internet und anpassung

ja, das netz wird kundenfreundlicher. manche homepages, blogs und chats lassen sich immer leichter bedienen. doch dies verschleiert den effekt im hintergrund: sie lassen sich immer leichter bedienen, da sich immer mehr menschen mit den abläufen im netz auskennen und die programme, die den netzbesuch steuern, immer komplexer sind. in der bedienung der oberfläche lassen sich manche vereinfachungen finden. und neben der beschleunigung der übertragungsraten lassen sich so etliche tätigkeiten im laufe der letzten jahre im web immer leichter durchführen.

aber, und dies ist eher eine bedenkliche entwicklung, die vielfalt der ständig wachsenden zahl von programmen und kleinstprogrammen, verlangt eine vielzahl von einstellungen, von vorgehensweisen und von wissen über die möglichkeiten. es bleibt dabei, der mensch passt sich eher der technik an, als dass die technik sich dem menschen anpasst. und dies in einer technologie, auf die inzwischen beinahe jeder in den industrialisierten ländern der welt angewiesen ist. das paradoxe an der situation ist, dass zwar die prozesse einfacher werden, gleichzeitig aber der markt mit unterschiedlichen anwendungen überschwemmt wird. dass also für einfachheit zu zahlen ist. das erinnert ein wenig an die steuererklärung, die dann am besten gelingt, wenn man einen steuerberater dafür bezahlt, dass er etwas erledigt, was jeder braucht, möchte er dem staat nicht geld schenken oder säumig bleiben.

es fehlt also eine technologie aus einem guss, die all das kann, was ich benötige. die schnell und unkompliziert die verbindung zu anderen, zum wissenpool und zum arbeitsfeld eröffnet. eine technik, die mich viele dinge gleichzeitig erledigen lässt, ohne dass ich jedesmal ein andere programm starten muss. schaut man sich allein die flut von so genannten „apps“ an, schwant einem wie schwer es in zukunft wird, die kleinstprogramme miteinander zu koppeln, um ein vielfältiges ergebnis zu bekommen.

davor steht schon das problem, das programm zu finden, das ich benötige. und wenn ich es gefunden habe (oder meist mehrere), herauszufinden, wie es zu steuern ist. bei mehreren programmen muss ich dann noch entscheiden, welches am ehesten meinen wünschen entspricht. vielleicht das preiswerteste, das ausgereifteste oder eben das vielfältigste. doch dazu muss ich die programme durchprobieren. und selbst wenn ich all meine programme gefunden habe, sie installiert und gestartet habe, bleibt immer noch das problem mit der kompatibilität. leiten sie einmal eine gruppe von menschen, die eine plattform nutzen. da besitzen alle verschiedene computer mit verschiedenen kapazitäten und unterschiedlichen programmversionen. allein die zahl der unterschiedlichen browser und deren fähigkeiten lässt schon eine unmenge von fragen entstehen. die komplexität des internets, die holprige kompatibilität und das subjektive nutzerInnenverhalten fressen ihnen die zeit aus dem tag. das moderne internet ist keine zeitersparnis bei der bedienung. wohl bei der umsetzung von aufgaben, wenn man sich auskennt (aber auch, dies zu lernen, kostet zeit).

doch der nutzer macht dies alles mit. denn es gibt anscheinend keine größere gefahr, als vom informationsfluss abgeschnitten zu sein. und so kann weiterhin jede it-firma, jeder hardware-hersteller nach gutdünken neue entwicklungen auf den markt werfen, um dem kunden die anpassung an seine geräte und bedürfnisse zu überlassen. es bleibt zu hoffen, dass irgendwann jemand auf die idee kommt das netz zu verschlanken. doch inzwischen ist der markt viel zu gewinnträchtig, um dies durchzusetzen. ich glaube jedoch, dass die einfache variante schnell ein unglaublich gutes geschäft werden könnte, denn die nutzerInnen würden es danken. so hetzen sie sich weiter durch den wust an angeboten und verstehen immer seltener, was die maschine im hintergrund eigentlich macht. schade, wieder einmal eine chance vertan 😦 .

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