Tagesarchiv: 2. Oktober 2010

selbstbefragung (58) – spontaneität

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um „spontaneität„.

  • mögen sie spontane entscheidung bei sich selbst und bei anderen? begründen sie.
  • was verstehen sie unter spontaneität? beschreiben sie.
  • wann waren sie das letzte mal spontan?
  • hat es sich gut angefühlt? warum?
  • ab wann wird für sie spontaneität rücksichtslos? wie reagieren sie dann?
  • glauben sie, dass man im laufe seines lebens an spontaneität verliert? warum?
  • der sachzwang ist der gegenspieler der spontaneität. welche sachzwänge finden sie für sich persönlich am schlimmsten?
  • was war ihre letzte ausrede, um nicht spontan sein zu müssen, als ihr eigener impuls ihnen angst machte?
  • was würden sie jetzt gern spontan machen? warum machen sie es nicht?
  • welcher mensch ist für sie ein vorbild aufgrund seiner ansteckenden spontaneität?
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„ich frage mich“ von janne mathis eick – ein buchtipp

der trend zum selbstbefragungsbuch neben den lebensratgebern befindet sich noch in den startlöchern. doch die vergewisserung über die eigene situation ist eigentlich voraussetzung, um dann einen rat anwenden zu können oder eine veränderung im leben vor zu nehmen. hilfreich ist es da, schwarz auf weiß vor augen zu haben, wie es um einen steht.

diese möglichkeit bietet das buch „ich frage mich – was ich schon immer von mir wissen wollte* – *auch wenn ich vorher noch nicht wusste, dass ich es wissen wollte, also, äh … egal“ von janne mathis eick. dieses buch besteht ausschließlich aus auszufüllenden listen, durchsetzt von ein paar einzelfragen und ankreuzbaren „multiple-choice“-listen. die listen wurden sortiert nach kategorien wie „unter menschen“, „zu hause“, „arbeit“ oder „sex“.

192 seiten listen können einen schon eine zeitlang beschäftigen. es lohnt sich, einen blick in das buch zu werfen, denn die fantasie bei der erstellung der fragen zu den listen war groß. dabei werden so ernsthafte fragen gestellt, wie „was die emanzipation tatsächlich geleistet und bewegt hat:“. es können nun fünf punkte eingetragen werden. im vor oder nachfeld kann auch überlegt werden, warum es besser sei eine frau oder ein mann zu sein. fragen, die man nur in diskussionen beantwortet, aber sicher im vorfeld nicht ausführlich durchdacht hat. das buch ist also eine hübsche anregung.

leider gibt es ein manko, das sich im titel schon widerspiegelt: bei etlichen fragestellungen versucht das buch krampfhaft witzig zu sein. das geht meiner ansicht nach eher nach hinten los. da frage ich mich schon, warum eine auseinandersetzung mit sich selber immer wieder entschärft werden muss, damit sie nur nicht zu ernst daher kommt. so gibt es zum beispiel die suche nach fünf punkten zu der frage „fünf ideen, wie ich die flasche billigsekt vom kiosk als geburtstagsgeschenk verschönern kann, ohne dass es peinlich wird“. hier wäre mir die vorgabe „fünf peinliche gründe, weshalb ich zu geburtstagen eigentlich immer wieder billigsekt vom kiosk mitbringe“.
das dilemma dieser frageweise steckt darin, dass schon eine lebenseinstellung und wertung mittransportiert wird und durch die erstellung der liste auch nicht mehr wett gemacht werden kann. schade.

trotzdem lohnt sich meiner ansicht nach ein blick in das buch, da es viele anregungen für eine ernsthafte auseinandersetzung mit leben und lieben bietet. es gibt noch genug listen, die einer beantwortung lohnen. das buch ist 2010 bei rororo in reinbek bei hamburg erschienen. ISBN 978-3-499-62621-0