Monatsarchiv: August 2011

selbstbefragung (116) – fühlen

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um das „fühlen„.

  • wie fühlen sie sich heute? beschreiben sie.
  • welche gegenstände fühlen sich für sie gut an?
  • welche menschen fühlen sich für sie gut an?
  • in welchen situationen haben sie sich immer unwohl gefühlt? warum?
  • für was hätten sie gern fühler oder antennen? beschreiben sie.
  • wann fühlen sie am intensivsten? warum?
  • wie sehr haben sie immer auf das geachtet, was sie fühlen? beschreiben sie.
  • was tun sie, damit sie sich wohl fühlen?
  • was würden sie am liebsten nicht fühlen können? warum?
  • welche menschen in ihrem umfeld haben das feinste gespür?

schnickschnack (97)

erwähnung des eigenen blogs in einem anderen blog freut einen meist. und manchmal freut es einen noch ein wenig mehr. wenn man das gefühl hat, dass die arbeit, die man in den eigenen blog steckt, teilweise exakt auch die erreicht, die man erreichen möchte (also natürlich nicht ausschließlich und exklusiv, dann würde man keinen blog bespielen). aber wenn dieser blog hier mit seinen 300 schreibideen auf einem blog über die aktivitäten zum thema „deutsch für ausländer“ erwähnt und empfohlen wird, dann gefällt das.

und http://landeskunde.wordpress.com setzt sich mit internetangeboten und -entwicklungen in der vermittlung der sprache auseinander. schon fand sich ein hübscher link zur deutschen welle, der das „alltagsdeutsch“ aus einheimischer sicht in sendebeiträgen erklärt. das ist nicht nur für menschen aus anderen ländern, die die deutsche sprache lernen wollen ganz interessant. auch als einheimischer kann man sich noch einmal zu weiteren spracherkundungen anregen lassen. und doch fällt die auswahl der deutschen welle auf. es handelt sich wohl um den versuch, die eigenheiten dieses landes mit einem sprachkurs für fortgeschrittene zu verknüpfen.

nur, es scheint, wie wenn jemand bei vielen beiträgen ins klischeetöpfchen tief hineingegriffen hat. da gibt es beiträge zur steuerberatung, zum stau, zu schrebergärten, zur zünftigen handwerkssprache, zum spreewald, zum besuch am rhein oder zur verwaltungssprache und dergleichen mehr. aha denkt man sich, manches davon sollten fremdsprachlerInnen schon kennen, doch irgendwie fehlt einem dann doch sehr viel. ob dies nun die geschichte ist (doch der neandertaler taucht auf …) oder kunst, kultur, literatur und dergleichen mehr. erstaunlich, was man so unter alltag verstehen kann. wer spricht denn bei uns die „zünftige handwerkssprache“ und wer scheitert nicht irgendwann an der „verwaltungssprache“? aber doch, einfach mal reinlesen oder reinhören und eigene mp3-dateien zu den wörtern und der sprache verfassen, die man selber im alltag verwendet. hier geht´s lang: http://www.dw-world.de/dw/0,,9214,00.html?maca=de-DKpodcast_alltagsdeutsch_de-2283-xml-mrss

biografisches schreiben und politik (2)

viele menschen würden von sich sagen, dass sie politisch nicht aktiv seien, dass sie keinen sinn darin sehen, man könne ja sowieso nichts verändern und dass sie gar keine zeit dafür hätten. sie verkennen in diesem moment, dass sie genau mit dieser haltung, politisch aktiv sind, in einem passiven sinne. sie lassen geschehen. interessant in diesem zusammenhang ist es, wie mensch zu der entscheidung kommt, die teilhabe an der gesellschaft aufzugeben.

der blick in die eigene biografie oder lebensgeschichte, offenbart vielleicht eine begründung für den gedanken, keinen einfluss auf sein eigenes umfeld zu haben. die vorstellung sich gesellschaftlichen prozessen entziehen zu können, die trügt schon an jeder roten ampel. denn die gesellschaften haben absprachen getroffen, welche regeln sie im straßenverkehr einsetzen. also, bleibt die frage, warum man glaubt, gesellschaft laufe an einem vorbei. es sei anstrengender sich zu engagieren und zu äußern, denn zu schweigen.

doch psychologisch betrachtet, ist das aushalten von ohnmacht und sind die steten verdrängungen zum einen zwar schutz, zum anderen aber auch eine enorme anstrengung. es gibt sicherlich auch die kehrseite: nichts lässt einen unberührt und man weiß überhaupt nicht mehr, wo man sich noch alles engagieren soll. auch hier dreht sich wieder vieles um die persönliche ein- und abschätzung, die ihre wurzeln in der eigenen lebensgeschichte haben. das biografische schreiben eröffnet die möglichkeit, dem ein wenig auf die spur zu kommen, wenn man möchte.

welchen entwicklungen und bedingungen im gesellschaftlichen zusammenleben gibt man vorrang und welche spielen für einen nur eine nebensächliche rolle? und warum gibt man manchen ereignissen den vorrang? bei diesen fragen landet man schnell bei den eigenen ethik- und moralvorstellungen und bei der frage, Weiterlesen

schreibberatung und politik

ein etwas seltsamer titel, wird sich manche(r) fragen, was hat denn schreibberatung mit politik zu tun? erstaunlicherweise eine ganze menge. letztendlich landet man beim thema schreiben und schreibberatung bei vielen menschen in der schulzeit. die schulzeit hat das schreiben vergällt und einem vermittelt, dass man nicht schreiben kann. in den schulaufsätzen durfte nicht zu viel fantasie an den tag gelegt werden, keine eigene sprache entwickelt werden.

erst vor kurzem habe ich eine geschichte gehört, dass die ausufernde fantasie eines kleinen jungen durch schlechte noten ausgebremst wurde. gut, es ist sicherlich notwendig, aufgabenstellungen zu befolgen. doch es handelte sich in diesem fall um eine grundschule und es handelte sich um eine aufgabenstellung, die dazu aufforderte fantasievoll zu sein. erst im nachhinein musste man erfahren, dass es „zu viel“ fantasie gibt.

auch im späteren bildungsverlauf lassen sich demotivierende erfahrungen mit dem schreiben machen. hochschulen verlangen zum beispiel, dass wissenschaftliches schreiben umgesetzt wird. doch die wenigsten hochschulen bieten kurse oder seminare an, die dieses schreiben vermitteln. dabei werden die studiengänge weiter verschult und die vorgaben in vielen anderen zusammenhängen immer strikter. so wäre es eine überlegung, zumindest den anforderungen entsprechend, unterstützung zu geben.

und in diesem moment landet man in der bildungspolitik. diese politik ist schon seit jahrzehnten ein schauplatz grundsätzlicher auseinandersetzungen. und es leiden vor allen dingen die lernenden darunter. Weiterlesen

liste (62) – politik

wer lust hat, kann sich diese seite ausdrucken und ausfüllen. ich schlage listen vor, die einem vielleicht einen überblick zu verschiedenen themen der eigenen lebensgeschichte geben können. dieses mal geht es um die „politik„.

gesetze, die ich als erstes ändern würde, wenn ich mitreden könnte:

politikerInnen, die aus meiner sicht den größten einfluss auf die welt hatten:

die wichtigsten politischen handlungen in meinem leben:

dies interessiert mich momentan am stärksten an der politik:

dies nervt mich momentan am stärksten an der politik:

300 schreibideen aus diesem blog

und nun mal wieder die volle packung. nimmt viel platz weg, bietet aber auch viele möglichkeiten, sich schreibend auszuprobieren. jede schreibidee taucht hier als link auf. also einfach auf die unterstrichene schreibidee klicken und schon kann man die anregung lesen.

ob der kurze titel wirklich die schreibidee wiedergibt, ist schwer zu sagen, manchmal schlägt die übung einen haken und driftet in eine etwas andere richtung. manches thema tauchte auch schon einmal auf, doch die ideen unterscheiden sich dann doch in der vorgehensweise oder in den inhalten der anregungen.

christof, der nichts dagegen hat, wenn bei der verwendung von schreibideen, der schreibschrift-blog erwähnt wird 😉

p.s.: alle schreibideen können jetzt auch in einem extra-blog durchgesehen werden: http://schreibideen.schreibboutique.de

schreibidee 01: reportagefotos zu geschichten
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50 schreibideen aus diesem blog zum 6ten mal

da die sammlung an schreibideen immer größer wird, kann man sie hier auch häppchenweise durchsehen. hier also die schreibideen 251 bis 300. viel spaß damit und falls was gefällt ruhig aus dem blog kopieren. wie immer wäre eine kleine erwähnung des blogs am rande nett. (um zur eigentlichen schreibidee zu kommen, einfach draufklicken.)

die schreibideen bieten die möglichkeit, sie für sich selbst durchzuführen (auch wenn die beschreibung für schreibgruppen konzipiert ist). natürlich sind sie auch anregung, eigene schreibideen zu entwickeln.

frohes schreiben wünscht

christof

p.s.: alle schreibideen können jetzt auch in einem extra-blog durchgesehen werden: http://schreibideen.schreibboutique.de

schreibidee 251: fessel-texte

schreibidee 252: fetisch-geschichten

schreibidee 253: liebe-zu-büchern-texten

schreibidee 254: schuldbekenntnis

schreibidee 255: freudenfest

schreibidee 256: freudenhaus-texte

schreibidee 257: literaturkritik

schreibidee 258: schisserstories

schreibidee 259: mut und wut

schreibidee 260: voll auf turkey sein

schreibidee 261: co-abhängigen texten

schreibidee 262: blumenstrauss-geschichten

schreibidee 263: abschiedsgeschichten

schreibidee 264: dünger-texten

schreibidee 265: auf der suche

schreibidee 266: eigen-werbung

schreibidee 267: marken-geschichten

schreibidee 268: urlaubsfiasko-geschichten

schreibidee 269: gruppenreise-geschichten

schreibidee 270: schönheitstexten

schreibidee 271: erfindergeschichten

schreibidee 272: geräusch-geschichten

schreibidee 273: lebensthesen

schreibidee 274: hunde-texte

schreibidee 275: querfeldein-geschichten

schreibidee 276: verlierer-geschichte

schreibidee 277: gesetze zu geschichten

schreibidee 278: generationen-geschichten

schreibidee 279: 1-treffen-1-gegenstand-stories

schreibidee 280: fake-lebenslauf

schreibidee 281: erfolgsverwöhntes

schreibidee 282: körperpflege-stories

schreibidee 283: restaurantkritik

schreibidee 284: humanitäre-hilfe-geschichten

schreibidee 285: horrorgeschichten

schreibidee 286: zoogeschichten

schreibidee 287: doofe geschichten

schreibidee 288: blinden-story

schreibidee 289: 1-treffen-1-song-stories

schreibidee 290: story-jockey (sj)

schreibidee 291: 200-zeilen-lyrik

schreibidee 292: zugfahrt nach kreativitien

schreibidee 293: eiergeschichten

schreibidee 294: one-day-stories (ods)

schreibidee 295: öde geschichten

schreibidee 296: party-geplapper

schreibidee 297: genital-geschichten

schreibidee 298: digitale stories

schreibidee 299: früher war alles besser

schreibidee 300: perfektes eigenlob

schreibidee (300)

eine schwierige anregung zum 300ten schreibidee-jubiläum, es darf ja auch einmal „ans eingemachte“ gehen 😉 selbstkritik ist sehr beliebt, sie kommt nicht selten unerbittlich, direkt und unverblümt zur sprache. es wurde gelernt, gern nach den eigenen fehlern zu suchen, um ein besserer mensch zu werden. und so bemühen wir uns alle vehement. gelernt haben wir nämlich, dass die andere seite stinkt, das eigenlob. gut, bei der selbstvermarktung, da wird dann gern mit dem eigenlob marktschreierisch übertrieben, das ist aber marketing und fällt vielen schwer. hier sei das bodenständige „perfekte eigenlob“ angeregt.

schon der einstieg mag manchen schreibgruppenteilnehmerInnen schwer fallen. man kann sie an bewerbungsunterlagen, die man irgendwann einmal in seinem leben erstellen musste, erinnern. denn in stichworten sollen die persönlichen vorzüge notiert werden. die liste wird nicht vorgetragen.

anschließend erhalten alle teilnehmerInnen eine liste in die sie nur ihren namen eintragen. dann wird die liste rundherum an alle anderen schreibgruppenmitglieder weitergegeben. alle sind aufgefordert, für die jeweils namentlich vermerkte person eine positive eigenschaft zu notieren. wenn es geht, sollten sich keine aussagen doppeln und es genügen stichworte, gern auch ein oder zwei sätze. zum schluss erhalten alle ihre jeweilige liste zurück und können ihre eigene aufstellung durch die aussagen der kollegInnen erweitern.

nun wird mit einzelnen sätzen begonnen: zehnmal soll der satz „ich finde an mir gut, dass … “ vervollständigt werden. auch diese sätze werden nicht vorgetragen. anschließend erstellt man aus allen vorarbeiten ein „zeugnis“. der text ist in der dritten person formuliert und beginnt zum beispiel mit „frau / herr zeichnet sich dadurch aus, dass …“. so ein „zeugnis“ bietet noch die möglichkeit der distanz und klingt, wie wenn es durch andere formuliert wurde.

zum abschluss wird dann das ultimative „perfekte eigenlob“ in der ich-form verfasst. einzelne eigenschaften und vorzüge dürfen ausgeschmückt, begründet oder in ein beispiel gefasst werden. es kann und darf ein längerer text entstehen. so weit es geht, sollte der innere zensor überwunden werden. im anschluss werden das zeugnis und das perfekte eigenlob in der schreibgruppe vorgetragen. vor und nach dem vortrag dürfen keine einschränkungen oder relativierungen vorgenommen werden. anschließend findet eine feedbackrunde statt, die sich hauptsächlich mit der frage, wie schwer es war, solch einen text zu verfassen, auseinandersetzt. und es gibt die hausaufgabe, den text auszudrucken und über das eigene bett zu hängen 😉

schreibidee (299)

der stete wandel der gesellschaft vollzieht sich schnell, im laufe der jahre für viele menschen zu schnell. es ist wahrscheinlich sowohl eine alterserscheinung als auch realität, dass man das gefühl hat, der wandel beschleunige sich stetig. dazu kommt, dass im alter gefühlte zeit schneller vergeht. es gibt untersuchungen dazu, dass dieses gefühl bei allen älteren menschen früher oder später aufkommt. und gleichzeitig verstärkt sich die vorstellung, mit dem gesellschaftlichen wandel nicht mehr mithalten zu können. die vergangenheit erscheint häufiger gülden und rosa, die gegenwart wirkt fremd und schal. eine schreibanregung zur aussage „früher war alles besser„. (eine aussage, die heute auch schon gern von 30-jährigen getroffen wird.)

diese schreibanregung ist eher biografischer natur. es wäre in der schreibgruppe vorher zu klären, ob interesse daran besteht. dann kann zum einstieg notiert werden, welche dinge, gegenstände und verhaltensweisen man aus früheren zeiten vermisst. manches davon existiert heute weiter (zum beispiel das brausepulver), manches ist verschwunden (die klebenden spülmittelblumen). von generation zu generation werden dies verschiedene erinnerungen sein. die stichworte sollten in der schreibgruppe vorgestellt werden, da man entweder andere generationen kennenlernen kann oder parallelen zu den anderen schreibgruppenteilnehmerInnen finden kann.

nun sind zwei kurze texte zu verfassen: zum einen ein maximal zweiseitiger text voller unverständnis für die heutige zeit. welche entwicklung, welcher wandel strengen einen an, kann man nicht nachvollziehen? und zum anderen eine auch maximal zweiseitige hymne auf das güldene zeitalter vor etlichen jahren. was vermisst man heute, was hat einem damals besonders gefallen oder was würde man gern neu beleben?. auch diese texte werden kurz vorgetragen, es findet keine feedbackrunde statt.

anschließend wird eine längere geschichte oder betrachtung zu der aussage „früher war alles besser“ geschrieben. natürlich darf man dieser behauptung widersprechen. trotz allem sollte der text recht persönlich gehalten werden, also nicht unbedingt übergreifende philosophische betrachtungen angestellt werden. die geschichte wird anschließend vorgetragen und es findet eine feedbackrunde statt. in der runde können nur aussagen zur schriftlichen umsetzung der eindrücke getroffen werden, es können keine persönlichen eindrücke verhandelt werden.

zum abschluss dann noch einen blick weiter zurück. mensch verklärt nicht nur gern die eigene vergangenheit, auch etliche zeitalter werden idealisiert. so feiern die einen das mittelalter, die anderen die zeit der römer, der griechen oder der azteken. bei genauerer betrachtung wird man schnell mit grausamkeiten konfrontiert, die man heute in unserer gesellschaft nicht mehr erleben möchte. alle schreibgruppenteilnehmerInnen wählen sich ein zeitalter und formulieren in einem maximal zweiseitigen text, warum dieses zeitalter keinen spaß machte. historisch muss das nicht ganz stimmig sein, fantasie und kreativität dürfen gern eingesetzt werden. die texte werden in der gruppe vorgetragen.

selbstbefragung (115) – politik

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um die „politik„.

  • wie viel raum nimmt politik in ihrem leben ein?
  • engagieren sie sich politisch? warum?
  • wann waren sie das letzte mal auf einer demonstration? warum?
  • was wünschen sie sich von politik? was soll sie erfüllen und was nicht?
  • wie würden sie selber ihre politische richtung beschreiben?
  • wann geht ihnen politik auf die nerven?
  • wie demokratisch finden sie unsere gesellschaft?
  • wenn sie eine partei gründen würden, was wäre das für eine partei?
  • bei welchen politischen themen würden sie gern direkter mitreden können? beschreiben sie.
  • welche politikerin, welcher politiker ist für sie am glaubwürdigsten?

schreibidee (298)

die welt wird immer digitaler: man kauft auf digitalem weg, man plant reisen, termine und kontakte digital, man veröffentlich digital, dieser blog ist digital, beziehungen entstehen digital. der computer und das internet sind aus unserem leben kaum mehr wegzudenken. und schritt für schritt verändert sich unsere welt. teilweise sind inzwischen menschen ausgeschlossen, die sich nicht auf den digitalen pfad begeben. also einmal in der schreibanregung zu „digitalen stories“ animieren.

der einstieg bietet einen persönlichen bezug: in welchen bereichen hat sich das leben der schreibgruppenteilnehmerInnen am stärksten durch die digitalisierung der welt verändert? darüber sollten maximal zwei seiten geschrieben werden. die texte werden ohne feedbackrunde in der schreibgruppe vorgetragen.

anschließend werden die digitalen errungenschaften der heutigen zeit am flipchart gesammelt. angefangen beim kühlschrank, der anzeigt, wenn die milch aufgebraucht ist, über die „navis“ in beinahe jedem auto bis zu den online-versteigerungen bei ebay. man kann die frage auch umkehren und fragen: welcher bereich ist in unserem leben noch nicht digitalisiert? nachdem die sammlung abgeschlossen ist, wählen die schreibgruppenteilnehmerInnen ein beispiel aus und beschreiben es in einem text von maximal zwei seiten. was hat sich durch diese neuerung verändert? ergeben sich daraus skurrile situationen (wie zum beispiel menschen, die in die wildnis fahren, da ihnen ihr navi den falschen weg anzeigt)? auch diese texte werden kurz vorgetragen.

um dann in eine längere story einzusteigen. hierfür gibt es eigentlich nur eine vorgabe: die digitalisierung soll eine rolle spielen. das kann bedeuten, dass geschichten aus einer analogen gegenbewegung oder das schwimmen im digitalen strom, dass digitale produkte in den wahnsinn treiben oder das leben paradiesisch erscheint oder dass alle digitalen möglichkeiten als praktische werkzeuge genutzt werden. vorstellbar ist also jede richtung, hauptsache der binäre code spielt im hintergrund eine rolle. anschließend werden die stories in der schreibgruppe vorgetragen und es findet eine feedbackrunde statt.

zum abschluss noch eine kleine fantasieaufgabe: welches digitale gerät muss noch erfunden werden und fehlt bis jetzt ungemein. auf einer seite wird dieses notwendige gerät beschrieben und der schreibgruppe anschließend kurz vorgestellt.

wissenschaftliches schreiben und helfen

eine heisses eisen ist die hilfe und unterstützung beim verfassen wissenschaftlicher texte. es kommt immer auf die form der texte an, wie weit hilfe gehen darf. veröffentlichungen in wissenschaftlichen journalen oder auf homepages werden nicht selten von den forschenden gemeinsam erstellt. wer an einer untersuchung gemeinsam arbeitet, veröffentlicht die ergebnisse meist auch gemeinsem. anders sieht es mit akademischen abschlussarbeiten aus. diese müssen den passus enthalten, dass die forschungsleistung und das wissenschaftliche arbeiten allein vollbracht wurde. und die erklärung ist von allen verfasserInnen abzugeben.

doch natürlich kann man bekannte, verwandte oder auch professionelle fragen, wie bestimmt abschnitte in einer abschlussarbeit oder einem artikel klingen, ob der forschungsansatz nachzuvollziehen ist. man kann mit anderen menschen inhaltliche diskussionen führen, kann sich über die neuen erkenntnisse austauschen. wissenschaft gründet auch auf einem ausführliche diskurs. aber es geht nicht, dass man andere beauftragt, die eigene arbeit zu verfassen. es ist ein sehr aktuelles thema in der diskussion um plagiate bei forschungsarbeiten.

und doch gibt es unter der hand immer wieder angebote von ghostwritern, die das verfassen der haus- oder abschlussarbeiten gegen geld übernehmen. dabei handelt es sich um eine rechtlich problematische vorgehensweise. und, dies mag jetzt recht moralisch klingen, was bringt es einem das eigene forschungsergebnis von anderen verfassen zu lassen, wenn man dadurch versäumt, überhaupt einmal wissenschaftlich schriftlich gearbeitet zu haben. auch spätere tätigkeiten können einen immer wieder an den gleichen punkt bringen.

interessanter wäre es dann wahrscheinlich, die frage zu stellen, warum man etwas macht (oder eben machen lässt), zu dem man überhaupt keine lust hat. wieso daran festhalten und sich selber über das ohr hauen? Weiterlesen

schreibidee (297)

untersuchungen belegen: eine triebfeder des menschlichen handelns bleibt weiterhin der archaische trieb, also der versuch sexuelle befriedigung zu finden. viele gedanken drehen sich um diese erfüllung schwer benennbarer körperlicher kontakte. und hier spaltet sich das gesellschaftliche denken: auf der einen seite überschwemmt von aufreizenden angeboten und bilder, auf der anderen seite fehlen immer wieder die worte und es bedarf des buches „feuchtgebiete“ oder ähnliches, um eine stimme zu finden. warum also nicht einmal die gewagte schreibanregung zu „genital-geschichten„.

da es so etwas wie scham und persönliche haltungen zum verbalen umgang mit sexualität gibt, bedarf es der zustimmung der schreibgruppe im vorfeld, sich dem thema der sexualität zu nähern. abgesehen davon besteht, wie immer in schreibgruppen, die möglichkeit, seine texte nicht vorzulesen. es kann aber gleichzeitig mit dem sexualpädagogischen blick darauf hingewiesen werden, dass es eigentlich nichts dabei ist, da alle menschen mit ihrem körper befriedigung suchen. und so kann der einstieg in die schreibanregung in einem kleinen fragebogen bestehen, der nach den vorlieben und abneigungen bei der eigenen sexualität fragt. (ein witziges beispiel dafür gibt es zum beispiel auf der homepage von zwei grafikdesignern „benrik.co.uk“ unter http://benrik.co.uk/bestof/large/showme.php?day=61 ) dieser bogen ist natürlich persönlich und soll nicht vorgetragen werden, da es sich um eine schreibgruppe und keine selbsterfahrungsgruppe handelt.

anschließend werden gemeinsam am flipchart, begriffe für die genitalien der beiden geschlechter gesammelt. welche begriffe kennt man, welche metaphorischen umschreibungen kennt man für die geschlechtsorgane und den sex? anschließend wählen sich die schreibgruppenteilnehmerInnen einen begriff aus. dieser begriff bildet die überschrift über ihren ersten text. welche geschichte sich dann darunter ergibt, ist allen freigestellt. die geschichte sollte maximal drei seiten umfassen. wer möchte, kann seinen, ihren text anschließend in der schreibgruppe vorstellen.

dann können szenen und ausschnitte aus der weltliteratur vorgestellt werden, die der sexualität und der umschreibung der genitalien gewidmet sind (es gibt beispiele zuhauf). diese werden entweder kurz vorgelesen oder als kopien verteilt und können in ruhe gelesen werden. anschließend wird eine längere „genitale geschichte“ verfasst, die keine weiteren vorgaben erfüllen muss. wer möchte kann sich dem thema über ein fokussiertes freewriting annähern. anschließend werden die geschichten vorgetragen und es findet eine feedbackrunde statt.

zum abschluss wird noch ein elfchen zur schönsten sache der welt geschrieben und vorgetragen.

biografisches schreiben und helfen

es soll nicht darum gehen, ob jemand hilfe benötigt, wenn er beim verfassen seiner biografie unangenehme erinnerungen weckt. es geht mir vielmehr darum, dass man beim betrachten der eigenen lebensgeschichte den fokus auf das helfen oder die hilfe, die man erhalten hat, lenken kann. viel zu oft sind menschen ab einem bestimmten punkt frustriert, da sie beständig anderen geholfen haben, aber selbst keine hilfe erhalten. doch wenn sie genau schauen, sich ihrer biografie zuwenden, dann werden sie meist erkennen, dass ihnen zum einen oft geholfen wurde, dass aber auch zum anderen, hilfe geben nicht nur ein selbstloser akt war.

denn wäre es ein selbstloser akt gewesen, dass man anderen menschen geholfen hat, dann würde man später nicht auf den gedanken kommen, anderen so oft geholfen zu haben, aber nichts dafür zurück zu bekommen. in diesen momenten fängt jemand an, gegeneinander aufzurechnen. schauen sie einmal genau auf ihre lebensgeschichte. was haben sie empfunden, wenn sie helfen konnten? und was haben sie empfunden, wenn sich jemand nicht helfen lassen wollte? was waren das für situationen, in denen sie ihre hilfe angeboten haben?

bei genauerer betrachtung der eigenen biografie kann einem auffallen, dass man immer aus hilfssituationen für sich selber etwas gewonnen hat. sei es dankbarkeit, sei es anerkennung, sei es, beschäftigt zu sein, sei es ein gutes gefühl oder anregungen für reflexionen über die eigene lebenssituation. hilfe ist nie selbstlos. sie wird nur schal, wenn sie ausschließlich auf profitgedanken basiert. aber auch dies können biografisch schreibende nur für sich selbst entscheiden. doch es kann hilfreich sein, lebenssituationen einmal nach hilfssituationen zu durchforsten.

gleichzeitig schärft dies beim betrachten des eigenen lebens auch den blick für situationen, in denen man hilfe erhalten hat. es sind manchmal keine großen, dramatischen momente, Weiterlesen

schreibidee (296)

eine fundgrube für geschichten sind die orte, an denen viele menschen aufeinandertreffen und in kommunikation treten. dies kann an parteitagen, auf demonstrationen oder auch in grossraumwagen der züge sein. doch am reichhaltigsten sind die momente, in denen die menschen, die aufeinander treffen auch noch recht entspannt sind: bei parties. und wenn man dann gerade daran sitzt, dialoge schreiben zu wollen, dann sollte man einfach gut zuhören. hier eine schreibanregung zu „party-geplapper„.

am besten gestaltet man das schreibgruppentreffen zu einem kleinen stehempfang. wenn die teilnehmerInnen eintreffen, bekommen sie erst einmal ein gläschen sekt oder orangensaft, es stehen häppchen bereit und im hintergrund läuft unterhaltsame musik. wenn die schreibgruppe nachfragt, kann man sagen, es gäbe etwas zu feiern, man würde noch darauf zurückkommen. diese kleine stehparty kann man eine viertelstunde oder noch ein wenig länger stattfinden lassen. dann fordert man die teilnehmerInnen auf, bitte platz zu nehmen, und ohne lang zu überlegen, notizen zu machen, über was sie sich mit den anderen unterhalten haben und mit wem sie sich unterhalten haben.

erst jetzt wird eröffnet, dass es in diesem schreibgruppentreffen um den gepflegten smalltalk auf parties gehen wird. nun sollen die schreibenden versuchen, einen dialog, den sie geführt haben, niederzuschreiben. er sollte möglichst so unverkrampft klingen, wie er stattgefunden hat. vorab wird mitgeteilt, dass der dialog nicht vorzulesen ist, da es zu sehr persönlichen äußerungen gekommen sein kann. es geht eher darum den lockeren klang in schriftform zu bekommen, so dass er auch vorgelesen erkennbar wird.

im anschluss notieren sich die teilnehmerInnen drei veranstaltungen, bei denen menschen unverkrampft aufeinander stoßen. dies können partys aber auch vernissagen oder bierzelte sein. die veranstaltungen werden in der schreibgruppe kurz vorgestellt. aus allen veranstaltungen wählen sich die schreibenden jeweils eine aus – und beginnen ein gespräch (zu notieren). das gespräch muss nicht zwischen zwei personen stattfinden, es können auch mehrere beteiligt sein. alle sollten eine längeres „party-geplapper“ notieren. worum könnte es gehen, wer trifft aufeinander und was sind das für charaktere, die aufeinandertreffen? dies ergibt sich alles aus dem gespräch, das zum abschluss vorgetragen wird und es findet eine feedbackrunde statt. in dieser runde wird vor allen dingen betrachtet, wie gut der unverkrampfte tonfall getroffen wurde.

zum schluss kann die stehparty vom anfang wieder aufgenommen werden und noch ein vergnüglicher abschluss stattfinden, der vielleicht stoff für den nächsten geschriebenen dialog bietet.

web 2.66 – PoemHunter.Com

nicht dass man sich immer auf die deutschsprachige literatur konzentrieren müsste. vor allen dingen in der lyrik bekommen die schriftstellerischen werke aus dem englischsprachigen raum eine ganz eigene melodie, die mit der übersetzung nicht aufrecht erhalten werden kann. gerade bei wortspielen und verschiedenen bedeutungen einzelner wörter, etwas, das in der lyrik eine große rolle spielt, gerade in diesen momenten kann übersetzung selten ein vollständiges deutschsprachiges pendant finden.

darum lohnt sich das lesen von gedichten in den jeweiligen mutter/vater-sprachen. und im internet gibt es eine umfassende und vielfältige sammlung englischsprachiger poesie. die homepage „poemhunter.com“ bietet suchfunktionen, datenbanken, vorsortierte und nagelneue gedichte zuhauf an.

auch diese seite kann man nicht vollständig erfassen. man kann sie nur zum nachschlagen verwenden oder sich einfach treiben lassen, durch die fülle sich reimender, melodiöser und ausdrucksstarker literatur.

zu finden ist die seite unter: PoemHunter.Com – Thousands of poems and poets.. Poetry Search Engine.

schreibpädagogik und helfen

die schreibpädagogik hat keinen helfenden, sondern eher eine lehrenden charakter. dies bedeutet, es finden anleitungen von schreibgruppen, kurse und seminare zum biografischen, kreativen, literarischen, szenischen, journalistischen oder wissenschaftlichen schreiben statt. hier wird wissen vermittelt und es werden übungen durchgeführt. aber man befindet sich weniger in der beratenden funktion als schreibpädagogInnen.

doch natürlich ergeben sich situationen, auch im pädagogischen kontext, in denen geholfen wird. es wird gerade beim schreiben und beim lernen von schreibtechniken ebenso zu schreibkrisen oder schreibblockaden bei einzelnen teilnehmerInnen kommen können, wie dies in den schreibberatungen verhandelt wird. darum kann es leicht passieren, dass teilnehmerInnen an die schreibgruppenleitung oder lehrenden herantreten und ihre problematiken schildern.

in diesen momenten sollte man gut abwägen, wie viel unterstützung man geben kann. sicherlich lassen sich in einem kurzen beratungsgespräch oder in einer sprechstunde hinweise, tipps und übungen aufzeigen, die den teilnehmerInnen mit schreibproblemen eventuell weiterhelfen können. doch man gerät als anleiterIn schnell in die ausführlichere beratungsrolle, wenn man sich nicht klar abgrenzt und auf weiterführende hilfen verweist. dies können natürlich auch hilfen sein, die man selber anbietet. doch beratungsgespräche zwischen tür und angel sind für niemanden hilfreich.

es lassen sich feste termine vereinbaren (unentgeltlich oder gegen eine gebühr). man kann auf andere unterstützende institutionen oder beraterInnen aufmerksam machen, an die sich die teilnehmerInnen selber wenden müssen. oder man gibt buchempfehlungen, die bei schreibschwierigkeiten weiterhelfen können. generell sollte man aber eine ahnung davon haben, in welcher form und aus welchen gründen Weiterlesen

schnickschnack (96) – PLATEFORM magazine

noch ein online-magazin, dieses mal aus frankreich, für freundInnen der fotografie und mode. teilweise tolle bilder, wunderbar schlichte ausgaben und einfach was für das auge.

ein wenig schade ist es, dass die angebotenen möglichkeiten, das magazin zu betrachten recht klein gehalten sind. man möchte gern noch viel mehr vergrössern. jedenfalls kann bei vielen bildstrecken eher von kunst, den von markt reden. also immer eine anregung für das fotografieren und das schreiben wert. einfach mal stöbern unter: issue – PLATEFORM magazine.

schreibidee (295)

graues wetter, kühl, schauer, viel wind. die bücher sind gelesen, die zu kaufenden dinge besorgt, das fernsehprogramm bietet nichts, im internet hat man auch schon genug gesurft, für freizeitsport ist das wetter zu schlecht. kurz geschrieben: die situation ist öde. sie ist eine mischung aus langeweile, überdruss und antriebslosigkeit. da wäre es mal den versuch wert, dieses gefühlt sowohl in eine geschichte zu übertragen als auch bei den leserInnen auszulösen. somit eine schreibanregung zu „öden geschichten„.

normalerweise möchten sich schreibende selber ausdrücken als auch meist die leserInnen unterhalten, binden und in spannung versetzen. darum käme man kaum auf die idee, öde geschichten zu schreiben, ist also nicht geübt darin. aber diese geschichten sind eine schöne fingerübung für das schreiben. darum notieren die schreibgruppenteilnehmerInnen als erstes auf maximal einer seite, wann sie eine geschichte öde finden. was macht für sie einen text trist und langeweilig? diese kurze beschreibung wird in der schreibgruppe vorgelesen, um für die anderen eine anregung zu sein.

dann wir ein cluster erstellt zu dem begriff „öde handlung“. was sind das für handlungen, die einen vollständig anöden? sollte teilnehmerInnen dazu nichts einfallen, können sie sich vielleicht daran erinnern, welche fernsehsendungen oder welche webseiten sie unglaublich langweilig fanden. nach dem cluster wird eine kurze öde geschichte geschrieben, die maximal drei seiten lang sein sollte. ist die geschichte fertig, wird sie dieses mal nicht vorgetragen, sondern an andere schreibgruppenteilnehmerInnen weitergereicht.

die alle schreibgruppenteilnehmerInnen schreiben dieses mal ein schriftliches feedback dazu, was die ihnen vorliegende geschichte noch öder machen könnte. sie können stellen auf denen ihnen vorliegenden zetteln markieren und dazu stichwortartig kommentare schreiben oder einen zusammenhängenden text, der die alternative aufzeigt. die zettel werden zurückgegeben und der text wird von den verfasserInnnen überarbeitet. dabei kann die story ruhig länger werden, es können wiederholungen eingebaut werden und dergleichen mehr, denn ödnis entsteht auch durch länge und zähigkeit. kenne sie die witze, die einen unglaublich langen vorlauf haben, da kommt zumindest noch ein pointe. doch lassen sie diese weg, wird es eine öde geschichte.

sollte genug zeit vorhanden sein, kann die geschichte noch einmal an andere schreibgruppenteilnehmerInnen weitergereicht werden, die abermals ein schriftliches feedback verfassen. die geschichte wird noch einmal überarbeitet und noch öder gemacht. bevor dann die abschliessende lese- und feedbackrunde durchgeführt wird, sollten alle schreibenden noch eine selbstreflexion über das schreiben öder geschichten von maximal einer seite länge schreiben. wie war es, etwas zu schreiben, das man gar nicht schreiben möchte, also all die fehler bewusst zu begehen, die man sonst beim schreiben vermeiden möchte? die selbstreflexionen werden nicht vorgelesen, aber die geschichten und es findet eine feedbackrunde statt.

schreibberatung und helfen

jemand, der seinen text oder seine abschlussarbeit nicht fertig bekommt, wirkt meist, wenn er dann in eine schreibberatung geht, recht hilfsbedürftig. doch man tut ihm keinen gefallen, wenn man versucht alle verantwortung für die situation von seiner schulter zu nehmen. auf die spitze getrieben: schreibberaterInnen schreiben für ihre klienten die nötigen texte nicht. sie sind auch nicht als pädagogen mit dem erhobenen zeigefinger unterwegs, die sagen: mach das alles mal schön selber.

es geht darum, dass es in beratungen meist gefühlte notsituationen sind, die die menschen vorbeischauen lässt. darum ist es auch nicht selten der fall, dass zeitknappheit besteht, dass die schwierigkeiten sich schon ein wenig angehäuft haben oder dass die existenz bedroht ist. natürlich löst das bei jedem menschen erst einmal den wunsch aus, schnell und mit aller kraft zu helfen. doch diese form des helfens übernimmt für einen anderen menschen so viel verantwortung, dass es schnell zu viel werden kann.

abgesehen davon, dass mit der umfassenden hilfe oft auch eine form der entmündigung des hilfesuchenden einhergehen kann, so ist das problem damit noch nicht gelöst. natürlich wird bei großen notfällen eine krisenintervention durchgeführt, auch in der schreibberatung: es wird also geschaut, wie kurzfristig eine lösung gefunden werden, die die situation ein wenig entspannt.

doch dann ist auch in der schreibung „die hilfe zur selbsthilfe“ am zug. würden nämlich schreibberaterInnen allen klientInnen alle probleme abnehmen, dann könnten schreibberaterInnen bald nicht mehr arbeiten, da sie mehrere abschlussarbeiten fertig stellen müssten und einen packen geschäftsbrief schreiben sollten. Weiterlesen