Tagesarchiv: 8. Oktober 2010

schreibpädagogik und die richtigen momente

schreibgruppen anzuleiten orientiert sich an vorstellungen der gruppenpädagogik und der gruppendynamik, da sich die gruppen nicht sehr von anderen in ihren abläufen unterscheiden. und doch unterscheiden sich verschiedene gruppen in kleinen details. es ist schwer diese differenzen klar einzugrenzen.

in sportgruppen wäre sicher die angemessene motivation für außergewöhnliche körperliche leistungen ein wichtiger aspekt. bei politischen gruppen scheint die diskursfähigkeit wichtig. so ließe sich die liste fortsetzen. doch was unterscheidet schreibgruppen von anderen gruppen in der anleitung? eine der grundlagen von schreibgruppen ist die kreativität. sie kann weder durch motivationen noch durch diskurse oder andere vorgehensweisen aktiviert werden.

schreibgruppenleitung benötigt dagegen ein gespür für die „richtigen momente„. es ist schwer zu umschreiben, was ich damit meine. am besten scheint mir der vergleich mit empathie, soll heißen einem einfühlungsvermögen für das vermögen und die stimmung der teilnehmerInnen. das ist schwer zu beschreiben und wahrscheinlich auch eine übungssache. es scheint notwendig zu merken, wenn eine schreibübung auf wenig interesse stößt oder außergewöhnliche texte entstanden sind.

dazu gehört ein repertoire, das es ermöglicht die impulse aus der gruppe aufzugreifen und fortzuführen. wenn sich eine schreibgruppe in regelmäßigen abständen trifft, kann man zum beispiel schreibideen anbieten, die vorherige entwicklungen fortführen. es macht keinen sinn, die gruppe beständig zu deuten, prozesse für sich zu erklären. wichtiger scheint es, die momente einer kreativ-produktiven entwicklung zu erkennen und durch nachfragen den anregungen näher zu kommen.

dabei meine ich kein normales abschlussfeedback zum gruppentreffen, sondern eine unterbrechung einzufügen (die von den teilnehmerInnen gar nicht so wahrgenommen werden muss) und texte, ideen oder anregungen durch die teilnehmerInnen aufzugreifen. man kann dann aber nur fragen, ob die gruppe auch ein interesse daran hat, die entwicklung fortzuführen.

doch woran erkennt man nun diese richtigen momente? Weiterlesen

selbstbefragung (59) – geiz

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um „geiz„.

  • würden sie sich als geizig bezeichnen? warum?
  • wo endet für sie sparsamkeit und wo beginnt geiz? beschreiben sie.
  • für was sparen sie gerade?
  • was war die größte verschwendung in ihrem leben?
  • wie würde ein leben in saus´und braus für sie aussehen? beschreiben sie.
  • warum leben sie es nicht?
  • haben sie geld angelegt? wenn ja, wieviel und wofür?
  • ihr bester freund, ihre beste freundin würde sie um einen kredit von 10 000 euro bitten – wären sie bereit zu helfen?
  • wem gönnen sie den reichtum nicht? benennen sie.
  • was ist die größte bedrohung für ihre finanzielle absicherung? wie begegnen sie ihr? warum glauben sie, sich absichern zu können?