Tagesarchiv: 7. August 2011

schreibidee (291)

man kann gedichte bauen. neben dem freien fluss der gedanken und den kreativen einfällen, lassen sich gedicht schrittweise konstruieren, verändern und entwickeln. am besten gelingt dies, wenn man nicht allein für vor sich her dichtet, sondern die gruppendynamik nutzt. und dann können interessante lange gedichte entstehen. eine schreibanregung zur „200-zeilen-lyrik„.

zu beginn des treffens der schreibgruppe werden kleingruppen gebildet. es sollten drei bis vier teilnehmerInnen der schreibgruppe sein, die sich zusammenfinden. denn sie müssen sich später gegenseitig feedbacks geben, um die entwicklung des langen gedichts zu begleiten. da ständige feedbackrunden im rahmen der ganzen schreibgruppe zu lang dauern würden, ist die kleingruppenbildung sinnvoll.

dann findet der einstieg über elfchen, schneebälle und haikus statt. die themen können frei gewählt werden. diese kurzen texte werden noch in der großen schreibgruppenrunde vorgetragen, aber es findet kein feedback statt. anschließend erstellen alle schreibgruppenteilnehmerInnen ein cluster, um ein thema für ihr langes gedicht zu finden. hier gibt es ebenfalls keine vorgaben. dieses cluster dient dem verfassen der ersten vier zeilen eines gedichts. wenn die geschrieben sind, werden sie in der kleingruppe vorgestellt und die schreibkollegInnen geben ein kurzes feedback zum geschriebenen. es ist wichtig, dass sich alle kurz fassen, da sonst der zeitrahmen des schreibgruppentreffens gesprengt wird.

wie weit die rückmeldungen in das weitere gedicht einfließen, bleibt einem selbstverständlich selbst überlassen. aber meist erhält man dabei interessante anregungen, die auswirkungen auf den weiteren text haben. anschließend geht es nun in aufbauenden 4er-schritten weiter. dies bedeutet. als nächstes werden 8 zeilen verfasst, dann 12, dann 16, bis zu 36 zeilen. zum abschluss werden noch einmal 20 zeilen geschrieben. dazwischen finden immer feedbackrunden statt. in den runden werden nur die neuen zeilen vorgetragen, auch dies aus zeitgründen. ist die 200-zeilen-lyrik beendet, werden alle gedichte in einer abschlussrunde in der schreibgruppe vorgetragen. es findet keine feedbackrunde mehr statt.

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schnickschnack (94) – The Colour Clock

eine schöne kleine anwendung, die einen sehr farbigen,die hexadezimal-skala der farben abschreitend und dies mit der uhrzeit verbindend bildschirmschoner bietet. es ist alles so schön bunt hier ;-). zu finden unter diesem link: The Colour Clock.

schreibidee (290)

bei musik ist es inzwischen allseits üblich, in der literatur hält es sich noch in grenzen: das kopieren, remixen und verfremden von schon dagewesenem. beim wissenschaftlichen schreiben geschieht dies durch zitate oder wiedergaben in eigenen worten, alles andere wären plagiate. beim literarischen schreiben wären die formen der verwendung anderer texte und stories neuartigere und fantasievollere. also eine schreibanregung zum „story-jockey (sj)„.

alle schreibgruppenteilnehmerInnen werden vor dem treffen aufgefordert, drei kürzere geschichten, entweder aus eigene produktion oder von anderen gelesen, ausgedruckt mitzubringen. jede geschichte erhält eine nummer und eine geschichte wird gelost. diese wird allen teilnehmerInnen in die hand gedrückt (ein kopierer sollte in der nähe sein). alle sind nun aufgefordert diese geschichte als anregung für eine eigene zu verwenden, sie also zu remixen, zu verfremden oder zu zitieren (maximal zwei vollständige sätze). die neuen geschichten werden in der schreibgruppe vorgetragen.

nun wird eine weitere geschichte gelost. diese soll in die bereits neue story mit eingebunden werden, also die vorhin geschriebene weiter verändert, überarbeitet oder ergänzt werden. es kann auch auf die eigene geschichte, der schreibstil der gelosten geschichte angewandt werden. auch hier kann wieder zitiert werden, abermals maximal zwei vollständige sätze. es wird im lauf der zeit ein flickwerk aus verschiedenen stories zu einer ganz eigenen geschichte führen.

je nach zeit rahmen kann diese vorgehensweise öfter wiederholt werden. die entstandenen geschichten sollten jeweils ohne feedbackrunde vorgetragen werden. nur ganz zum abschluss des schreibgruppentreffens findet nach dem vortrag der langen „neuen“ geschichte eine feedbackrunde statt. dabei sollte über die entstehung der eigenen geschichte und die entwicklungsschritte reflektiert werden. die schreibgruppenteilnehmerInnen entwickeln sich somit zu „story-jockeys“. begeben sie sich mit den neu entstandenen texten an die öffenlichkeit, sollten sie auf alle fälle ihre vorlagen angeben.

die vorgehensweise lässt sich auch auf gedichte oder journalistische texte anwenden. oder es findet ein mix aller literaturgattungen statt, also crossover-texte werden verfasst.