biografisches schreiben und motivation

was kann einen dazu animieren, die eigene biografie aufzuschreiben?

  • man erinnert sich an viele dinge und möchte sie schriftlich abbilden.
  • man erinnert sich an viele dinge und möchte sie nicht vergessen.
  • man erinnert sich an viele dinge und möchte sie anderen menschen zur verfügung stellen.
  • man hat das gefühl, anderen etwas mitteilen zu können, das von interesse ist.
  • man möchte etwas von sich in der welt hinterlassen.
  • man möchte sich nahestehenden menschen erklären und vorstellen.
  • man schreibt gern und nutzt die eigene geschichte dazu, um seinen interessen nachzugehen.
  • man hält zeitzeugenberichte für jüngere generationen für wichtig.
  • man möchte sich seiner selbst vergewissern.
  • man sucht nach erklärungen für sein heutiges verhalten und vermutet ursachen in der vergangenheit.

all diese erklärungen und noch ein paar mehr können dazu anregen, sich hinzusetzen, den stift zu hand zu nehmen und die eigene lebensgeschichte aufzuschreiben. subjektive bedürfnisse stellen die motivation für das biografische schreiben dar. es fällt schwer, seine lebensgeschichte zu notieren, wenn man dazu aufgefordert wird aber kein großes interesse daran hat. in diesen momenten bekommt die biografie schnell den charakter eines lebenslaufs für bewerbungsmappen.

eine schöner effekt beim biografischen schreiben besteht darin, dass man beim schreiben immer mehr erinnerungen entdeckt, dass man durch das schreiben neue motivierende faktoren für das weiterschreiben findet. hat man einmal angefangen, sein leben aufzuschlüsseln, entfaltet sich dies langsam wie eine aufgehende blüte vor einem. nun kann man entscheiden, was man davon notieren möchte und was nur eine schöne erinnerung für einen selber bleiben soll.

im gegensatz zu anderen schreibprozessen liegt die motivation beim biografischen schreiben zum größten teil bei einem selber. hat man einmal den entschluss gefasst, kann man sich, wenn man möchte, unterstützung suchen, entweder in schreibgruppen oder bei menschen, die einem die biografien aufschreiben. viele menschen sagen, sie hätten nichts besonderes zu erzählen, ihr leben sei zu langweilig, um es aufzuschreiben. doch kaum machen sie erste versuchen, stellen sie fest, dass auch ihr leben sehr vielfältig und aufregend war. ich habe es nie erlebt, dass menschen nichts zu erzählen hätten.

genauso wenig ist die motivation biografisch zu schreiben, von einer zunehmenden selbsterkenntnis zu trennen. das löst meist einen zusätzlichen motivationsschub aus. man erkennt, wie man sich selber beim schreiben noch ein stückchen annähert. natürlich können auch schmerzhafte erfahrungen gemacht werden, doch sie einmal aus einer distanz zu betrachten, ist auch eine zusätzliche form der verarbeitung. für menschen ist es ein angenehmes gefühl, erklärungen und erkenntnisse über sich im weltzusammenhang zu finden. nur wenn man sich ausschließlich auf die versäumnisse konzentriert, kann die motivation die lebensgeschichte aufzuschreiben, verloren gehen. denn dann führt man sich ausschließlich vor augen, was einem im leben fehlt.

wer neugierig auf sich selbst ist und lust am schreiben hat, der sollte nicht auf die chancen des biografischen schreibens verzichten. es musst nicht gleich das gesamte leben sein, das man notiert. auch kurze episoden können die wichtigsten aspekte des eigenen lebens beleuchten. na dann, andere sind schon auf ihr leben neugierig. sie auch?

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