schreibpädagogik und mut

im zusammenhang mit schreibgruppen und deren anleitung gibt es zwei aspekte, die mut erfordern. zum einen ist mut notwendig, an einer gruppe teilzunehmen, zum anderen ebenso mut notwendig, eine (schreib)gruppe anzuleiten und gruppendynamische prozesse zu gestalten.

der mut, an einer gruppe teilzunehmen: ganz gleich was für eine gruppe man besucht, der erste schritt ist für viele der schwerste: HINGEHEN. sich keine gedanken darüber zu machen, wie es werden könnte. im vorfeld kann man das nie bei einer gruppe wissen. wenn man nicht einzelne teilnehmerInnen schon kennt, dann ist es immer eine überraschung, wen man in den gruppen treffen wird. das kann sowohl gut gehen als auch (selten) schlecht laufen.

einfacher ist es, wenn alle neu in der gruppe sind. dann kann man davon ausgehen, dass die anderen teilnehmerInnen genauso aufgeregt sind, wie man selber. geht man aber in eine existierende gruppe, dann kann die angst aufkommen, dass die anderen sich ja schon gut kennen und man selber niemanden. aber auch dies ist normalerweise kein problem, da alle das gefühl kennen, neu in eine gruppe zu kommen. darum gibt es immer wieder einzelne, die einen begrüßen und erste informationen geben. ist die gruppe angeleitet, dürfte dies sowieso kein problem sein.

und dann geht es natürlich um bewertungen. die gedankliche vorwegnahme von bewertungen durch die anderen teilnehmerInnen stellt für viele eine hürde dar. gern wird davon ausgegangen, dass das eigene auftreten kritisiert werden wird und explizit bei schreibgruppen, dass das vorgelesene nicht gut ankommt. hier kommt der mut ins spiel, sich über die eigenen ängste (die häufig unbegründet sind) hinwegzusetzen. mehrmals gute erfahrungen gemacht zu haben, lässt es einem immer leichter fallen, neue gruppen aufzusuchen.

der mut, eine gruppe zu leiten: bei der (schreib)gruppenleitung kann man ebenso im vorfeld nie genau wissen, wer an der gruppe teilnimmt. jede gruppe ist anders, kein ablauf gleicht einem anderen. das kann schnell die unsicherheit auslösen, nicht genug auf ereignisse, die eintreten könnten, vorbereitet zu sein. doch selbst als gruppenleitung darf man sagen, dass man sich in bestimmten bereichen nicht auskennt oder manches nicht erklären kann. wer das erste mal eine gruppe vorbereitet, macht meist zu viel.

im laufe der zeit, bei wiederholten gruppenleitungen, lernt man flexibel zu sein, nicht alles kontrollieren zu können und vor allen dingen nicht alles vorbereiten zu können. es bedarf aber am anfang einer ganzen menge mut, sich überhaupt vor andere menschen zu stellen, ihnen etwas zu erklären oder beizubringen. ja, es ist jedesmal ein kleines wagnis. auf der andern seite wird scheitern bei uns zu negativ bewertet. sollte etwas schief laufen, kann man sich darüber freuen, da man dann weiß, was man das nächste mal besser machen kann.

und nur am rande: gruppen nehmen einem meist viel weniger übel als man vorab vermutet. legt man die schwierigkeiten offen und nimmt man kritik wahr, honorieren dies gruppen mit einer gewissen gelassenheit.

also, keine angst vor gruppen, ob als teilnehmerIn oder als leiterIn, menschen sind meist viel umgänglicher als man glaubt 😉

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