biografisches schreiben und körper

wir stecken alle in einem körper fest, an dem wir gern rummäkeln, der an manchen stellen besser gestaltet sein könnte und doch funktioniert er phänomenal. irgendwie hat er etwas an sich wie die heutige autos. ist ein bereich nur einen hauch defekt, kann es sein, dass gleich das ganze system gestört ist und ein größerer eingriff notwendig wird. alles in unserem körper ist so aufeinander eingespielt, besser hätten es wir menschen nicht entwerfen können.

schreibt man seine lebensgeschichte auf, schreibt eigentlich unser körper die lebensgeschichte auf. unser gehirn erinnert sich, wir nehmen wahr, wir fassen es in worte, wir notieren es mit unseren gliedmaßen und kontrollieren mit unseren augen. stift und papier sind nur verlängerungen unseres körpers, wie beinahe alle werkzeuge. darum ist es einen blick wert, unseren körper selber einmal in das biografische schreiben einfließen zu lassen. welches verhältnis haben wir zu unserem körper? wie ist dieses verhältnis entstanden?

und wenn wir zurückblicken auf unser leben, dann blicken wir auch auf das funktionieren unseres körpers. wann hat er mal nicht funktioniert, wann sind wir krank geworden? wann hat er besonders angenehm funktioniert und wir hatten befriedigenden sex? was passierte in diesen momenten, was ging uns durch den kopf? und wie haben wir andere körper erlebt? können wir eigentlich unseren körper schätzen oder haben wir ihm immer wieder dinge angetan, die ihm nicht gut tun? und vor allen dingen, warum machten wir das?

es gibt so viele aspekte unseres körpers, die immer wieder unsere lebensgeschichte beeinflusst haben. zu oft versucht das gehirn, den körper als werkzeug zu nutzen, dabei ist er so viel mehr. vor allen dingen unsere sinne sind eigentlich erst die grundlage des gehirns, das deren reaktionen einordnet und auf der wahrnehmung basierend handlungen vornimmt. ja, wir sind abhängig von unserem körper und können ihn nicht einfach leugnen. unser körper wird sich im laufe unseres lebens immer wieder in unser gedächtnis rufen.

und dann die angst, der körper könnte einmal vollständig seinen dienst versagen, wir könnten sterben. wie wird sich das anfühlen? es gibt viele verschiedene berichte vom tod. ein buch beschreibt sehr genau, dass jeder tod ein mangel an sauerstoff ist, also ein ersticken. und doch beschreiben viele andere todesmomente als ruhig und angenehm. die angst vor dem vollständigen körperversagen motiviert uns zu vielen leistungen. auch da können wir beim biografischen schreiben hinschauen.

und vielleicht gewinnen wir während des schreibens über unseren körper noch etwas wertschätzung für unser „ich“ hinzu. aber nur dann, wenn unser körperliches gehirn es zulässt. oder wir überlegen uns, warum unser gehirn, also unser körper dies nicht zulässt. eine seltsame schleife, in der wir da festhängen. aber der blick darauf kann viele erkenntnisse befördern.

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