biografisches schreiben und suche

das ganze biografische schreiben ist eine einzige suche. man begibt sich auf die suche nach der eigenen vergangenheit. man möchte es noch einmal wissen, was war, wie es war und warum es so war? dabei versucht man die steine der vergangheit überhaupt zu finden, dann umzudrehen und sich überraschen zu lassen. das ist teilweise sehr unterhaltsam, wenn man sich an dinge erinnert, dinge wieder findet, die man lang vergessen hatte. oder es ist anstrengend, wenn in der eigenen vorstellung die suche nicht sehr effektiv verläuft oder man sich an weniger schönes erinnert.

die suche nach vergangenem, vergessenem kann man ein wenig forcieren. die einfachste möglichkeit ist es natürlich, wenn man so etwas, wie tagebücher geschrieben hat. sich alte tagebücher vorzunehmen und sie noch einmal zu lesen, versetzt einen meistens recht schnell wieder in die gefühls- und erlebniswelten von damals. hier wird man mit großer wahrscheinlichkeit schnell finden, was man suchte.

eine weitere möglichkeit ist es, sich mit menschen aus der vergangenheit zu unterhalten, sie zu befragen. auch wenn diese sich vielleicht nicht mehr an alles erinnern, so können sie einem doch oft bei der suche weiterhelfen. manchmal genügt es auch, sich mit menschen zu unterhalten, die ähnliches erlebt haben. das kann eigene erinnerungen wecken.

oder man schaut in die archive von zeitungen, in bibliotheken oder in filmarchive, um wieder ein bild von der vergangenheit zu bekommen. da erinnert man sich dann plötzlich an ereignisse, die man einmal sehr wichtig fand, die sich aber nicht in den gedanken festsetzten. es hilft als brücke zu den eigenen, ganz persönlichen ergebnissen. vorteil ist dabei, dass unser langzeitgedächtnis meist länger gut funktioniert als das kurzzeitgedächtnis.

oder man nutzt diverse assoziationstechniken, um ehemals erlebtem wieder nahe zu kommen. denn wenn man frei assoziiert, fließen häufig eigene erlebnisse mit ein. auch das cluster oder ein mindmap fördern verschüttetes zu tage. was man allerdings nie wieder erreichen wird: exakt so zu denken und zu empfinden wie damals. man wird die dinge aus der heutigen warte betrachten. es werden auch die nachfolgenden erlebnisse und lernprozesse in die erinnerungen mit einfließen.

doch selten endet die suche nach vergangenem absolut erfolglos. meist findet sich was, und auch das lohnt sich schon. das schöne am suchen, auch in der eigenen lebensgeschichte, ist, dass man neugierig sein darf.

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