schreibpädagogik und ziele

welche ziele hat die schreibpädagogik? darauf gibt es keine klare antwort, aber schön dass das wort „ziel“ schon im plural da steht. denn da die schreibpädagogik kein klar umrissenes teilgebiet der pädagogik ist, sondern sich nur aus den wörtern „schreiben“ und „pädagogik“ zusammensetzt, bietet die unklarheit viel spielraum. man kann unter schreibpädagogik peer-education zwischen schreiben-wollenden und schon länger schreibenden verstehen, man kann darunter die anleitung von schreibgruppen verstehen, aber manche verstehen darunter auch, das „richtig“ schreiben lernen.

darum unterscheiden sich die ziele bei allen „schreibpädagogInnen“ auch gehörig. die einen wollen die kreative ader durch das schreiben bei anderen wecken. andere wollen eine schreibentwicklung durch stetiges feedback fördern. wieder andere legen großen wert auf den richtigen schreibstil, auf eine klare und ausdrucksstarke sprache und lehren diese schreibformen. gemeinsames ziel aller pädagogischen maßnahmen ist eine veränderung des schreibprozesses. gemein ist ihnen auch noch, dass das schreiben in der folge leichter fallen soll, keine große hürde mehr darstellt und der ausdruck sich verändert, letztendlich sich verbessert.

auch allen vorstellungen gemein ist die annahme, dass autoritäre oder streng strukturierte lehrmethoden, kaum einen positiven effekt auf das schreiben haben können. die entdeckung des spaßes am schreiben steht im vordergrund. denn etwas erfolgreich formuliert zu haben, ein selbstgeschriebenes ergebnis in händen zu halten, andere mit dem geschriebenen zu unterhalten oder zu informieren, all dies sind schon förderer des spaßes. und wenn das verfassen solcher texten und geschichten auch noch leichter fällt als bisher angenommen, dann hat die schreibpädagogik ihren zweck erfüllt.

ein kleiner nebeneffekt kann zudem auftreten: menschen an das schreiben heranzuführen, die bisher kaum oder nie für sich selber geschrieben haben. menschen, die meist für andere, für ihren job oder für prüfungen texte verfassen, können auch dabei mit hilfe der schreibpädagogik entdecken, dass es ganz persönliche anteile in dem eigenen schreibprozess gibt. und dass diese anteile sehr spannend sind, mitteilenswert erscheinen und von anderen genossen werden. womit ich wieder beim spaß wäre. es macht spaß anderen texte zu schreiben, die diese schön finden und mit denen sie etwas anfangen können. na gut, nicht jeder text hat diese wirkung, aber ein ziel der schreibpädagogik ist es, dass immer mehr texte wirkung zeigen.

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