Tagesarchiv: 17. Mai 2011

web 2.59 – lesestoff

das netz besteht nicht nur aus hilfreichen und nutzbaren websiten. inzwischen wandelt sich das netz verstärkt in eine große datenbank an unterhaltendem. viele schauen nicht mehr tv, sondern nur noch netz. auch die tageszeitungen können ein lied davon singen, dass die beschaffung von informationen sich ins web 2.0 verlagert.

warum sollte es da nicht auch literarische oder lesenwerte unterhaltung ins internet schaffen? keine frage, die gab es schon immer ein wenig. doch möchte man abseits der befindlichkeitsprosa, die sich einzig auf den tagesablauf konzentriert, ein wenig stöbern und lesen, dann muss man schon suchen. deshalb seien hier zwei seiten ans herz gelegt, die gute unterhaltung (und mehr) sind.

sophia mandelbaum schreibt meist einmal die woche einen text, eine geschichte, einen gedanken. sie schreibt in einer starken bildhaften sprache und die texte regen immer wieder zum nachdenken an. das mag jetzt schwerfällig klingen, ist aber meist das gegenteil. untermalt werden die texte mit bildern und videos. zu finden ist dies unter dem titel „ze zurrealism itzelf“ bei http://sophiamandelbaum.de/ .

und die beinahe vornamensverwandte, zumindest im netz so genannte sophie paulchen schreibt gedichte, haikus, kurzgeschichten, kleine tagesgedanken, kurz-kurz-geschichten und vieles mehr. sie ist zu finden unter http://www.paulchenbloggt.de/ . schön ist das archiv, das die veröffentlichungen nach ihrer textart sortiert und abrufbar macht. aus den texten strahlt große schreiblust und viel humor. die texte greifen häufig den alltag auf und lassen aus einem neuen blickwinkel erscheinen.

beide webseiten sind lesenwert. sie sind zwei unterschiedliche beispiele für ein unterhaltendes und lesbares internet. viel spaß damit.

schreibberatung und angst

allein der schritt in eine beratung, die einem beim schreiben hilft, mag angst einflössen. da befinden sich manche der ratsuchenden schnell in einer selbstverurteilungsschleife. „alle anderen schaffen es, sich schriftlich zu äußern, nur ich brauche unterstützung und beratung“, kann einer der gedanken sein. er ist so falsch wie angstfördernd. denn schaut man sich um, wird man feststellen, dass viele menschen schwierigkeiten mit dem schreiben haben. man kann dies verschieden handhaben. eine lösung besteht darin, möglichst wenig zu schreiben, eine andere, andere für sich schreiben zu lassen.

in deutschland gibt es immer noch eine hemmung, sich helfen zu lassen, sich in eine beratung zu begeben. irgendwo im hinterkopf vieler schwirrt der gedanke, dass man das doch allein schaffen muss. wer sich als seines glückes schmied versteht, der versteht es als persönliches versagen, wenn da was nicht klappt. und diese haltung wird auch in vielfältiger form gestützt. ich lese gerade ein buch zum wissenschaftlichen schreiben (werde ich demnächst hier noch vorstellen), in dem der autor zu verstehen gibt, dass wissenschaftliches schreiben einfach anstrengend sein muss und wehtun muss, sonst wäre es ja nicht wissenschaftlich.

schreibberatung kann diesen selbstanspruch und diese qual vielleicht einfach in ein lustvolles schreiben verwandeln, das nicht nur aus spiel und spaß besteht, sondern auch „professionelles“ und „berufliches“ schreiben in einen befriedigenden schreibprozess verwandelt. bei der schreibberatung lässt sich die vorstellung von u-schreiben und e-schreiben (wie die seltsame unterscheidung von u-musik und e-musik) aufheben. hauptziel ist es, die angst vor dem schreibprozess, auch wenn es um berufliches geht, zu nehmen.

da angst sehr verschiedene gründe haben kann, ist es notwendig diese gemeinsam in der beratung zu analysieren. Weiterlesen