Tagesarchiv: 26. Dezember 2010

schreibpädagogik und schreibberatung

jeder mensch kann einmal in die situation geraten, dass es mit dem schreiben hakt. selbst berufsschreiberInnen landen ab und zu in einer schreibkrise oder schreibblockade. in dem moment kann die zeit vor dem weißen blatt oder dem weißen bildschirm quälend werden. die ideen fehlen oder die umsetzung der idee gelingt nicht angemessen.

daneben kann es aber auch zu den bekannten fluchtbewegungen kommen. es ist dringend eine abschlussarbeit zu schreiben, ein bericht oder antrag zu verfassen, ein brief zu schreiben, und man räumt lieber die wohnung auf, spült das geschirr, wäscht die wäsche, putzt die fenster, staubt die bücher ab, repariert das fahrrad, kachelt das bad neu. wer kennt das nicht?

es ist so lang erträglich, so lang es bei kurzen episoden bleibt. die kann man mit anderen dingen überbrücken und sollte sich nicht verrückt machen. das schadet nicht und wird entspannender, wenn man sich zugesteht, dass einem nicht immer etwas einfallen muss. schwieriger wird es, wenn der gesamte studienabschluss oder die berufliche existenz langsam auf dem spiel stehen. dann wird der druck auf die schreibenden immer größer, ein kleiner teufelskreis kommt in gang. denn je größer der druck, desto schwerer fällt es vielen, nicht zu flüchten.

wünschenswert ist es dann, dass man noch rechtzeitig erkennt, allein schaffe ich das jetzt nicht mehr. gründe kann es dafür viele geben, aber man kommt ihnen allein nicht auf die schliche. hier macht es sinn, sich hilfe zu suchen. dies können gute freunde sein, die einen unterstützen, mit denen man kontrollanrufe oder andere hilfestellungen vereinbart. es kann auch helfen, den schreibort zu verlegen. etliche ziehen sich zum beispiel gern in die leseräume von bibliotheken zurück, wo alle anwesenden versuchen zu arbeiten, zu lesen und zu schreiben, denn das kann animierend sein. so lenkt zumindest nichts ab, wie es zuhause doch häufig der fall ist.

dann gibt es noch die möglichkeit, ratgeberbücher zu hilfe zu nehmen. Weiterlesen

Werbeanzeigen

wortklauberei (57)

„wahre liebe kribbelt nicht. sie brutzelt.“

in der kälte des winters erinnert sich manch einer gern an die kuscheligen, zwar etwas verqualmten, aber dann doch ganz amüsanten grillabende. und wenn man sich daran erinnert, dann erinnert man sich vielleicht auch an den tollen werbespruch von edeka, der im internet kursierte: wahre liebe kribbelt nicht. sie brutzelt. dieser spruch sollte die leserInnen dazu animieren, ihr grillgut bei edeka zu kaufen.

oh je, was liebe alles so machen muss. sie verstört, sie quält, sie lockt, sie entflammt und noch vieles mehr. dass sie kribbelt war mir dann doch neu. also gut, die flugzeuge im bauch, die kann man als kribbeln interpretieren und dies wiederum könnte mit liebe zu tun haben. aber wenn mein fuss kribbelt, dann ist er nur eingeschlafen, aber nicht unbedingt ein zeichen von liebe. ansonsten kribbeln vor allen dingen noch eingeschlafene hände und arme, der kopf kann kribbeln, wenn man zur zeit keine mütze auf hat, und die füsse, wenn sie wieder auftauen. aber wo kribbelt liebe?

doch nicht genug damit, die wahre liebe wird auch noch in die pfanne gehauen. sie wird zum brutzeln verdonnert. wahrscheinlich wird sie dann knusprig, schmeckt nach rauch und kohle, das fett (bei der liebe handelt es sich dabei wahrscheinlich um schmalz) tropft in die glut. die liebe zischt, sie schmurgelt vor sich hin, wird braun und zäh wie schuhsohlen. ein schelm, wer dabei an menschenfresser und schlachtfeste denkt. ja eigentlich ist die liebe ja ein einziges schlachtfest und danach gibt es metzelsuppe.

erst jetzt, während ich diese zeilen schreibe, erklärt sich mir der braten, der in die röhre geschoben wird. seltsam, wie fleisches- und herzenlüste an der metzgertheke ihre metaphern finden. der mensch ist eben ein allesfresser. für vegetarier wedelt da nur die palme.

75 000 besuche auf dieser seite

manche kleinen meilensteine freuen dann doch. also dieser blog ist ein kleiner. schon das thema lockt nicht so viele hinter dem ofen hervor. es ist auch kein sehr aktueller blog, sondern eher ein auf wenige bereiche spezialisierter, der sich langsam zu einer datenbank auswächst. zum einen dient die datenbank mir selber als sammelpunkt für alles, was mir so zum schreiben, zur schreibpädagogik, zum kreativen schreiben, zum biografischen schreiben, zu wörtern, zur sprache und zum web 2.0 einfällt und auffällt. zum anderen wird er aber inzwischen auch von den leserInnen ganz spezifisch zu manchen fragestellungen genutzt, und wenn es nur die durchsicht der zur verfügung gestellten schreibideen ist.

schön ist es, dass der blog seinen platz in den suchmaschinen gefunden hat. schön ist es auch, dass der blog anscheinend weiterhin informiert, auch wenn manche posts schon annähernd drei jahre alt sind. und so bleibt die besucherzahl auf einem angenehmen konstanten niveau, auch wenn ich mal nicht die zeit und muse zum bloggen finde. da sammeln sich dann die in der statistik verzeichneten besuche an. und jetzt sind es eben gerade 75 000. da danke ich doch mal für das interesse.

klar, es könnten viel mehr sein, doch dann müsste ich über etwas anderes schreiben. zum beispiel über sex (gern wird die selbstbefragung zum thema „sex“ gelesen) oder über aktuelle politik (würde mich aber zu sehr aufregen 😀 ) oder über mein leben und meinen alltag (ob das so interessant wäre ?). also bleibe ich einfach weiter bei dem angebotenen, freue mich über kommentare und anregungen und werde demnächst weiteres von dem hier veröffentlichten in der linkliste bündeln, damit man den überblick behalten kann.
beim 100 000 besuch wäre dann ein piccolöchen zu öffnen, jetzt ist es nur (beinahe) stille freude 😉