kreatives schreiben und gier

auch das kreative schreiben kann dazu verführen, immer mehr davon haben zu wollen. das mag jetzt ein wenig kitschig klingen, doch das gefühl, der eigenen fantasie freien lauf zu lassen, etwas selber geschaffen zu haben, ist ein sehr angenehmes. auch wenn mancher versuch größere anstrengungen benötigt und zwischendurch der einstieg ins schreiben schwer fällt, die erfolgserlebnisse machen es für viele wieder wett.

und wenn etwas so gut gefällt, dann möchte man manchmal nicht wieder aufhören. so kann man in die schleife geraten, eine schreibübung nach der anderen zu machen, sich nur noch mit dem kreativen schreiben zu beschäftigen. das kann sich in zwei richtungen bewegen. zum einen kann im laufe der zeit ein beruf daraus werden, man wendet sich der schriftstellerei zu. viele schriftstellerInnen beschreiben ja, da sie sich etwas anderes als schreiben überhaupt nicht vorstellen können. zum anderen kann aber auch das versinken im kreativen schreiben die weltflucht verstärken. ich bewege mich nur noch in meinen geschichten, ziehe mich von allem anderen zurück und fülle meine zeit vollständig mit fantasiegeschichten aus. beide wege sind denkbar aber nicht alltäglich.

kreatives schreiben bietet eine zusätzliche möglichkeit, einen umgang mit der gier zu finden. in einer recht gierigen welt, kann das kreative schreiben der gegenpol sein. in zeiten, wo es vor allen dingen um leistung, erfolg und beständige steigerung des output geht, bietet das kreative schreiben beinahe eine ruhige phase. denn es setzt ein stoppzeichen gegenüber den ganzen schnellen und leistungsorientierten freizeitbeschäftigungen. natürlich kann man auch mal schnell zwischendurch schreiben, aber sich einem text zu widmen benötigt normalerweise zeit und ruhe. so kann der eigentliche schreibprozess den gierigen alltäglichkeiten und anmutungen etwas entgegensetzen.

und zu guter letzt lässt sich natürlich über die gier schreiben, sie beschreiben oder gegen sie anschreiben. vielleicht fühlt man sich von vielen gierigen erwartungen unter druck gesetzt, oder empfindet sich selber als gierig. dann gibt das kreative schreiben die möglichkeit, dies in geschichten und stories zu fassen. die künstlerische freiheit lässt die übersteigerte variante der gier zu, die man sich versagt. und so wird das kreative schreiben eventuell zur entlastung oder man setzt der negativen wertung der „gier“ eine positive sicht entgegen, gier als lustvoller antrieb für extreme erfahrungen.

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