schreibidee (234)

federleicht und weich umfängt einen manchmal das leben. da gibt es keine eckigen und kantigen reaktionen, keine schwierigkeiten und probleme. die dinge nehmen ihren lauf, wie von allein, man fühlt sich gut gebettet und umhüllt. auf dauer mag dann zwar das gefühl aufkommen, weichspüler geschluckt zu haben und man wünscht sich wieder das knallharte leben mit seinen aufregungen, aber zwischendurch lässt weichheit durchatmen. darum eine schreibidee für „weiche geschichten„.

zum beginn soll ein kleines, kurzes märchen geschrieben werden: „die geschichte vom weichei“. in dieser geschichte ist weichei kein negativer begriff. es geht darum, das märchen konträr zum schimpfwort zu gestalten, denn es ist ja ein märchen. zur einstimmung werden die kurzen märchen vorgetragen. es gibt kein feedback.

im anschluss werden „weichspüler“geschichten verfasst. dazu gibt es einen vorschreib-gang. die schreibgruppenteilnehmerInnen bemühen sich, eine weiche geschichte zu schreiben. diese soll sich klar von kitsch oder den hier vor einer weile vorgeschlagenen „süssen stories“ unterscheiden. es geht darum wenig dramatik, wenig spannung oder konflikte in die geschichte zu packen und trotzdem eine handlung zu produzieren. die teilnehmerInnen verfassen möglichst geschichten oder texte, die trotzdem berühren. diese geschichten werden nicht vorgelesen, sondern auch hier werden die texte weitergegeben.

denn heutzutage kommt weichspüler nicht mehr allein daher, er enthält viele zusätze, meist duftstoffe. am flipchart wird gesammelt, welche zusätze der weichspüler haben kann (hier darf man von den üblichen verkaufsangeboten ab“weichen“ und eigene zusätze erfinden). anschließend wählen die schreibenden einen zusatz für sich aus der liste aus. mit diesem zusatz versehen sie die weiche geschichte. sie können sie umstellen, umschreiben oder etwas hinzusetzen. anschließend lesen sie die weichspülergeschichte mit ihrem zusatz vor. es gibt eine feedback-runde.

zum abschluss wird ein von der schreibgruppenleitung im vorfeld ausgewähltes „hartes“ gedicht neu verfasst. es wird aufgeweicht oder soll herzerweichend werden. dabei soll das gedicht nicht umgestellt oder erweitert werden, es soll vollständig neu geschrieben werden, nur mit einer weicheren grundmelodie. die so entstandenen gedichte werden vorgetragen und in kurzer feedback-runde wird über den weichheits-faktor des jeweiligen gedichts abgestimmt.

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