Tagesarchiv: 10. März 2010

selbstbefragung (52) – korruption

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um „korruption„.

  • viele menschen sind der meinung, sie seien nicht korrupt, darum die frage an sie: haben sie schon einmal steuern hinterzogen? warum?
  • wie sah es mit werbegeschenken und anderen präsenten an ihrer arbeitsstelle aus?
  • der übergang zwischen netzwerkbildung und korruption ist fließend: wie oft und in welchen momenten haben sie von einem beruflichen netzwerk profitiert?
  • wie ist es möglich, dass ein teil der gesellschaft sich ständig bereichert? notieren sie ihre gedanken dazu.
  • wie oft denken sie, „ich kann da ja sowieso nichts ändern“ im zusammenhang mit korruption? warum?
  • wer ist ihrer ansicht nach am korruptesten in dieser gesellschaft? begründen sie.
  • wie gehen sie mit ohnmächtigen situationen um?
  • was kann man ihrer meinung nach als verbraucherIn machen gegen die preisabsprachen von beinahe-monopolisten?
  • haben sie sich schon einmal aus einer unangenehmen situation rausgeflirtet?
  • was machen sie, wenn jemand „mal ein auge zudrückt“? beschreiben sie.
  • haben sie schon einmal geschenke gemacht, um etwas zu bekommen? warum?
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schreibidee (173)

für die meisten menschen haben ihre ersten zwei lebensjahrzehnte einen großen einfluss auf ihr späteres verhalten, ihre entwicklung. wenn nichts dazwischen kommt, haben sie engen kontakt zu ihren eltern und, falls vorhanden, den geschwistern. das lässt die menschen bei der betrachtung ihrer lebensgeschichte einen intensiven blick auf ihre eltern werfen. sie sind diejenigen, die sie erzogen haben, die ihnen lebensweisheiten mit auf den weg gaben und die selten später ihre rolle verloren haben. darum ist diese schreibidee den „mutter- und vatergeschichten“ gewidmet.

als einstieg wäre die erstellung eines genogramms der familie eine gute hilfe. sozusagen wird der stammbaum der sippe erstellt und gleichzeitig können kreuz-und-quer-verbindungen eingezeichnet, die beziehungsverhältnisse festgehalten und generationen überblickt werden. anschließend werden die daten zu beiden elternteilen zusammengetragen, soweit dies im gedächtnis ist. wo sind sie geboren? wer waren ihre eltern? welche berufliche entwicklung haben sie gemacht? wo haben sie gelebt? diese daten sind nur in kurzen stichworten abzufassen.

im nächsten schritt notieren die teilnehmerInnen der schreibgruppe eine halbe seite über den jeweiligen elternteil als charakterbeschreibung. welche eigenheiten und verhaltensweisen legten mutter und vater jeweils an den tag? eine weitere halbe seite lang wird das verhältnis der beiden zueinander beschrieben. dann wendet man sich dem eigenen verhältnis zu den eltern zu. auf jeweils eine seite sollte das intensivste erlebnis mit der mutter und mit dem vater niedergeschrieben werden. diese geschichte darf ruhig ein wenig literarische züge annehmen. sie wird im anschluss nicht vorgelesen.

aus all diesen vorbereitungen wird im anschluss eine geschichte zu „ein tag im zusammenleben mit meinen eltern“ verfasst. welchen tag man wählt, ob es besondere ereignisse gab oder nur der alltag beschrieben wird, bleibt den schreibgruppenteilnehmerInnen überlassen. diese geschichten werden in der schreibgruppe vorgelesen. und als letzte übung wird dann zu jedem elternteil eine idealvorstellung geschrieben. je nach zeitrahmen der schreibgruppe kann die länge der geschichten begrenzt werden oder nicht. es soll eine geschichte geschrieben werden, wie ein idealer tag, ein tolles erlebnis mit der mutter, mit dem vater aussehen würde. es geht vor allen dingen darum, dass man es nicht erlebt, sich aber sehr gewünscht hat.

zu beachten ist, dass gerade die klärung des verhältnisses zu den eltern bei teilnehmerInnen viel auslösen kann. es sollte also auch raum bestehen, probleme beim schreiben anzusprechen. ebenso sollte die möglichkeit betont werden, dass schreibaufgaben nicht geschrieben werden müssen.