Tagesarchiv: 28. Februar 2010

womit verhindert man kreativität?

ganz einfach: man geht davon aus, keine zu besitzen, nicht kreativ sein zu können. aber, wie kommt ein mensch zu dieser auffassung. es gibt da wahrscheinlich zwei gegensätzliche wirkmechanismen.

der erste und sicherlich bekanntere ist eine übertriebene ernsthaftigkeit. das fängt mich der kleinigkeit an, dass eltern meinen ihr kind müsse so aufgeklärt und gelehrt sein, dass es sich nicht in fantasien und ideen verstricken kann. dies sind die kinder, die schon wie kleine erwachsene wirken. dabei greifen eltern den wunsch der kinder auf, wie ihre eltern zu sein und überhäufen sie mit wissen und verantwortung. diese ernsthaftigkeit zieht sich weiter durch das leben der menschen: es wird nicht mehr gespielt, es wird gelernt. es wirkt jeder emotionale ausdruck, jeder kontrollverlust sehr bedrohlich. es wird vermittelt, dass jede anstrengung, jede leistung noch nicht genug ist, sondern noch besser sein könne.
dieses wirkungen der umwelt lösen bei den menschen meist aus, dass sie sich nicht genug anstrengen, dass sie das noch besser machen können. in solchen momenten besteht kein „spielraum“ für kreatives, würde es doch vermitteln, dass man aus sich etwas schöpft, das genügt. aber es genügt eben nicht. dieses geringe selbstwertgefühl passt wunderbar zu einem grenzenlosen leistungsprinzip. die entdeckung des kreativen wäre widerstand gegen die gelernten strukturen.

doch es gibt noch eine andere möglichkeit, kreative bestrebungen von anfang an zu ersticken. es handelt sich bei der zweiten vorgehensweise beinahe um das gegenteil der eben geschilderten. kritiklose begeisterung bei allem was kinder machen, machen die kleinen eher zu tyrannen, denn zu kreativen. lernen und entwicklung gehen einher mit einschränkungen und begrenzungen. in einer grenzenlosen umwelt, die mir alles ermöglicht und jede meiner äußerungen bejaht, muss ich keine kraft entwickeln etwas zu überwinden. mein dasein scheint einzig richtig zu sein. doch erst grenzen lassen mich alternativen denken, veranlassen mich nach kreativen auswegmöglichkeiten zu suchen.
nun bedeutet dies aber nicht, dass erst die richtige härte, strenge und einschränkung in meiner entwicklung zu kreativen ausdrücken führt. Weiterlesen

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schreibidee (168)

wenn sich die schneefelder und eisflächen verzogen haben, dann bricht die erde auf, brechen die knospen auf. ein kreislauf wird in gang gesetzt, der lang ruhte, verharrte und auf den richtigen moment wartete. nicht dass es ein bewusstes warten gibt, es gibt ein unbewusstes wissen darüber, wann der richtige zeitpunkt zum aufbruch gekommen ist. also sollte eine schreibidee im frühling auch eine „aufbruch-geschichte“ erbringen. das soll mit dieser idee versucht werden.

aufbruch hat für viele menschen eine biografische komponente, weshalb der einstieg in die schreibidee auch über biografische betrachtungen geschieht. die schreibgruppenteilnehmerInnen beantworten für sich fragen nach situationen in ihrem leben: wann sind sie zu neuem aufgebrochen? was hat diesen aufbruch aufgelöst? wohin möchten sie noch aufbrechen? wenn diese fragen beantwortet sind, schreiben alle noch ein fokussiertes freewriting zum thema aufbruch. aus all diesen vorarbeiten wird eine erste, kürzere geschichte geschrieben. sie kann, muss aber nicht biografische züge tragen. diese „aufbruch-geschichten“ werden in der schreibgruppe vorgetragen.

nun wendet man sich bildern des aufbruchs zu. was oder wozu bricht man auf? ein bovist, die erkruste können aufbrechen oder man bricht zu wanderungen, in den urlaub auf. diese bilder und anlässe werden in einem brainstorming gesammelt. sie werden gemeinsam notiert. alle teilnehmerInnen suchen sich ein bild, das ihnen am besten gefällt. es wird nun ein einseitiger text verfasst, der den gewählten aufbruch detailreich umschreibt. die geschilderten aufbrüche werden nun kurz in der schreibgruppe vorgestellt.

alle teilnehmerInnen wählen für sich den interessantesten aufbruch. es muss sich dabei nicht um einen eigenen handeln, es kann auch eine aufbruch-beschreibung anderer gruppenteilnehmerInnen verwendet werden, dazu vielleicht auch deren text herangezogen werden. zum abschluss wird eine ausführliche aufbruch-geschichte geschrieben. sie soll nicht nur den aufbruch schildern, sondern die folgen und konsequenzen der veränderung thematisieren. wie sehen die effekte eines aufbruchs aus (man betrachte nur die blühenden gärten in den nächsten wochen). die geschichten werden in der gruppe vorgestellt und es wird ein feedback gegeben.