Tagesarchiv: 12. Juni 2011

liste (44) – zweifel

wer lust hat, kann sich diese seite ausdrucken und ausfüllen. ich schlage listen vor, die einem vielleicht einen überblick zu verschiedenen themen der eigenen lebensgeschichte geben können. dieses mal geht es um den „zweifel„.

daran kann ich verzweifeln:

diese verhaltensweisen lösen bei mir den größten zweifel aus:

diese menschen sind an mir verzweifelt:

an der verbindung zu diesen menschen zweifel ich:

wie ich am liebsten mit zweifeln umgehe:

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„verführung mit worten“ von karen christine angermayer – ein buchtipp

schreiben kann sexy sein, texte und geschichten können verführen, so die grundhaltung der autorin karen christine angermayer in ihrem buch. sie bietet in „verführung mit worten„, „33 quickies für erfolgreiche texte„. die quickies sind übungen und aufgaben, die an das eigene schreiben heranführen. hauptziel der übungen ist es, ein gefühl dafür zu bekommen, welches schreiben einem selber entspricht. was möchte man wirklich sagen, was möchte man ausdrücken, wo fühlt man sich wohl in seinen eigenen texten?

dabei versammelt angermayer bekanntes und eigenes zu schreibanregungen und -ideen, die zeitlich schnell umzusetzen sind, die erst einmal wenig aufwand benötigen. ziel ist aber schon eine regelmäßige anwendung der vorschläge, um die form des eigenen schreibens zu verändern, sich selber näher zu kommen. dies bedeutet auf der einen seite erst einmal zwar einen größeren zeitaufwand, hat aber auf der anderen seite mit großer wahrscheinlichkeit den effekt sexy texte zu schreiben, leserInnen besser zu erreichen. an dieser vorstellung ist auf alle fälle etwas dran.

und doch fand ich das buch etwas zwiespältig. um an die einzelnen schreibtechniken, übungen und ideen heranzuführen, gibt es einen längeren einstieg über die erotik des schreibens und die formen der verführung durch texte. mir ist der erste teil des buches zu defizitär formuliert, wird den leserInnen zu sehr vermittelt, dass sie mit großer wahrscheinlichkeit noch viel an ihrem stil, an ihrer schreibweise ändern müssen. das hätte das buch überhaupt nicht nötig gehabt, die grundidee trägt die vorstellung von allein, dass texte und geschichten sexy gestaltet werden können. denn haben wir nicht alle sowieso im hinterkopf, wir könnten noch besser schreiben und formulieren?

der zweite teil mit den quickies kommt viel versöhnlicher daher, zeigt den spaß und die freude am schreiben auf und motiviert mich als leser, die freiheiten beim schreiben zu nutzen, die mir kreatives herangehen immer bietet, also schüchternheit und zurückhaltung über bord zu werfen. hier eröffnen sich viele anreize, noch einmal an geschriebenem weiterzuarbeiten, texte aufzufrischen und die leserInnen auch ernst zu nehmen.

insgesamt ein lesenwertes buch mit vielen anregungen, das verständlich ist und viele aspekte des schreibens beleuchtet. sehr angenehm fand ich, dass die autorin eine menge eigener erfahrungen in ihre texte einfließen ließ und somit sehr verständlich macht, dass schreiben lernbar und nicht eine frage des talents ist. das buch ist 2011 im kösel-verlag in münchen erschienen. ISBN 978-3-466-30897-2

leben neben der berliner feuerwehr (11)

pfingstsonntag – karneval der auto-kultur auf dem hinterhof der feuerwache. schon wenn sie auf ihren balkon treten wollen, da heute schönes wetter mit angenehmen temperaturen ist, sehen sie, heute wird wieder reparatur- und waschtag sein. denn da steht er wieder geschickt geparkt, der große leiterwagen, der in der fahrzeughalle immer so im weg ist, wenn man sein eigenes auto reparieren möchte. da muss man dann schon mal prioritäten setzen.

autos sind per se existenziell, vor allen dingen wenn man aus dem angrenzenden dünn besiedelten bundesland kommt. da haben auf der landstrasse autos noch echte bedeutung, da macht man was her. und wenn die gehöfte so weit auseinander liegen, dann stört es einen auch nicht, wenn man am sonntag nachmittag bei schönem wetter die zeit nutzt, um den trecker zu reparieren. also, warum sollte das hier stören, wenn das kulturgut auto gehegt und gepflegt wird?

auf anderen strassen berlins wird jetrommelt und jefeiert, da kann man doch hier mal ruhig in seinem cabrio über den hof fahren und zeigen, wie das verdeck hoch und runter fährt, nachdem man in der garage seinen eigenen kleinen rave gefeiert hat. oder man schleift an karrosserien rum, in der großen fahrzeughalle bei geöffneten toren, um alle teilhaben zu lassen an der autokulur, wenn schon auf den anliegenden strassen so wenig los ist.

mein vorschlag für die zukunft: man könnte sich überlegen, einen kleinen autokorso auf dem hinterhof seine runden drehen zu lassen, wenn sonst so wenig los ist. zuschauer gibt es: all die anwohner, die auf ihren balkonen sitzen und lesen oder schreiben oder einfach nur den arbeitsfreien tag genießen wollen. aus dem cabrio kommt der rave beim karneval der auto-kultur. und dann könnte man noch die bezirksstadträtin, die für umwelt und dergleichen zur schirmherrin machen.

p.s.: ist immer nur die eine schichtbesetzung. wenn man sie sieht, weiß man, heute gibt es wieder rambazamba im hinterhof.