Tagesarchiv: 20. Januar 2011

schreibidee (206)

kaum hat man einmal angefangen, aufmerksamer auf der suche nach kleinen begebenheiten und geschichten durch die welt zu laufen, fällt einem auch immer mehr auf. man notiert auf kleine zettelchen, in kladden oder auf blöcke. dazwischen schieben sich diverse schreibideen und all dies liegt auf halde. denn man kann gar nicht so viel schreiben, wie man möchte. irgendwann sammeln sich diese notizen wie fallobst in allen winkeln der wohnung an. zeit eine schreibanregung für „fallobst-geschichten“ zu geben.

vor dem treffen der schreibgruppe werden die teilnehmerInnen aufgefordert, all ihre übrig gebliebenen ideen, die sie auch anderen zur verfügung stellen wollen, mitzubringen. als einstieg werden alle aufgefordert den sitznachbarInnen links von ihnen, eine schreibanregung zu überreichen, die sie extra für sie ausgewählt haben. wie die anregung (eben eine begebenheit oder eine schreibidee) dann umgesetzt wird, bleibt den teilnehmerInnen überlassen. sind die texte fertiggestellt, werden sie in der schreibgruppe vorgetragen. beim feedback dürfen die ideenlieferantInnen eine rückmeldung geben, ob sie sich die umsetzung ihrer anregung so vorgestellt haben.

in der zweiten runde werden alle (oder zumindest ein großteil) der mitgebrachten ideen und anregungen auf dem flipchart gesammelt und allen zur verfügung gestellt. alle schreibgruppenteilnehmerInnen können sich die anregung auswählen, die ihnen am besten gefällt, und verfassen dazu eine geschichte. die fallobst-geschichten werden anschließend, nach einer längeren bearbeitungzeit vorgetragen und es findet eine feedbackrunde statt.

am schluss des schreibgruppentreffens sollte überlegt werden, ob man die schreibanregungen aller teilnehmerInnen nicht in einer liste sammelt, notiert, und beim nächsten treffen verteilt. so haben alle einen großen pool an schreibideen, den sie für sich nutzen können, wenn sie lust dazu haben. es kann natürlich auch sein, dass sich ihre fallobst-menge danach einfach nur erhöht hat. aber, man kann ja immer darauf zurückgreifen, wenn einem mal nichts einfällt, worüber man schreiben könnte.

nabelschau (34)

WARUM BRÜLLT IHR MICH EIGENTLICH IMMER AN??!! ist ihnen das auch aufgefallen: wenn im fernsehen werbeeinblendungen kommen, wird der ton automatisch lauter. die werbung wird lauter gesendet als die vorherigen und danach folgenden beiträge. schon dies hat wohl den sinn, dass man die botschaft auch noch auf dem klo vernimmt. aber nicht genug damit, in letzter zeit häufen sich die werbespots, die von den sprecherInnen nur noch gebrüllt werden. das lässt viele rückschlüsse zu:

  • die anbieter des produkts sind so verzweifelt, dass sie nur noch marktschreierisch ihre ware loswerden.
  • kundenbefragungen haben ergeben, dass der masochismus auf dem vormarsch ist und in anlehnung an die erotikwerbung „ruf an!“ und peitschenknallen, wird einem das produkt um die ohren gehauen, damit man unterwürfig kauft.
  • die hauptkundengruppe besteht aus techno-fans, die alle inzwischen schwerhörig sind und eine laute form der kommunikation bevorzugen.
  • irgendwer hat den begriff „guerilla marketing“ falsch verstanden, und meint, mit einer knarre am kopf ist der kunde besser zu überzeugen.
  • die produktbeschreibung ist kaum mehr steigerungsfähig. nach „mega“, „turbo“, „ultra“ und dergleichen mehr, fehlen einem die worte. nur die lautstärke setzt noch eins drauf.
  • alle produzentInnen von werbespots kommen aus hamburg und ihre agentur befindet sich in der nähe des fischmarkts. beim brainstorming für neue spots beeinflusst das soziale umfeld.

mir jedenfalls geht euer gebrüll auf den keks. ein grund euer produkt nicht zu kaufen. mir werden keine vorzüge mehr angeboten, mir wird nichts mehr mit humorvollem augenzwinkern nahegelegt, ich werde nur noch genötigt. dauerlichthupen lösen beim angehupten autofahrer eine trotzreaktion aus, jetzt extra langsam zu fahren. abseits der ausufernden werbezeit noch ein grund, schnell das programm zu wechseln.