schreibidee (258)

nachdem ich hier im blog der sinnvollen angst das wort geredet habe, die angst in schutz genommen habe vor den „coolen“ typen, ist es an der zeit einen blick auf die unberechtigte, übertriebene angst zu werfen. eine schreibanregung bietet eine schöne möglichkeit, dieser angst raum zu geben, in „schisserstories„. psychopathologisch ist dies natürlich fragwürdig, aber kreativ schreibend kann es spaß machen.

um dann gleich den „schisser“ ein wenig in schutz zu nehmen, notieren sich die schreibgruppenteilnehmerInnen zu beginn dinge und ereignisse, vor denen sie angst haben, obwohl sie wissen, dass es nicht notwendig und sinnlos ist. gern kann man dazu die so genannten „phobien“ zählen, zum beispiel die angst vor spinnen, schlangen oder auch gelben frotteehandtüchern. diese listen werden kurz in der schreibgruppe vorgestellt und noch um weitere beispiele ergänzt, damit alle teilnehmerInnen eine reichhaltige auswahl an „schisser-grundlagen“ haben.

im nächsten schritt wird ein kleiner, fiktiver lexikoneintrag für zwei der ängste und phobien verfasst. darin enthalten sei eine kurze beschreibung, wie sich die angst äußert, zu welchen reaktionen sie führt und welche strategien oder heilmethoden abhilfe schaffen können. dabei darf die realität aus den augen verloren und der fantasie raum gegeben werden. die lexikoneinträge werden ohne feedback in der schreibgruppe kurz vorgestellt.

und nun wird eine längere story daraus. es ist eine geschichte um die angst zu schreiben. wie verändert sich zum beispiel das leben eines menschen, der angst vor gelben frotteehandtüchern hat? was kann deswegen passieren. welche komplikationen tauchen auf, wenn ich auf einer party bin und auf der toilette hängen ausschließlich gelbe frotteehandtücher? in den „schisserstories“ darf alles aufgefahren werden, was mit irrationalen ängsten zu tun hat. anschließend werden die geschichten in der schreibgruppe vorgetragen und es wird im feedback gesondert die vermittlung der angstzustände reflektiert.

da wir uns mit dem kreativen schreiben auch im märchenland bewegen, kommt irgendwann eine gute fee vorbei und nimmt dem schisser plötzlich seine ängste. zum abschluss wird eine geschichte geschrieben, in der die angst plötzlich verschwunden ist, die alten verhaltensmuster aber noch nicht abgelegt sind. was kann passieren? die geschichten werden in der schreibgruppe ohne feedback vorgetragen.

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