Tagesarchiv: 20. August 2011

schnickschnack (97)

erwähnung des eigenen blogs in einem anderen blog freut einen meist. und manchmal freut es einen noch ein wenig mehr. wenn man das gefühl hat, dass die arbeit, die man in den eigenen blog steckt, teilweise exakt auch die erreicht, die man erreichen möchte (also natürlich nicht ausschließlich und exklusiv, dann würde man keinen blog bespielen). aber wenn dieser blog hier mit seinen 300 schreibideen auf einem blog über die aktivitäten zum thema „deutsch für ausländer“ erwähnt und empfohlen wird, dann gefällt das.

und http://landeskunde.wordpress.com setzt sich mit internetangeboten und -entwicklungen in der vermittlung der sprache auseinander. schon fand sich ein hübscher link zur deutschen welle, der das „alltagsdeutsch“ aus einheimischer sicht in sendebeiträgen erklärt. das ist nicht nur für menschen aus anderen ländern, die die deutsche sprache lernen wollen ganz interessant. auch als einheimischer kann man sich noch einmal zu weiteren spracherkundungen anregen lassen. und doch fällt die auswahl der deutschen welle auf. es handelt sich wohl um den versuch, die eigenheiten dieses landes mit einem sprachkurs für fortgeschrittene zu verknüpfen.

nur, es scheint, wie wenn jemand bei vielen beiträgen ins klischeetöpfchen tief hineingegriffen hat. da gibt es beiträge zur steuerberatung, zum stau, zu schrebergärten, zur zünftigen handwerkssprache, zum spreewald, zum besuch am rhein oder zur verwaltungssprache und dergleichen mehr. aha denkt man sich, manches davon sollten fremdsprachlerInnen schon kennen, doch irgendwie fehlt einem dann doch sehr viel. ob dies nun die geschichte ist (doch der neandertaler taucht auf …) oder kunst, kultur, literatur und dergleichen mehr. erstaunlich, was man so unter alltag verstehen kann. wer spricht denn bei uns die „zünftige handwerkssprache“ und wer scheitert nicht irgendwann an der „verwaltungssprache“? aber doch, einfach mal reinlesen oder reinhören und eigene mp3-dateien zu den wörtern und der sprache verfassen, die man selber im alltag verwendet. hier geht´s lang: http://www.dw-world.de/dw/0,,9214,00.html?maca=de-DKpodcast_alltagsdeutsch_de-2283-xml-mrss

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biografisches schreiben und politik (2)

viele menschen würden von sich sagen, dass sie politisch nicht aktiv seien, dass sie keinen sinn darin sehen, man könne ja sowieso nichts verändern und dass sie gar keine zeit dafür hätten. sie verkennen in diesem moment, dass sie genau mit dieser haltung, politisch aktiv sind, in einem passiven sinne. sie lassen geschehen. interessant in diesem zusammenhang ist es, wie mensch zu der entscheidung kommt, die teilhabe an der gesellschaft aufzugeben.

der blick in die eigene biografie oder lebensgeschichte, offenbart vielleicht eine begründung für den gedanken, keinen einfluss auf sein eigenes umfeld zu haben. die vorstellung sich gesellschaftlichen prozessen entziehen zu können, die trügt schon an jeder roten ampel. denn die gesellschaften haben absprachen getroffen, welche regeln sie im straßenverkehr einsetzen. also, bleibt die frage, warum man glaubt, gesellschaft laufe an einem vorbei. es sei anstrengender sich zu engagieren und zu äußern, denn zu schweigen.

doch psychologisch betrachtet, ist das aushalten von ohnmacht und sind die steten verdrängungen zum einen zwar schutz, zum anderen aber auch eine enorme anstrengung. es gibt sicherlich auch die kehrseite: nichts lässt einen unberührt und man weiß überhaupt nicht mehr, wo man sich noch alles engagieren soll. auch hier dreht sich wieder vieles um die persönliche ein- und abschätzung, die ihre wurzeln in der eigenen lebensgeschichte haben. das biografische schreiben eröffnet die möglichkeit, dem ein wenig auf die spur zu kommen, wenn man möchte.

welchen entwicklungen und bedingungen im gesellschaftlichen zusammenleben gibt man vorrang und welche spielen für einen nur eine nebensächliche rolle? und warum gibt man manchen ereignissen den vorrang? bei diesen fragen landet man schnell bei den eigenen ethik- und moralvorstellungen und bei der frage, Weiterlesen