger und interessanter macht. und es sollte keine hemmschwelle bestehen, alles das einem bei der ideenfindung begegnet, einzubeziehen. hat man eine schreibidee einmal ausprobiert, dann kann man sie ja auch noch ausweiten oder verändern, variieren und mit einer anderen kombinieren.

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