Tagesarchiv: 5. März 2011

schreibberatung und ziele

auf den ersten blick scheint es einfach, welche ziele eine schreibberatung erreichen sollte: die schreibkrise oder schreibblockade überwinden. doch bei genauerer betrachtung kristallisiert sich heraus, wie unterschiedlich die ziele der einzelnen ratsuchenden ausfallen können. denn das schreiben ist oft nur ein ausdruck anderer schwierigkeiten und krisen. die schreibberatung wird schnell zu einer beratung subjektiver befindlichkeiten und lebenssituationen.

bei der gemeinsamen analyse der schreibsituation durch die beraterInnen und die ratsuchenden zeigt sich zum einen, dass jede beratung verschieden ist von einer anderen (verallgemeinerungen sich also schwer vornehmen lassen) und zum anderen, dass auch bei der suche nach handlungsmöglichkeiten zur erreichung zukünftiger ziele, die persönliche lebenssituation eine herausragende rolle spielt. man muss in der schreibberatung die welt nicht neu erfinden, da viele beratungskonzepte und -theorien ebenso anwendbar sind, wie in anderen lebenszusammenhängen.

aber schreibberaterInnen sollten wissen um die zusammenhängen zwischen dem schreiben und der gesamten lebenssituation haben. so weist ein hoher anspruch an das eigene schreiben, der zur schreibkrise führt, oft auf eine erlernte leistungshaltung hin, die zur selbstüberforderung führen kann. darin steckt auch nicht selten das in frage stellen des eigenen selbstwertes. doch auch dies lässt sich nicht einfach verallgemeinern. Weiterlesen

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„checker dichten!“ von sabine samonig – ein buchtipp

sie sind lehrerIn, sie sind jugendsozialarbeiterIn oder streetworkerIn und suchen nach anderen wegen, jugendliche für die sprache, das schreiben oder etwas kreatives zu begeistern? dann lohnt sich ein blick in das buch von sabine samonig„checker dichten!“- poetry slam mit jugendlichen„. aus einer forschungsarbeit ist ein buch geworden, das einen menge tipps und möglichkeiten aufzeigt, wie man poetry slam als ausdruckstechnik jugendlichen anbieten kann.

man bekommt als nicht so kundiger in der poetry-slam-szene einen überblick über die geschichte des slammens, erhält einen einblick in praktische versuche, poetry slam mit jugendlichen durchzuführen und findet ein reichhaltiges konzept zur durchführung eines poetry-slam-workshops vor. vor allen dingen mit dem mehrteiligen workshop-konzept, das von sabine samonig vorgeschlagen wird, erhält man eine wunderbare vorlage zur entwicklung eines eigenen konzepts. man muss den vorschlag nicht eins zu eins übernehmen (kann man aber 😉 ), sondern kann noch persönliche abänderungen vornehmen, um eigene ideen einzufügen.

doch die grundlage wirkt sehr durchdacht und stimmig, bei dem versuch, jugendliche an das schreiben (kreativ und biografisch) und vortragen heranzuführen. das konzept hebt den kreativ-spielerischen aspekt abseits der schulischen und leistungsorientierten textbearbeitung hervor. und es bietet für alle, die mit jugendlichen den versuch eines poetry slams unternehmen wollen, gleich noch die fachlichen begründungen an. denn unser bildungssystem verlangt gerade bei außergewöhnlicheren methoden eine dezidierte begründung.

doch abseits der ganzen fachlichen aspekte, weckt das buch vor allen dingen interesse an den vielfältigen, lustvollen umgangsweisen mit sprache und text beim poetry slam. und es macht lust darauf, diverse veranstaltungen zu besuchen. das buch ist 2010 im rabenstück verlag in berlin erschienen. ISBN 978-3-935607-37-7