biografisches schreiben und sport

ganz im gegensatz zum kreativen schreiben, spielt sport im biografischen schreiben teilweise eine viel größere rolle. man schaue sich nur an, wie viele biografien von sportlerInnen auf dem markt sind, man betrachte nur, welche bedeutung sportliche großereignisse im gesellschaftlichen gedächtnis haben und wie viele menschen sich daran erinnern, wie sie diese zeit erlebten.

es wäre beim schreiben der eigenen lebensgeschichte erst einmal zu klären, ob sport für einen selber überhaupt eine rolle gespielt hat oder noch spielt. dabei kann es sich um das aktive ausüben von sport ebenso handeln, wie auch um das dasein als fan. ein großer fan gestaltet zum beispiel seine freizeit hauptsächlich angelehnt an für ihn wichtige sportveranstaltungen. natürlich beeinflusst dies viele aspekte des eigenen lebens.

wenn sich herausstellt, dass sport für einen selber eine gehörige rolle spielt, dann kann im nächsten schritt geschaut werden, wie sehr der sport oder die sportarten das eigene leben beeinflussten. orientierte man seine urlaubswahl an einer sportart? erlebte man außergewöhnliche emotionen bei seinem ersten marathon? lernte man über den sport die heute wichtigsten menschen in seinem leben kennen? engagierte man sich lang in sportvereinen?

sport ist auch immer kommunikation, stellt für viele menschen den ort dar, an dem abseits des arbeitsplatzes soziale kontakte geknüpft werden. dazu kommt für viele das positive körpergefühl nach der sportlichen betätigung hinzu. aber auch die radikale ablehnung von sport kann einfluss auf die eigene lebensgeschichte haben. immer dann, wenn aktivitäten im eigenen leben bedeutung gewinnen, lohnt sich ein blick dorthin. was hat man in diesen zusammenhängen erlebt? vielleicht erzielte man im freizeitsport mehr erfolge als im berufsleben. oder der sport ist eine der wenigen möglichkeiten, sich dem alltagsstress zu entziehen.

ein cluster zur ausgeübten sportart oder zu sport an sich, kann einem anhaltspunkte liefern, inwieweit das thema in das eigene biografische schreiben einfließen sollte. und über allem steht die frage: hat es spaß gemacht und einen weitergebracht? so hat inzwischen für viele menschen der marathon nicht nur eine sportliche bedeutung, sondern eben auch eine emotionale. das überwinden des inneren schweinehundes, das vollbringen einer extremleistung oder das dranbleiben an einer sache können die eigene lebenshaltung stark beeinflussen. so wird der sport zu einem schlüsselerlebnis für das gesamte leben.

also, keine scheu davor, so etwas „profanes“ wie den sport, das freizeitvergnügen in die aufgeschriebene eigene lebensgeschichte einfließen zu lassen. und sollte man leistungssportler gewesen sein, dann kommt sowieso nicht drumherum. denn dann war der sport beruf oder berufung und bestimmte über jahre hinweg das gesamte leben. eventuell diente der sport sogar dem bestreiten des lebensunterhalts.

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