schreibidee (254)

wie das vorherige post aufzeigt, bietet das kreative schreiben manchmal ein klares bild von schuld und verantwortung. in der realität sieht dies anders aus. die schreibanregung wendet sich eher der realität zu, ohne dabei den kreativen spielraum zu verlassen. es soll ein persönliches „schuldbekenntnis“ verfasst werden. da dies ein schwieriges feld ist, wenn es biografisch wird, werden dieses mal kaum texte in der schreibgruppe vorgetragen.

aber der einstieg ist erst einmal ein distanzierter. wer sind die heutigen bösen auf der welt? wer hat schuld an negativen entwicklungen für die menschheit und die gesellschaft. die schreibgruppenteilnehmerInnen sind aufgefordert, den blickwinkel zu vereinfachen und schuldzuweisungen zu verfassen. alle teilnehmerInnen formulieren drei schuldzuweisungen von je einer seite. wie diese verfasst werden bleibt den schreibenden überlassen. anschließend werden die texte vorgetragen.

anschließend wird es persönlicher. wem in seinem persönlichen umfeld gibt man die schuld an negativen entwicklungen. als erstes ist eine liste von fünf personen zu erstellen. dann wählt man eine person aus, der man schon immer mal mitteilen wollte, wie fürchterlich man ihr verhalten fand. man verfasst eine maximal zwei seiten lange schuldzuweisung. dieser text wird nicht vorgetragen.

nun geht es um einen selber. für welche unangenehme sache gibt man sich selber die schuld? hier kann eine liste mit drei ereignissen oder situationen von den schreibgruppenteilnehmerInnen verfasst werden. auch aus dieser liste greift man sich ein ereignis heraus und beschreibt es in einem längeren text. am ende des textes soll ein schuldbekenntnis stehen. es soll keine entschuldigung werden. entschuldigungstexte waren hier schon einmal eine schreibidee. es wird nur eine benennung der tatsachen. der text wird nicht vorgetragen.

zum abschluss wird eine geschichte geschrieben, wie sich die situation entwickelt hätte, wenn man sich anders verhalten hätte. was wäre dabei herausgekommen. es kann natürlich sein, dass sich alles noch viel schlimmer entwickelt, als es in der realität war. es kann aber auch sein, dass es ein positive wendung zu einem happy end gibt. bei dieser schreibanregung darf ruhig in die kreative kiste gegriffen werden und die welt „schön“geschrieben werden. vielleicht kann man sich so zum abschluss mit der eigenen schuld versöhnen.

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