schreibpädagogik und freizeit

der besuch einer schreibgruppe oder anderer veranstaltungen, bei denen schreibende aufeinandertreffen, wird von vielen unter der rubrik „hobby“ oder „luxus“ eingeordnet. doch dies ist eigentlich nur eine möglichkeit, wie man schreibpädagogische angebote betrachten kann. denn ob nun in der schule, in der volkshochschule, an der universität oder in jugendfreizeiteinrichtungen, das angebot von schreibgruppen soll vor allen dingen erst einmal die kompetenzen der teilnehmerInnen erweitern.

es geht nicht darum, fehlerfrei schreiben zu können. es geht darum, das schreiben nicht als bedrohung zu verstehen, sondern als zusätzliche ausdrucks- und kommunikationsmöglichkeit, die wir menschen für uns nutzen können. trotzdem ist die etablierung schreibpädagogischer angebote weiterhin schwierig. es zeigt sich, dass dinge, die spaß machen, schnell in der schublade „freizeitvergnügen“ landen. und zu entdecken, dass kreatives oder auch biografisches schreiben den nebeneffekt des wohlfühlens produziert, müsste eigentlich zu einer aufwertung der schreibpädagogik führen.

doch in diesem moment kommt eine asketische grundhaltung in bezug auf das lernen ins spiel: lernen lässt sich nur mit anstrengung, unter verzicht und mit hoher leistung. anderes lernen wird in die nicht-wissenschaftliche vergnügungsecke gerückt. und darum gehören schreibpädagogische angebote in den augen vieler in die freizeitecke und nicht in die fort- und weiterbildungsecke.

doch ich will nicht zu streng sein. natürlich kann der besuch von schreibgruppen auch einen freizeitcharakter haben. das besuchen der biografischen schreibgruppe ist dann für mich ein moment, in dem ich mir etwas gutes tue, wie wenn ich eine theateraufführung besuche oder ins kino gehe. das schöne an den schreibpädagogischen angeboten bleibt, dass ich auch noch mit einem selbstgeschaffenen produkt nach hause gehe.

und um es noch einmal auf das klischee runter zu brechen, wenn ich im töpferkurs bin, dann kann ich eine vase töpfern, die ich später in mein büro stelle und es damit verschönere. wenn ich in einen schreibkurs gehe, dann kann ich später in meinem job eine ganz andere sprache wählen und verschönere nicht nur meine tätigkeit, sondern bringe sie voran, bin zu noch qualifizierterem arbeiten fähig. darum verwundert es nicht, dass trotz aller abwertungen, die schreibpädagogik langsam ihren platz im professionellen kontext erobert. warum nicht in einem poetischen vergnügungspark auch noch etwas für den eigenen job mitnehmen 😉

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