biografisches schreiben und soziale netze im web

das web 2.0 bietet gute möglichkeiten, sich mit anderen menschen auszutauschen und zu verbinden. kriterien für diese netzbildungen sind zum beispiel gemeinsame hobbys, ein ähnlicher musikgeschmack oder auch soziales engagement. warum also nicht einmal ein soziales netzwerk zum austausch biografischer erinnerungen ins leben rufen.

dafür gäbe es unzählige möglichkeiten. man könnte virtuelle jahrgangstreffen gründen oder bestimmte einschneidende gesellschaftliche ereignisse zur erinnerung ausrufen. ähnliches geschieht schon auf den zeitzeugen-webseiten. dort wird aber von außen animiert, archiviert und moderiert. interessanter wird es sicherlich noch einmal, wenn die „zeitzeugInnen“ aufgrund eines eigenen internetzugangs die gründung selber übernehmen.

so könnten menschen, die sich im rahmen des biografischen schreibens an bestimmte ereignisse in ihrer kindheit erinnern, andere dazu aufrufen, diese mit ihnen in der digitalen welt zu teilen. zum einen sind die erinnerungen meist verschieden, zum anderen ergeben sich soziale kontakte zu menschen mit ähnlichen erinnerungen. der austausch regt zur größeren detailgenauigkeit bei den erinnerungen an.

schwieriger wird es, die älteren generationen anzuregen, sich ins web zu trauen. es gibt eine große differenz bei der internetnutzung zwischen den jungen und den älteren generationen. es ist zwar zu verzeichnen, dass immer mehr ältere das internet nutzen, doch auch die art und weise der nutzung unterscheidet sich gehörig von den jüngeren generationen. gerade die sozialen netzwerke werden eher von jüngeren menschen genutzt. an diesem punkt wäre also noch aufklärungsarbeit zu leisten.

doch langfristig könnte man sich zum beispiel die koppelung von schreibgruppen zum biografischen schreiben, computerkursen bei bedarf und der anregung, selber ein netzwerk zu gründen, vorstellen. wenn dann ausgewählte texte oder erinnerungsprotokolle allen besucherInnen des webs zur verfügung gestellt würden, entstünde im laufe der zeit eine einmalige datenbank der erinnerungen. diese könnte von außenstehenden zur informationen, für den unterricht oder auch nur zur selbstvergewisserung genutzt werden.

also liebe leserInnen, bloggen sie doch selber einmal über die fernsehserien ihrer kindheit, die politischen umwälzungen, die sie miterlebt haben oder auch nur die produkte der nachkriegsjahre, die heutzutage längst vom markt verschwunden sind, damals aber den alltag bestimmten. die „ostalgie“ ist ein schönes beispiel gemeinsamer erinnerung an lebensumstände, die inzwischen nicht mehr existent sind. dass dabei auch gern beschönigt wird oder die erfahrungen in den lebensgeschichten auseinanderklaffen spielt doch erst einmal keine rolle. man hüte sich nur davor, anderen ihren subjektiven eindruck absprechen zu wollen.

das web 2.0 bietet auch durch die verbesserten suchmöglichkeiten und die leichtere handhabung gute möglichkeiten, schneller und einfacher menschen zu finden, die der selben generation angehören, wie man selber. ein austausch kann da sehr befruchtend sein und das biografische schreiben könnte sich dies zu nutze machen.

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