Tagesarchiv: 16. Januar 2011

kreatives schreiben und digitale öffentlichkeit

das kreative schreiben ist ein spielerisches schreiben, verfolgt erst einmal nicht den anspruch große literarische entwürfe zu produzieren. doch das kreative schreiben kann die vorstufe zu grossem sein. je mehr menschen das web 2.0 nutzen, um so mehr spass kann es machen, die interaktiven möglichkeiten auch für virtuelle schreibgruppen oder ähnliches zu nutzen. ganz abgesehen von der option, eigene texte leicht der weltöffentlichkeit zugänglich machen zu können.

trotz dieser leichtigkeit ist nicht zu unterschätzen, dass auch die veröffentlichung im web 2.0 eine gehörige portion überwindung kostet. es ist etwas anderes einen text in der schreibgruppe vorzulesen oder einen text einer digitallen menschenmenge zur verfügung zu stellen. in der schreibgruppe habe ich ein reales gegenüber, kann ich sofort einen diskurs führen, sollte es begeisterung oder schwierigkeiten geben. im netz geschieht dies mit zeitverzögerung und mit menschen, die ich nicht wirklich kenne, die nicht unbedingt real sind, also dem entsprechen, was sie selber über sich angeben.

es scheint mir wichtig, sich dies vorher bewusst zu machen. die jüngere generation kennt meist aus anderen zusammenhängen die schwierigkeiten der virtuellen realität. sie hat einen umgang damit gefunden, dass vieles im web 2.0 nicht unbedingt das darstellt, was real vorhanden ist. die ältere generation scheut diesen zustand nicht selten, da eine form der kontrolle abhanden kommt, die eine schreibgruppe bietet. Weiterlesen

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web 2.0 und verheissungen

die fülle des internets kann man genießen oder als anstrengend empfinden. sie fordert uns auf, uns beständig zu entscheiden, was wir denn nun genau betrachten und lesen wollen. manch eine(r) fühlt sich unter druck gesetzt, die qual der wahl zu haben. man kann im web 2.0 versinken und erfasst doch nur einen bruchteil des vorhandenen. ob es sich dabei um informationen, spaß oder soziale interaktion handelt, es spielt keine rolle. man muss sich im web 2.0 selbst beschränken.

die andere seite der medaille sieht aber so aus, dass einem plötzlich eine unendliche welt zur verfügung steht. die virtuelle grenzenlosigkeit verheisst input zu allem. egal was mich interessiert, wen ich treffen möchte oder wozu ich fragen habe, ich finde es im internet. das kann spaß machen, wenn es mich nicht stört, mich ab und zu zu verirren oder in einer sackgasse zu landen. es wird anstrengend, wenn ich gern eine klare, eindeutige antwort suche. denn kaum habe ich eine antwort oder einen kontakt gefunden, bieten sich auch schon zehn alternativen an.

ich kann die alternativen ignorieren und mich für die eine antwort, für die eine person entscheiden, aber ich habe die alternativen wahrgenommen. sie sitzen bildlich geschrieben, in meinem hinterkopf und quengeln dort rum. wie kann ich mir sicher sein, dass der von mir gewählte weg der richtige ist, wenn andere menschen im internet anderer meinung sind. das sind überlegungen, die man auch ohne das internet anstellt. immer wieder entscheidet man sich für einen weg, obwohl es noch andere abzweigungen gibt.

aber die scheinbare unendlichkeit an möglichkeiten im internet verheisst die chance, die wirkliche, ja wahre antwort finden zu können. dies setzt unter druck, zu suchen. nicht aufhören zu suchen, bis man die richtige seite, die perfekte person oder die allgemeingültige antwort auf die eigenen fragen gefunden hat. Weiterlesen