schreibberatung und freizeit

schreibkrisen fressen zeit, vor allen dingen freizeit. denn die schreibkrise verlängert den arbeitsprozess. die ausweichhandlungen führen zwar zu einer ordentlichen wohnung, zu gewaschener wäsche und zum auffüllen der speisevorräte, aber eben nicht dazu, zwischendurch zu entspannen. das unangenehme an schreibblockaden sind die ständigen gedanken im hinterkopf.

man weiß, man sollte etwas tun, man sollte eine abschlussarbeit, eine semesterarbeit oder einen bericht schreiben, doch man schiebt es auf. aber der gedanke daran, dass etwas zu tun ist, verschwindet nicht so einfach. wenn man sich zwischendurch vergnügungen hingibt folgt mit großer wahrscheinlichkeit kurz darauf das schlechte gewissen, dass man wieder mal nicht das getan hat, was man tun sollte. und schlechtes gewissen ist per se unangenehm, ja es stresst.

die schreibberatung kann in diesem zusammenhang eine andere zeitrechnung offerieren. erst einmal benötigt es für den einstieg in den schreibfluss nicht viel zeit. das bedeutet, dass man etwas getan hat, das schlechte gewissen also reduziert werden kann, und doch nicht viel zeit verbrauchte, also freizeit übrig bleibt. wenn die freizeit in ruhe genossen werden kann, dann ist die chance, sich entspannter an die schreibaufgabe zu setzen, recht hoch.

natürlich kommt irgendwann die phase, wenn recht viel geschrieben werden muss. und sicherlich bleibt dann nicht mehr so viel freizeit übrig. aber auch dafür kann in der schreibberatung eine andere perspektive eröffnet werden. das konzentrierte und intensive schreiben verhindert viele ausweichhandlungen, die viel mehr zeit fressen würden. man kann sich also strategisch verhalten. man kann sich sagen, dass eine intensive schreibzeit zwei positive effekte hat: erstens benötigt man insgesamt weniger zeit und das schlechte gewissen verschwindet. und zweitens stellt sich der positive erfolg, nämlich der geschaffte abschluss oder die abgegebene arbeit, ein. es gibt also eine belohnung für die anstrengung.

natürlich kann man auch für sich entscheiden, bestimmte aufgaben nicht auszuführen, studiengänge abzubrechen oder abgabefristen zu verlängern. doch mit sehr großer wahrscheinlichkeit fühlt sich das nicht gut an. auch dieses gefühl ist auszuhalten, jedoch besteht die gefahr, dass einem das schlechte gewissen auch noch die freizeit versemmelt. die entscheidung kann jeder ratsuchende nur für sich selber treffen. auch das konzentrierte schreiben ist eine ausweichhandlung, den anforderungen von außen (die manchmal nicht nachvollziehbar scheinen) möglichst schnell auszuweichen.

zu all diesen aspekten gehört leider auch, dass das aufsuchen der schreibberatung ebenso der freizeit ein stück abknapst. doch auch dazu lässt sich bemerken, dass langfristig betrachtet freizeit „gespart“ werden kann. denn zu oft stehlen wir uns selber die zeit. das soll nicht bedeuten, dass man sich einfach zusammenreissen müsse und schon wird alles gut. es gibt ebenso gute gründe, warum einem das schreiben so schwer fällt. doch wenn ich um die gründe weiß, verlieren sie häufig ihre macht.

und manche objektiven hürden lassen sich strategisch leichter bewältigen, wie wenn man sie zu seinem lebensinhalt macht. wenn ich weiß, dass ich mich strategisch verhalte, kann ich mich nach der absolvierten aufgabe auch leicht wieder von ihr verabschieden. ganz persönlich habe ich aber einen benefit davon: ich habe mehr möglichkeiten für zukünftige handlungen (zum beispiel durch einen abschluss oder eine erledigte aufgabe).

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