schreibpädagogik und spielerisches

es mag menschen geben, die es bei fortbildungen, seminaren oder gruppentreffen mögen, zwischendurch durch den raum zu turnen, bewegungen zu vollführen und sich an so genannten „warming-ups“ zu erfreuen. ich mag das nicht. ich war nie ein freund des sportunterrichts, bewege mich genug und besuche die oben genannten veranstaltungen aus anderen gründen. darum werde ich auch nie verstehen, weshalb man bei schreibgruppen mehr als die hand zum schreiben bewegen sollte (nun gut, die augen dürfen dem schriftzug auch noch folgen).

als schriftliches warming-up bieten sich genug möglichkeiten an. eine der beliebtesten sind schreibspiele. sie führen einen an das schreiben stückweise heran. viele schreibspiele konzentrieren sich auf kurze schriftliche absonderungen, die erst einmal den stift der hand anschmiegen und den arm für längere schreibexkursionen lockern. man hat sich dabei warm geschrieben. nun kann es los gehen. und wie der name „schreibspiel“ schon sagt, rückt erst einmal die ernsthaftigkeit ein wenig in den hintergrund.

jedoch auch wenn es dann ernsthafter zugeht, kann eine schreibgruppe spielerische elemente beibehalten, manchmal beinahe zu viel davon. es kommt nicht selten vor, dass ein unausgesprochener wettbewerb entsteht, wer denn nun den humorvollsten text schreibt. alle möchten die lacher auf ihrer seite wissen. dafür spricht, dass es am schluss der schreibgruppe während des vorlesens der texte zu einer entspannten atmosphäre kommt. dagegen spricht, dass lacher nichts über die qualtität der texte aussagen. es bleibt also in erster linie eine frage der erwartung an die schreibgruppen, ob sie dem humor verpflichtet sind.

doch abseits des spieles mit dem witz, birgt schon jede kreative herangehensweise etwas spielerisches in sich. man spielt beim schreiben mit den gedanken. was kombiniere ich mit welchem ereignis, zu welcher verknüpfung, die welchen effekt hat? hier darf mental gewürfelt, kombiniert oder gelost werden. und um auf den anfang dieses posts zurück zu kommen, die warming-up-schreibspiele haben einen weiteren effekt: sie lockern das gedächtnis für die spielerische kreativität während des weiteren schreibens. ähnliches lässt sich natürlich auch mit freewriting oder clustern erreichen.

und das schöne an dem ganzen: wie beim sonstigen spielen auch, werden dabei freude, kreativität und lernen miteinander verknüpft. nicht nur kinder lernen durch das spielen, erwachsene können das ebenso. seltsam nur, dass genau das spielen mit gedanken von vielen als belustigendes hobby aber nicht als ernsthafter lernprozess verstanden wird.

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