Tagesarchiv: 23. August 2011

schreibpädagogik und politik

ein heikles gebiet für schreibgruppen. man sollte sich gut überlegen, ob man eine schreibidee oder eine schreibanregung mit politischer themenstellung in schreibgruppen durchführt. denn mit der politik verhält es sich ähnlich wie mit dem geschmack, nur ein teil basiert auf logischen überlegungen. oft finden sich viele emotionen in politischen kontexten. eine kritik daran oder eine gegenposition führen bei manchen menschen dazu, dass sie sich in ihrer person so stark angegriffen fühlen, dass sie nur schwer vom diskurs abstrahieren können.

dies bedeutet, dass bei schreibanregungen zu politischen inhalten, ein paar regeln zu beachten sind:
vor der schreibanregung sollten die vorgehensweisen klar sein und in regeln gefasst werden. also zum beispiel, dass alle vorgetragenen texte nicht diskutiert werden. oder dass der politische diskurs zu den geschichten oder texten wiederum nach klaren regeln stattfindet. es gibt ja etliche vorstellungen, wie diskussionen durchgeführt werden können. angefangen bei der vorgegebenen redezeit bis zu der grundregel, andere ausreden zu lassen.
während der schreibanregung und beim vorlesen der texte sollte vermieden werden, andere persönlich anzugreifen. und zudem kann man darauf achten, ob die geäußerten gedanken menschenverachtend sind. denn das kreative schreiben ist erst einmal ein tabuloses vorgehen und doch gibt es gesellschaftliche grundregeln, die nicht hinter der kreativität versteckt werden sollten.
auch das feedback sollte klar strukturiert sein. die trennung zwischen der kritik am stil und der umsetzung und der kritik an der politischen position muss eindeutig sein.

für die einhaltung dieser grundlagen ist die schreibgruppenleitung zuständig. es ist schon im eigenen interesse, eine gewisse struktur vorzugeben, da einem politische diskurse schnell gruppendynamisch über den kopf wachsen können. es ist etwas anderes mit einzelnen menschen angeregte politische diskussionen zu führen, als Weiterlesen

liste (63) – fühlen

wer lust hat, kann sich diese seite ausdrucken und ausfüllen. ich schlage listen vor, die einem vielleicht einen überblick zu verschiedenen themen der eigenen lebensgeschichte geben können. dieses mal geht es um das „fühlen„.

in diesen situationen fühle ich mich am wohlsten:

in diesen situationen kann ich verdammt gut mitfühlen:

dabei fühle ich mich extrem schlecht:

in diesen bereichen habe ich ein untrügliches gespür:

in meinem leben haben diese menschen am ehesten gespürt, wie es mir geht:

wissenschaftliches schreiben und politik

abseits der schwierigen situation an hochschulen im rahmen der bildungspolitik, unterliegt auch das forschen und die wissenschaft nicht selten politischen bedingungen. als die damals so genannte „drittmittel“-forschung eingeführt wurde, also die hochschulen für verträge mit der privatwirtschaft geöffnet wurden, um selbstständig verträge zu forschungsaufträgen abschließen zu können, in diesem moment wurde auch ein teil der wissenschaftlichen freiheit veräußert.

denn nun konnten bei finanzierungen von forschungsaufträgen auch die veröffentlichungsbedingungen festgelegt werden. das soll heißen, der geldgeber entscheidet mit darüber wann was veröffentlicht wird. das hatte zwei effekte: der wissenschaftliche austausch wurde begrenzt. in foren, auf kongressen oder in fachblättern wurde nicht mehr alles veröffentlicht, da andere forschende ja in konkurrenz zu einem standen. verwertbare, sich auszahlende vorschungsergebnisse wurden vorenthalten. dies beeinträchtigt die gesamte wissenschaft, macht es doch die weiterentwicklung von gedanken und erkenntnissen brüchig.

daneben wurde gleichzeitig die forschung an den hochschulen verstärkt an der verwertbarkeit, auch ohne finanzierungsverträge, ausgerichtet. es ging darum, den finanziellen wert der eigenen forschung zu erhöhen, um eventuell drittmittel einwerben zu können. diese entwicklung geht logischerweise zu lasten der grundlagenforschung.

was bedeutet dies für das wissenschaftliche schreiben? es richtet sich offen oder auch nur untergründig an den geldgebern aus. forschung lebt zwar zum teil auch von einer sportlichen konkurrenz im entdecken und untersuchen, sie lebt aber auch von kooperation und austausch. dies wird den schreibenden teilweise genommen. Weiterlesen