wissenschaftliches schreiben und kreatives schreiben

man könnte vermuten, dass kreatives schreiben maximal in künstlerischen studiengängen etwas verloren hat, aber in naturwissenschaftlichen und technischen keinen sinn macht. wie schon in den letzten posts zum wissenschaftlichen schreiben aufgezeigt, muss das nicht unbedingt sein. und man kann noch einen schritt weiter gehen, neben assoziationstechniken und der suche nach der forschungsfrage, kann kreatives schreiben eine schriftliche arbeit beleben.

doch vorab ein hinweis oder eine warnung, wie immer man das bezeichnen mag. es gibt dozentInnen und professorInnen, also wissenschaftlerInnen, die darauf schwören, dass wissenschaft in einem starren korsett zu agieren hat. alle formen des abweichens werden als unwissenschaftlich bezeichnet. darum sollte man, bevor man sich an eine lebhafte, leicht zu lesende und energiegeladene schriftliche arbeit macht, mit den betreuenden wissenschaftlerInnen abklären, welche form des schreibens anerkannt wird. man tut sich keinen gefallen, wenn man es auf sanktionen anlegt.

so kann es zum beispiel zum streitpunkt werden, wie viel eigene positionen in einer wissenschaftlichen arbeit auftauchen dürfen. etliche lehrende sind der meinung, dass statements von den verfasserInnen maximal in der zusammenfassung eines wissenschaftlichen textes etwas verloren haben. vor allen dingen abschlussarbeiten für master und diplom sollten ihrer ansicht nach einzig den beweis erbringen, dass man wissenschaftlich arbeiten kann. es gibt aber auch gegenpositionen, die der meinung sind, forschende dürfen sehr wohl eine persönliche meinung abgeben, wenn sie ihre ansichten belegen können.

aber abseits der vorher zu klärenden aspekte, gibt es viele möglichkeiten bei genehmigtem spielraum, das kreative schreiben für die texte zu nutzen. so kann man für begriffe, die immer wieder auftauchen, alternative formulierungen suchen. man kann mit hilfe von formen des verdichtens, mammutsätze können in einfache, verständliche formulierung überführt werden. metaphern und bildbeschreibungen geben einen plastischen eindruck des erforschten. ja, man könnte sogar colloquien, die den wissenschaftlichen abschluss unterstützen sollen, zu (schreib)gruppen umfunktionieren, in denen feedbacks zu einzelnen geschriebenen texten gegeben werden. in den feedbacks werden vor allen dingen rückmeldungen zu verständlichkeit gegeben.

aber man kann auch seine persönliche umgebung einbeziehen. hier ergibt sich der vorteil, dass sich die freundInnen nicht so gut mit dem forschungsgegenstand auskennen und noch klarer rückmelden können, ob sie verstanden haben, was in der schriftlichen arbeit beschrieben wird.

parallel können techniken des kreativen schreibens genutzt werden, um überhaupt in einen regelmäßigen, fruchtbaren schreibfluss für den wissenschaftlichen text zu kommen. neben dem freewriting kann man sich selber kleine schreibanregungen für geschichten und texte geben, die dem thema der arbeit nahe kommen. schreiben sie doch mal ein unterkapitel als gedicht oder elfchen, um ein gefühl für das verdichten und finden anderer worte zu bekommen. schreiben sie über ihre emotionen beim schreiben einer wissenschaftlichen arbeit (und entlasten sie sich dadurch selber). lassen sie einen ihrer forschungsgegenstände darüber reden, was mit ihm geschieht, vielleicht sogar einen dialog mit der statistik führen.

die bandbreite an kreativen möglichkeiten einen wissenschaftlichen text zu verfassen ist enorm. einzige krux bei der angelegenheit ist oft genug das zeitmanagement, doch dazu ein andermal mehr.

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