schreibpädagogik und kontrolle

schreibgruppen leben davon, dass die teilnehmerInnen sich am angebot beteiligen, in den austausch mit den anderen schreibenden treten und generell ähnliche interessen haben. wie es aber bei gruppen und ihren dynamiken öfter der fall ist, das muss nicht sein. was tun? oder anders formuliert: wie stark sollte man die abläufe in schreibgruppen als leitung kontrollieren und moderieren?

wie schon geschrieben, schreibe ich hier von schreibgruppen, die angeleitet werden. handelt es sich um gruppen, die sich selber konstituiert und zusammengefunden haben, dann benötigen diese meist viel raum für eine basisdemokratische organisation. handelt es sich aber um ein angebot, das eventuell bezahlt wird, also um eine dienstleistung, dann ist die leitung gefordert die interessen möglichst aller teilnehmerInnen unter einen hut zu bekommen.

um dies zu schaffen, sollte immer raum für veränderungsvorschläge und anregungen durch die teilnehmerInnen vorhanden sein. manche pädagogInnen vertreten die auffassung, dass jeder störung raum zu geben sei. darüber kann man streiten, da es auch gruppenmitglieder gibt, die die störung zu ihrem lebensziel gemacht haben (meist nicht aus bösartigen beweggründen). wenn man in diesen momenten allen störungen raum gibt, kann dies die anderen teilnehmerInnen irgendwann belasten und den eigentlichen zweck der schreibgruppe in den hintergrund drängen.

in diesem moment ist mindestens eine moderation der diskussionen und die herbeiführung einer zeitnahen entscheidung der gruppe sinnvoll. viele teilnehmerInnen erhoffen sich handeln von der leitung, die die dienstleistung anbietet. es kann hilfreich sein, die „störerInnen“ beiseite zu nehmen und sie auf ihre schwierigkeiten mit der gruppe ansprechen. entweder führt man in diesem vier-augen-gespräch eine lösung herbei oder trennt sich im äußersten notfall auch von jemandem. man sollte sich aber die leitung der gruppe nicht aus der hand nehmen lassen. dies werden andere teilnehmerInnen mit sehr großer wahrscheinlichkeit übel nehmen.

es ist immer zu bedenken, dass die meisten die gruppe aufgesucht haben, um eine vorbereitete und strukturierte dienstleistung in anspruch zu nehmen, also sich auch ruhig dem angebot durch die leitung anpassen wollen. man kommt nicht drumherum die gruppe zu kontrollieren, dies sollte aber jedesmal mit regelmäßigem feedback einhergehen. zur moderation gehört es auch, möglichst allen teilnehmerInnen den gleichen raum zu stellungnahmen und beteiligungen zu geben. das bedeutet nicht, es ihnen aufzuzwingen. wer sagt, dass er nichts sagen möchte, hat das recht dazu. aber die zeitliche begrenzung derer, die immer etwas sagen wollen, scheint ebenso notwendig. es lebe, wie meist, der goldene mittelweg zwischen kontrolle und selbstorganisation 😉

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