schreibidee (178)

auch vor der lektüre des vorhin vorgeschlagenen buches kann man versuchen, texte zu verfassen, die auf intuitiven gedanken basieren. eine form des intuitiven schreibens wurde hier schon vorgestellt und öfter in anwendung gebracht: das freewriting. das bedeutet, das schreiben, das möglichst ohne großes nachdenken und ohne absetzen des stifts aus der feder fließt, in die tasten gehauen wird. doch dieses mal sollen andere methoden zu „intuitiven texten“ führen.

nehmen wir als erstes die liste. alle teilnehmerInnen der schreibgruppe erstellen eine liste mit zehn wörtern, die ihnen ganz spontan einfallen. bei allen übungen, die hier vorgeschlagen werden, soll nicht lang nachgedacht werden. dies erreicht man als leiterIn einer schreibgruppe dadurch, dass man den zeitdruck erhöht. das mag sich erst einmal unangenehm anfühlen, verhindert aber das grübeln und bewerten. so kann man zum beispiel beim erstellen der liste vorgeben: „nun das erste wort notieren, jetzt das zweite…“. sind die wörter notiert, wird aus ihnen in einer viertel stunde eine kurze geschichte geschrieben. alle wörter sollten in der geschichte auftauchen. die geschichten werden ohne feedback in der schreibgruppe vorgelesen.

im nächsten schritt kann entweder die idee aus der ersten geschichte verwendet werden oder man nimmt einfach eines der wörter aus der liste und beginnt zehn minuten lang, eine geschichte zu schreiben. diese soll in den zehn minuten nicht beendet werden, der schreibprozess wird nur unterbrochen. denn nach der unterbrechung durch die leiterInnen der schreibgruppe, wird eine entspannungsübung gemacht, zum beispiel zehn minuten autogenes training auf den stühlen sitzend. nach der übung wird sofort weitere zehn minuten an dem text geschrieben. dann wird das schreiben wieder unterbrochen und dieses mal eine assoziationsübung gemacht. zum beispiel geben die leiterInnen ein wort vor und alle schreibgruppenteilnehmerInnen notieren zehn wörter, die sie mit dem begriff assoziieren. nun werden die zwei schönsten jeweils ausgewählt und auf einem flipchart zusammengetragen. dann wird weitergeschrieben an der geschichte, wiederum zehn minuten. bei der nächsten unterbrechung wird draußen ein viertelstündiger spaziergang gemacht. sind alle zurückgekehrt findet das letzte zehnminütige schreibintervall an der geschichte statt. die geschichte soll nun zum abschluss kommen.

anschließend werden die geschichten vorgelesen, es findet eine feedbackrunde statt. und zum abschluss wird diskutiert, ob sich durch die unterbrechungen und den zeitdruck am schreibprozess etwas geändert hat.

die schreibübung mit den unterbrechungen kann beliebig ausgeweitet werden. wichtig ist, dass die aktivitäten zwischen den schreibphasen etwas entspannendes oder ablenkendes bieten. es ist damit zu rechnen, dass dadurch der weg zu intuitiverem schreiben geebnet wird. hundertprozentig nachweisen lässt sich dies sicherlich nicht. aber es wird zumindest recht lebhaft in der schreibgruppe werden 😉

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s