Tagesarchiv: 7. November 2010

kreatives schreiben und spielerisches

das kreative schreiben an sich ist ja schon eine spielerische angelegenheit. oder anders formuliert: in der kreativität steckt ein stück spielerischer zufall. es werden ideen, gedanken oder ereignisse miteinander kombiniert, die bis dahin noch nicht miteinander in berührung kamen. durch diese vorgehensweise entsteht neues, noch eine prise intuition und fertig ist der text. das mag manchen darum auch so „wertlos“ scheinen, da das spiel im spiel ist. hier zeigen sich immer wieder die wertigkeiten einer spaßfreien gesellschaft.

was spaß macht und spielerische aspekte beinhaltet, darf hobby oder persönliches vergnügen sein, kann aber nicht ernsthafte berufliche tätigkeit darstellen. bei uns wird während der arbeit nicht gespielt. dabei würde es dem arbeitsalltag gut tun, wenn sich die wertschöpfenden manchmal nicht ganz so ernst nehmen. auch spielerische geschäftsmails, jahresberichte sowie bilanzen könnten den alltag bunter gestalten. das bedeutet nicht, dass das spielerische den inhalt verfälschen würde, sondern dass es die realität abwechslungsreicher abbildet.

im kreativen schreiben bedeutet das spielerische das verlassen der streng strukturierten texte, geschichten und schreibübungen. es entsteht ein „spielraum“, der es allen schreibenden ermöglicht, einen eigenen weg zum ergebnis zu finden. zum schreiben werden anregungen herangezogen, aber keine anweisungen. oder noch drastischer formuliert: Weiterlesen

Werbeanzeigen

schreibspiel (11) – die bessere metapher

die suche nach passenden metaphern für situationen, gegenstände oder handlungen kennt jeder schreibende. manchmal ergeben sich umschreibungen und sinnbildliche formulierungen ganz automatisch beim schreiben. manchmal muss man lang überlegen, wie man bestimmte ereignisse der geschriebenen geschichte am besten umschreibt. es benötigt eine sinnvolle metapher, um den text blumiger oder ansprechender abzufassen. das finden von metaphern liegt diesem spiel als idee zu grunde.

dieses spiel ist ein kleiner wettkampf, der mehrere teilnehmerInnen benötigt. so kann es gut in schreibgruppen gespielt werden. man nehme das spiel „stadt, land, fluss“, wandle es ein wenig um und schon steht das schreibspiel „die bessere metapher“.

alle spielerInnen haben einen zettel mit einer zweispaltigen tabelle. über der linken spalte steht „begriff“, über der rechten steht „metapher“. nun kann man in die linke spalte schon im vorfeld begriffe, also situationen, gegenstände oder handlungen einsetzen, die tabelle austeilen und die teilnehmerInnen auffordern möglichst schnell metaphern zu finden. wer als erstes fertig ist mit dem ausfüllen, ruft „stopp“ und alle müssen den stift weglegen. nun werden die jeweiligen metaphern verglichen. zum einen gibt es für eine gefundene einen punkt, zum anderen erhält die von allen zur „besten metapher“ erklärten noch zusätzliche punkte.

oder man gibt dem spiel noch eine persönlichere note. dann ist auch die linke spalte leer. nun darf jeder reihum einmal einen begriff sagen. daraufhin werden von allen teilnehmerInnen metaphern dazu geschrieben. bei dieser variante kann die tabelle auch mehr spalten haben, damit man nicht nur eine metapher, sondern gleich drei finden kann. die metaphern werden in der gruppe vorgestellt und per abstimmung festgestellt, welche die schönste und beste ist. anschließend nennt der nächste teilnehmer einen begriff, die nächsten metaphern werden gefunden usw..

wenn man das spiel in einer schreibgruppe spielt, dann kann anschließend dazu aufgefordert werden, eine geschichte aus den angesammelten metaphern zu schreiben.