kreatives schreiben und liebe (2)

seltsam, dass ich bis heute nicht zu diesem thema geschrieben habe, sind doch die beziehungsgeflechte grundlage vieler geschichten und texte. wahrscheinlich liegt es daran, dass die liebe meist eine sehr persönliche vorstellung ist, die schwer verallgemeinert werden kann. klar, es gibt sie, die schnulzen und romantischen schmachtfetzen, die meist wenig mit der realität vieler menschen zu tun haben, denn sie bieten oft ein happy-end. hier wird eine verheissung transportiert, die eher zur satire neigt, denn ein abbild des lebens ist.

und doch kann sich das kreative schreiben natürlich der liebe annähern. man nehme nur die riesige auswahl an kosewörtern, die grundlagen unzähliger geschichten oder gedichte sein können. ein wenig langweilig für kreatives sind die heutigen formen des kennenlernens durch internet und speed-dating geworden. verklemmtere gesellschaften bieten hier für das schreiben viel mehr spielraum. wo strenge regeln des zusammenseins gelten, werden fantasievolle wege gesucht, den spontanen gefühlen und zuneigungen ausdruck zu verleihen. auch darüber könnten unzählige geschichten verfasst werden.

und seitdem es paarberatungsstellen oder beziehungscoaching gibt, wurde auch das mysterium des dauerhaften zusammenlebens analysiert, katalogisiert und seziert. texte von der „großen liebe“, dem ewigen versprechen und der liebe auf den ersten blick wirken in diesen momenten meist kitschig und altbacken. aber das macht eigentlich nichts. seltsamerweise binden solche geschichten selbst den hatgesottendsten coolen. es gibt da beim menschen anscheinend ein gefühlsregister, das er nie so richtig im griff haben kann, wenn er auch noch so sehr versucht, kontrolle darüber zu erlangen. auch dies kann vom kreativen schreiben aufgegriffen werden.

und dann die verzweiflungen in der liebe. die eifersucht, von der wir alle gelernt haben, dass es sich nur um besitzdenken handelt, das sich nicht ziemt. doch sich der eifersucht erwehren scheint leichter gesagt als getan. viele streitereien und körperliche auseinandersetzungen basieren auf eifersucht, einer kraft, die manchen nicht beherrschbar scheint. überhaupt bringt die liebe menschen dazu, dinge zu tun, die sie sich nie zutrauten, sowohl im negativen als auch im positiven. auch hier scheint der plot für eine geschichte schnell gefunden. in der liebe ist sich kaum jemand zu schade, sich lächerlich zu machen. nicht ohne grund ähneln verhaltensweisen verliebter dem verhalten von menschen in psychosen. dieser stoff, den das leben schreibt, lohnt einen ausführlichen blick.

daneben kann die liebe gut der zweite erzählstrang in einer geschichte sein. die liebe ist ein wenig das salz und der pfeffer vieler kurzgeschichten und romane. also einfach zur würze greifen, keine scheu davor, liebe lebt von der übersteigerung. und die übersteigerung gibt vielem kreativ geschriebenen den letzten pfiff.

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