schreibpädagogik und ideenpool

ich habe mir hier viele gedanken über die möglichkeiten der schreibpädagogik, ihre schwierigkeiten und auch ihre umsetzung gemacht. bis jetzt habe ich aber kaum einen blick darauf geworfen, was denn der reiz der schreibpädagogInnen ist, diesen beruf, diese tätigkeit auszuüben. nun, man kann freude empfinden, anderen etwas beizubringen. das ist etwas, was man mit allen pädagogInnen teilt. doch wo liegt der besondere anteil des schreibens?

die schreibpädagogik hat den vorteil, zum einen in deutschland eine recht junge disziplin zu sein. das ermöglicht es, immer wieder neues terrain zu betreten, neue konzepte zu entwerfen und auszuprobieren.
zum anderen spielt eben das schreiben, das kreative, das biografische, das wissenschaftliche schreiben eine große rolle. dies bedeutet, dass man sich in einem mehr oder weniger kreativen feld bewegt. und in diesem zusammenhang kann man ständig neue ideen entwickeln, also kreativ sein in der schaffung von schreibanregungen.

diese form der kreativität kommt dem schreiben selber schon sehr nahe. und jede idee will, bevor sie als anregung weitergegeben wird, selbst ausprobiert sein. man regt sich also nicht nur zur schaffung eines ideenpools an, sondern auch zum eigenen schreiben. wenn man dann auch noch im anschluss die ideen zum beispiel in schreibgruppen oder fortbildungen anwendet, dann kann man selber abermals mitschreiben. immer wieder entstehen neue texte, neue umsetzungen und dadurch meist weitere ideen.

schreibpädagogInnen werden mit großer wahrscheinlichkeit die lehrmittel nie ausgehen. nein, sie schaffen in einem kreativen experimentierfeld stück für stück einen ideenpool, der im laufe der zeit weiter anwächst. natürlich muss eine bewährte anleitung einer schreibgruppe nicht dauernd verändert werden, aber einzelne ideen können, auch je nach gruppenstimmung, ausgetauscht werden. somit schaffen sich schreibpädagogInnen durch einen angelegten ideenpool einen großen freiraum in der umsetzung von schreibanregungen.

einzig die katalogisierung all der hervorsprudelnden ideen könnte im laufe der jahre zum problem werden. wie finde ich denn das, was ich mir schon einmal überlegt hatte, wieder? da gab es doch eine tolle idee, die habe ich auf irgendeinen zettel geschrieben, in welcher gruppe war das noch einmal? es macht also sinn, von anfang an, ein katalogsystem zu entwickeln, das das wiederfinden erleichtert. ich persönlich schwöre weiterhin auf die blog-software wie hier, da sie eine datenbankerfassung nebenher aufbaut und man sowohl über stichworte, als auch über eine volltextsuche mit mehreren begriffen etwas wiederfinden kann. die 200 schreibideen lassen sich so gut bündeln, aber auch einzeln abrufen und stehen immer schnell zur verfügung. andere wiederum finden die schreibideen über tags, die in den suchmaschinen widerhall finden.

so bietet die schreibpädagogik die seltene verbindung von lehre, kreativität und beständigem schaffen neuer vorgaben. abwechslungsreicher ist weniges. und ein ende des ideenpools ist nicht abzusehen, denn aus jedem gegenstand, jeder fragestellung kann eine schreibanregung, wenn nicht sogar eine schreibgruppe gestaltet werden. und man selber hat den freiraum, alles heranzuziehen, was einem gerade über den weg läuft oder einen beschäftigt. manchmal genügt aber auch noch eine neue kombination verschiedener ideen.

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s