wortklauberei (60)

„amt warnt vor asthma durch babyschwimmen“

tja, kinder zu wasser zu lassen, ist ja eine hippe angelegenheit. der säugling soll ja wie ein fischlein im wasser unterwegs sein, irgendwie wegen der vorgeburtlichen taucherfahrungen und überhaupt dem überlebenswillen. also werden immer öfter die lieben kleinen ins becken gebracht und dürfen sich da an die wasseroberfläche strampeln.

doch die süddeutsche zeitung hat es am 11.01. (seite 9) auf den punkt gebracht: alle anderen sollten in dieser zeit das wasser verlassen. denn anscheinend kann man durch die schwimmenden babys asthma bekommen. nachdem man diese überschrift gelesen hat, springt auch sofort die fantasiemaschine an. was passiert dort denn um himmelswillen? nun, nicht ganz neu ist: man setze einen menschen in kuschelig warmes wasser, schon könnte er den dran verspüren selber wasser zu lassen.

es sind also die abgesonderten körperflüssigkeiten der kleinen kinder, die die luft so schwängern, dass es zu asthmaanfällen kommen kann. oder es sind die vielen staubtrockenen supersaugfähigen und beweglichen windeln, die abgelegt und die feinstaub-belastung in der schwimmhalle extrem erhöhen. es könnten aber auch die vielen mütter (und teils väter) sein, die während ihre kleinen zum tauchgang starten, mal eben eine fluppe ziehen. so ist der gemeinschaftsraum neben der schwimmhalle nichts für asthmatiker. ach, ich vergaß, hier darf ja gar nicht mehr geraucht werden.

und beim weiterlesen stellt sich heraus: das wasserlassen und das chlor bilden einen profunden chemiecocktail, der allergische babys zur schnappatmung animiert, nicht die umwelt. aber so weit weg war die fantasie dann doch nicht.

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