Tagesarchiv: 30. August 2011

web 2.68 – digitales wörterbuch

die deutsche sprache entwickelt sich beständig weiter, worte verschwinden aus dem sprachgebrauch und andere tauchen auf. da ist es dann sehr hilfreich, wenn jemand all die informationen, die es gibt, zusammenstellt. dies geschieht schon längere zeit, war mir aber noch nicht bekannt. und als ich nun die seite des „digitalen wörterbuchs der deutschen sprache“ der berlin-brandenburgischen akademie der wissenschaften entdeckte, war vor kurzem die darstellung des wörterbuchs auf den neuesten digitalen stand gebracht worden.

man gebe auf der startseite einfach ein deutschsprachiges wort ein, zu dem man informationen sucht und erhält in kürzester zeit eine ganze palette an informationen. informationen aus einem thesaurus, aus einem etymologischen wörterbuch, eine stichwortwolke, verweise auf zeitungsartikel, die den begriff verwenden, statistik der verwendungen und vieles mehr. bei der freischaltung von cookies lassen sich weitere informationen hinzufügen und man erhält einen rundumblick zu einem einzigen wort.

dies kann sowohl beim schreiben als auch bei der korrektur eines textes sehr hilfreich sein. schön ist es, dass das web 2.0 es so einfach macht, die querverweise zusammenzustellen. also, für alle die schreiben, ein wunderbares werkzeug. zu finden ist es hier: http://www.dwds.de/ .

web 2.0 und lange texte

immer wieder kommt die diskussion auf, ob im web 2.0 lange texte angebracht sind. die zeichenreglementierung von twitter und sms reduziert meldungen und texte auf ein minimum. an die kurz-kurz-meldungen gewöhnt, empören sich manche menschen im netz über längere berichte. damit einher geht seit jahren die entwicklung in zeitungen und zeitschriften, reportagen oder artikel zu begrenzen. dies war erst einmal nicht der aufmerksamkeitsspanne der leserInnen geschuldet, sondern es war den kosten und bezahlungen der journalistInnen geschuldet, die nach zeilen bezahlt wurden.

da wurden die bilder größer, die überschriften nahmen mehr platz ein und der zeilenabstand wuchs beim relaunch an. das internet verstärkte mit seinen übertragungsgeschwindigkeiten und seinen überblicksstrukturen den hang zur kurzversion. ob es gewöhnung ist oder das so genannte „aufmerksamkeitsdefizitsyndrom“, das anscheinend um sich greift, das internet verkürzt die geduld, ein thema ausführlicher zu betrachten. dem motto „zeit ist geld“ folgend wird an allen ecken und enden suggeriert, dass in der kürze die würze liege.

das steht meiner ansicht nach im widerspruch zu einer immer komplexeren welt, die ausführliche analysen, intensive diskurse und in die tiefe gehende untersuchungen benötigt, um sie überhaupt verstehen zu können. die schnell-schnell-haltung verstärkt die gesellschaftlichen schwierigkeiten, da viele lösungsvorschläge nur noch „just-in-time“ gemacht werden und wenig fruchten. es würde verwundern, wenn es in dieser welt der steten nachbesserungen nicht eine gegenbewegung geben. denn das internet bietet nicht nur geschwindigkeit, es bietet auch preiswerten (schreib)platz. seit dem html-code und den blogs benötigt text nicht mehr viel speicherkapazität.

und so widmete sich die süddeutsche zeitung dieser gegenbewegung in einem artikel und macht auf diverse seiten im internet aufmerksam, die es sich zur aufgabe gemacht haben, längeren texten genug raum zu geben. auch auf dem zeitschriftenmarkt gibt es schon seit einiger zeit eine gegenbewegung, die wieder auf ausführliche lektüre baut. da man sowieso nicht alles, was geschrieben wird, lesen kann, ist es eher eine frage der auswahl. die kann jede(r) für sich treffen. hier der artikel der sz: http://www.sueddeutsche.de/medien/medien-im-digitalen-zeitalter-journalismus-extralang-1.1135014 .