wissenschaftliches schreiben und struktur

bei wissenschaftlichen arbeiten, abseits der veröffentlichungen in fachzeitschriften, gibt es eine gewisse strukturvorgabe, die den einstieg in die eigenen strukturierung erleichtert. teilweise lässt sich diese struktur auch auf wissenschaftliche artikel übertragen. schwieriger wird es dann für viele bei der feinstruktur, dem roten faden, der sich durch die arbeit ziehen sollte. darum hier ein paar gedanken dazu.

die grobe struktur sieht zum beispiel bei master-, diplom- oder auch doktorarbeiten folgendermaßen aus: gestartet wird mit der einleitung, die oft auch den persönlichen bezug zur wissenschaftlichen fragestellung darstellen soll und vor allen dingen die forschungsthese aufzeigt. die these bildet die grundlage für die gesamte arbeit und wird mit den forschungsergebnissen be- oder widerlegt. im nächsten schritt folgt die erklärung der grundlagen, die man annehmen und anderweitig belegen kann. dann wird das eigene forschungssetting und die untersuchengen, das wissenschaftliche arbeiten beschrieben. anschließend sind das ergebnis, die beweisführung oder dergleichen mehr zu beschreiben und es wird ein fazit gezogen. nach literaturliste und anhang (zum beispiel mit tabellen, berechnungen oder statistiken) ist das werk vollbracht.

doch wie nun für die einzelnen abschnitte eine struktur finden? letztendlich geht es darum, einen lesefluss zu erzeugen, der es den leserInnen möglich macht den gedankengängen folgen zu können und die herbeiführung des forschungsergebnisses nachvollziehen zu können. um diese struktur zu finden, können schreibtechniken aus dem kreativen schreiben für das wissenschaftliche schreiben sehr hilfreich sein.

vor allen dingen das freewriting bietet die möglichkeit, bevor man in das verfassen der wissenschaftlichen arbeit einsteigt, die grundgedanken sowohl für die ganze arbeit als auch für einzelne unterkapitel zu entwickeln. dazu kann man das fokussierte freewriting nutzen, indem man einen gedanken herausgreift, ihn an den anfang des freewriting setzt und dann die eigenen gedanken fließend auf papier bringt. das wichtigste: den stift nicht absetzen, gedanken nicht zensieren, möglichst alles, was einem durch den kopf schießt, notieren. das können auch gedanken, die mit der arbeit nichts zu tun haben, doch das aufschreiben hat eine zusätzlich entlastende wirkung.

um sich dem roten faden anzunähern, bietet sich ebenso das cluster an. auch hier wird frei assoziiert, aber in einem schaubild, das offen gestaltet werden kann. das cluster macht auch seitenstränge und nebenschauplätze der forschung auf. ist es fertiggestellt, kann man auswählen, welche assoziationen relevant sind und welche unter den tisch fallen können. um dann die im cluster vorangelegte struktur klar und aufeinanderfolgend für sich selber noch einmal zu veranschaulichen kann im letzten schritt ein mindmap erstellen. hier kann man versuchen, schon die ersten kapitelüberschriften zu finden. sollte dies nicht möglich sein, sind wiederum weitere freewriting-sitzungen hilfreich.

aus meiner sicht sind in der vorbereitungsphase vor allen dingen möglichst freie gedankenflüsse eine gute hilfe, die richtung der eigenen wissenschaftlichen arbeit zu finden. erst im anschluss beginnt das eigentliche wissenschaftliche schreiben mit beweisführung und forschungsabläufen. ab diesem moment werden die formen in vielen fächern und wissenschaften strenger und konkreter.

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