biografisches schreiben und dunkelheit

erinnern sie sich an ihre ersten albträume als kind? irgendwann steht jedes kind einmal nachts auf und ruft nach seinen eltern oder kriecht zu ihnen ins bett, da es von bösen wesen oder unangenehmen dingen geträumt hat. ab diesem moment wird einem die wirkung der dunkelheit, der nacht, ein wenig bewusst.

dann entwickeln sich die menschen im laufe ihrer entwicklungen auseinander. die einen werden „lerchen“, menschen, die gern früh aufstehen und viel tageslicht mitnehmen, die anderen, „eulen“, sind die, die nachts am besten arbeiten können, die die nacht zum tag machen. sie haben sich mit der dunkelheit arrangiert und bevorzugen eventuell die stille die nachts einkehrt.

manche menschen schlafen bei vollmond schlecht, wenn er in der nacht aufgeht. sie können sich nicht erklären, wie die natur solche auswirkungen auf ihre befindlichkeit haben kann. in unserer „erleuchteten“ kultur und gesellschaft stellt dunkelheit eher etwas bedrohliches dar, da passt die schlecht geschlafene vollmondnacht gut dazu. aber haben nicht viele von uns auch ihren meisten sex in der dunkelheit, also jedenfalls ist es draußen dunkel, das schlafzimmer mag ja beleuchtet sein.

es lohnt sich, beim betrachten der eigenen lebensgeschichte einmal einen blick auf die nächte und in die dunkelheit zu werfen. wie hat man denn seine nächte verbracht. wer im krieg die wohnungen abdunkeln musste und die nächte in luftschutzkellern verbringen musste, der wird mit der dunkelheit eventuell dramatisches und bedrohliches verbinden. wer immer nachts gearbeitet hat, wird sich im laufe der zeit an diesen rhythmus gewöhnt haben und die anderen menschen mit ganz eigenen augen sehen.

aber man kann beim thema „dunkelheit“ im zusammenhangen mit dem biografischen schreiben noch einen schritt weiter gehen: was war das dunkelste kapitel in der eigenen lebensgeschichte? jeder mensch hat ein dunkles kapitel, das ihn über jahre begleitet. das müssen nicht immer hochdramatische oder grausame situationen sein. es genügt, dass es situationen sind, die einen nicht los lassen, die einen in gedanken gefangen halten und über lange zeit keine lösungen erkennen lassen. vielleicht handelt es sich um schmerz, um trauer oder andere einschneidende erfahrungen. auch hier sollte man einen blick hinwerfen, um ein bild von sich selber zu erhalten.

und es tut gut, zu erkennen, dass auch andere menschen eine dunkle zeit kennen. nicht, dass man es ihnen wünschen würde, aber man realisiert, dass man mit diesen erlebnissen nicht allein auf der welt ist. das macht die nacht schon wieder ein wenig heller.
außerdem könnte man sich daran, dass dunkelheit auch noch etwas anderes sein kann: geborgenheit. beinahe jeder mensch kennt auch das angenehme gefühl nach einem anstrengenden tag im bett wegzuschlummern und vielleicht dabei von jemandem im arm gehalten zu werden.

auch dies wäre zu betrachten. wie sich zum beispiel die sinne in der dunkelheit schärfen. man nimmt mehr wahr, hört mehr und sieht schärfer im laufe der zeit. man kann dies für sich ja noch einmal erleben, indem man sich einfach mal ruhig in die eigene wohnung setzt und beobachtet. oder auch darauf achtet, wie träume einem etwas mitteilen, während man schläft. und wer kennt es nicht, dass einem kurz vor dem einschlafen, es ist schon dunkel im raum, die besten ideen kommen, das kreative sich raum nimmt. manch einer schaltet dann wieder das licht ein, um noch schnell den gedanken zu notieren. dunkelheit hat mehr einfluss auf unser leben als es oft scheinen mag.

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