Tagesarchiv: 25. März 2011

schreibidee (241)

lange an dieser stelle vernachlässigt, aber eigentlich den blätterwald zum rauschen bringend, soll sich endlich der eigentlichen kraft in demokratien zugewendet werden: dem journalismus. es wird zeit, auch im rahmen der schreibideen und des kreativen schreibens, „journalistische texte“ zu verfassen.

begonnen wird mit einem sehr bekannten märchen, das wahrscheinlich alle teilnehmerInnen kennen. man kann als schreibgruppenleitung verschiedene märchen mitbringen und fragen, wer welches märchen kennt. ist eines gefunden, das möglichst alle kennen, wird es noch einmal kurz vorgelesen. dann sind drei zeitungsmeldungen zu verfassen, die den inhalt des märchens aufgreifen. erst der text einer boulevardzeitung, dann der text einer überregionalen tageszeitung und zum abschluss einen journalistischen text des käseblättchens aus kleinpöseldorf. die texte werden nicht vorgetragen.

vor dem schreibgruppentreffen wurden die teilnehmerInnen aufgefordert, ihr momentanes lieblingsbuch mitzubringen. nun sind sie aufgefordert, drei längere zeitungsartikel zu verfassen, die einen teil des inhalts ihres lieblingsbuches aufgreifen. also zum beispiel ereignisse aus „harry potter“ als reportage, als glosse oder als kommentar. auf alle fälle sollten journalistische texte den teilweisen inhalt des buchs wiedergeben. (es muss nicht der gesamte inhalt bearbeitet werden. es sollte nicht der identische inhalt dreimal aufgegriffen werden.) anschließend werden die journalistischen texte vorgetragen und in der feedbackrunde besprochen.

zum schluss werden von der gruppenleitung zehn zeitungsartikelüberschriften ausgeteilt. die schreibgruppenteilnehmerInnen wählen sich jeweils einen titel aus und verfassen dazu eine kurze reportage. die überschriften sollten so gewählt sein, dass sie nicht gleich rückschlüsse auf den inhalt zulassen. später werden die kurzen reportagen vorgetragen und es wird vorgestellt, wovon die eigentlichen meldungen handelten.

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schreibidee (240)

haben sie schon einmal gepredigt? nein? aber sie haben schon einmal eine predigt gehört. da gibt es diesen schwingenden tonfall zwischen mahnung und versöhnung, der jeder predigt anteilig ist. er ist ehrwürdig, irgendwie heilig. nun haben sie die chance, eigene „sakrale texte“ zu verfassen, wie es diese schreibanregung vorschlägt.

fangen wir mit der gewöhnlichen variante der predigt an: der gardinenpredigt. die schreibgruppenteilnehmerInnen werden aufgeforder, fünf personen zu notieren, denen sie gern eine gardinenpredigt halten würden. sie wählen eine person aus und schreiben fünf minuten ein fokussiertes freewriting zu zwei begriffen: den namen der ausgewählten person und der gardinenpredigt. nach dem freewriting wird sofort zur eigentlichen predigt übergegangen. diese gardinenpredigt wird formuliert (maximal eine seite) und anschließend in der gruppe vorgetragen (namen und personen können natürlich anonymisiert werden).

anschließend wird der tonfall geändert. was wollte man der menschheit schon immer mitteilen, traute sich aber bisher nicht. das kann nun ausformuliert werden. einstieg sollte ein zitat oder ein motto sein. natürlich können stellen aus der bibel gewählt werden, es dürfen aber auch gern andere zitate verwendet werden. das zitat ist nur der aufhänger für die eigenen ausführungen. wichtig ist, dass der tonfall einer predigt dabei gewählt wird, ein sakraler, gewichtiger ton. die schreibgruppenteilnehmerInnen dürfen während des schreiben des textes auch gern das geschriebene laut vor sich her sprechen, damit sie ein gefühl für die sprache bekommen. sie können sich ja eine gemeinde vorstellen, vor der sie stehen. um die anderen schreiben nicht zu stören, sollten mehrere räume zur verfügung stehen. anschließend werden die predigten von einer improvisierten kanzel gehalten. in der feedbackrunde wird auch der sakrale gehalt analysiert.

und zum abschluss wendet man sich in der schreibgruppe den sakralen gesängen zu. dazu werden zwei oder drei kirchenlieder ausgeteilt. am besten wird auch noch eine hörprobe dieser lieder vorgespielt. die teilnehmerInnen werden nun aufgefordert, zur melodie passend, nur die texte der lieder zu verändern. dabei dürfen auch absurde kombinationen entstehen, der text also dem sakralen hintergrund widersprechen. aber die sprachmelodie und der rhythmus müssen stimmen. anschließend muss nicht vorgesungen werden, vorlesen genügt auch 😉