Tagesarchiv: 5. November 2010

wortklauberei (53)

„unsere kommune ist demenzfreundlich“

mir ist bekannt, dass manche kommune, manche kommunale verwaltung oder auch mancher kiez, den eindruck hinterlassen kann, dass es mit den klaren gedanken nicht so weit her ist. bis jetzt war mir aber nicht bekannt, dass man zur demenz freundlich sein kann, vor allen dingen als kommune. wie muss ich mir das vorstellen? wie früher einmal im jahr das finanzamt die lohnsteuerkarte in die briefkästen ihrer kommunalen angehörigen verfrachtete, so werden heute briefe an alle anwohner verteilt?

und in den briefen steht dann wahrscheinlich: liebe angehörige unserer kommune. wir unterstützen sie gern, wenn sie dement sein sollten. wenden sie sich doch an uns unter der telefonnummer  xxxx, sollten sie fragen zu ihrer demenz haben. die krux bei der sache: das klientel wird nicht erreicht. oder anders geschrieben, es wird schon erreicht, aber es wird nicht reagieren, da es bis zum telefongespräch schon wieder vergessen hat, worum es eigentlich ging 😛

aber man kann die aussage „unsere kommune ist demenzfreundlich“ auch anders verstehen: unsere kommune fördert die demenz. das ist nun wahrlich keine auszeichnung, würde aber in luftverschmutzten regionen, die lösungsmittelgeschwängert die atemluft anreichern, sinn machen. man kann sich auch von der anderen seite annähern und fragen: wie sieht eine demenzfeindliche kommune aus?

sicherlich ist mit dieser aussage, diesem projekt etwas sozial wertvolles gemeint, doch leider wurde die aussage in eine bonmot geschnürt, dass es dem nicht-dementen bürger schwer macht, sich in der kommune wohl zu fühlen. aber für „lady gaga“ ließe sich sicherlich noch ein auftrittsplätzchen finden.

selbstbefragung (63) – hilflosigkeit

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um den „hilflosigkeit„.

  • waren sie schon einmal hilflos? wann?
  • was macht sie schnell hilflos?
  • sie finden für ein problem keine lösung, was machen sie dann? beschreiben sie.
  • welche menschen haben sie in ihrem leben hilflos gemacht?
  • beim wem suchen sie sich am häufigsten hilfe? warum?
  • können sie sich überhaupt von anderen helfen lassen? warum?
  • welcher person würden sie gern helfen, diese lässt sie aber nicht?
  • was bräuchte es ihrer meinung nach, damit die menschheit den selbstgeschaffenen problemen, wie z.b. hunger, angemessen begegnet? erklären sie.
  • ab welchem moment, in welchen situationen hören sie auf, zu helfen?
  • sollen sich menschen überhaupt gegenseitig helfen? warum?