nabelschau (26)

fünf euro vs. eine halbe million. die welt ist ungerecht. dazu muss man nicht diesen blog lesen, der immer mal wieder darauf hinweist. alle leserInnen kennen wahrscheinlich situationen, in denen sie sich ungerecht behandelt fühlen. nur gerade wird die ungerechtigkeit zur priorität einer bundesregierung gemacht. es beschleicht einen das gefühl, dass da menschen zusammen sitzen, die sich sagen: „na wenn es schon ungerecht ist, dann gehen wir doch mal in die vollen. da ist noch spielraum.“

und wie man so schön formuliert: dieser spielraum wird voll ausgeschöpft. natürlich kann dabei erst einmal nicht von einem „spiel“ die rede sein. menschen, die wenig haben, sowohl wenige chancen als auch wenig geld. diesen menschen wird zu wenig geld gegeben, zumindest, wenn wir das prinzip einer solidargemeinschaft haben. und übrigens, das müsste inzwischen auch überall angekommen sein, jeder mensch kann in die situation geraten, zu wenig zu haben. jedenfalls stellte das bundesverfassungsgericht fest, dass das alles nicht so geht. was macht die politik? das gegenteil. ja, die csu ist sauer und will am liebsten den hartz-IV-satz gar nicht erhöhen, warum auch?

gut, man könnte sagen, in der finanzkrise haben wir uns so verschuldet, da geht gerade nicht mehr, erst einmal müssen wir wieder von den schulden runter. doch: ein tag – zwei meldungen. die hartz-IV-empfänger können mit `nem fünfer pro monat mehr rechnen (also gerade mal eine schachtel fluppen mehr). gleichzeitig stellte sich heraus, dass die zweite führungsebene bei den banken, die mit unseren milliarden gestützt wurden, einen jahresverdienst von locker über einer halben million euro haben (mindestens hunderttausend schachteln fluppen). nur die absolute leitungsebene wurde auf eine halbe million gedeckelt, die etage darunter zockt weiter ab. ach ja, und die boni gibt es auch noch.

tschuldigung, aber da hakt es jetzt doch aus: den einen signalisiert man, tut uns leid, aber ihr seid uns nicht viel wert, den anderen gibt man zu verstehen, wir sind bereit euren arbeitsplatz zig milliarden zu retten, dafür dürft ihr euch aber ruhig weiter ordentlich bedienen. sozialneid kann eine fiese sache sein, aber hier herrscht geistige verzerrung. was macht einen banker so viel wertvoller als eine mutter von vier kleinen kindern? diese frage muss (leider) inzwischen ernsthaft gestellt werden. das viel beschworen leistungsprinzip kann es jedenfalls nicht sein. und nur weil etwas schon immer so war, muss es nicht weiter so bleiben.

neu ist das alles nicht. doch an einem tag scheint dieser kontrast einzig zynisch. vielleicht sollten wir uns alle direkt an die bundesregierung wenden und eine stützung unserer gerade gegründeten privatbank einfordern 😀

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