Tagesarchiv: 4. September 2011

schreibgruppen selber gründen (03)

organisation

machen sie sich viele gedanken darüber, wie viel sie für die zukünftige schreibgruppe organisieren möchten. es ist sinnvoll, dies im vorfeld zu tun, da sonst die gefahr besteht, immer mehr involviert zu werden und keine grenzen mehr ziehen zu können. dann wird eine neue schreibgruppe schnell zu einem fass ohne boden. aber sie wollten ja spaß am schreiben haben und nicht hauptsächlich mit organisatorischem beschäftigt sein.

haben sie also keine hemmungen, anstehende aufgaben oder umsetzungen von ideen auf mehrere schultern zu verteilen. nutzen sie ihre rolle als initiatorIn und formulieren sie klar beim ersten treffen, zu welchen aktivitäten sie bereit sind und was von anderen übernommen werden sollte. findet sich niemand, geben sie nicht gleich nach, nur um ihr projekt zu retten. es gibt in gruppen zu beginn oft große zurückhaltung, sie können aber manche entscheidungen ohne probleme vertagen. setzen sie sich selber ein ultimatum, bis wann sie stellvertretend bestimmte aufgaben übernehmen möchten. sollte sich dann immer noch niemand gefunden haben, dann ist es wirklich an der zeit, zu überlegen, ob man die schreibgruppe nicht wieder einstellt.

zur organisation gehören fragen, wie:

  • wo trifft man sich?
  • wer kümmert sich um einen raum?
  • wie sollte der raum bei einem gruppentreffen vorbereitet sein? wer holt den schlüssel oder bringt die deko mit? …
  • müssen inhaltliche vorbereitungen getroffen werden? wenn ja, welche?
  • soll es getränke und kleine snacks während der treffen geben? wer organisiert die und vor allen dingen, wer bezahlt die?
  • gibt es einen mailverteiler, eine internetplattform, eine homepage? wer kümmert sich darum?
  • wer bringt material mit? papier, flipchart, farben, stifte, moderationskoffer …?
  • muss ein zeitablauf erstellt werden und wer moderiert diesen?
  • wer kümmert sich um die neuankömmlinge?
  • wer räumt den raum wieder auf und schließt ab?
  • wer teilt termine, themen oder strukturen den anderen mit?
  • bei wem fließen also alle informationen für das nächste treffen zusammen (z.b. absagen, ideen …)?
  • gibt es noch andere gemeinsame aktivitäten? wer würde eine lesung oder einen ausflug organisieren?

das ist nur ein ausschnitt der möglichen organisationsfragen. abhängig ist ihr persönlicher organisationsaufwand auch von der form der schreibgruppe, die sie gern hätten, also von der rolle, die sie einnehmen wollen (siehe ersten post zu diesem thema). es mag edel sein, sich um alles zu kümmern, doch eigentlich war ihr ziel, gemeinsam mit anderen menschen zu schreiben. verlieren sie das nicht aus den augen.

und erstellen sie eine liste mit den aufgaben und den verantwortlichen. diese liste erhalten alle teilnehmerInnen und sie ist jederzeit erweiterbar. wenn sie nur mündliche absprachen treffen, dann ist die gefahr größer, dass sich die anderen teilnehmerInnen nicht sehr gebunden fühlen. schriftlich festgehalten sind somit die jeweiligen tätigkeiten klar und alle können sich an die zuständigen personen mit ihren anliegen wenden. das erleichtert viel und verhindert, dass jede frage bei ihnen als initiatorIn landen. am anfang wird das bestimmt so sein, aber das ist ja auch ganz selbstverständlich und gehört zu ihrer entscheidung, eine schreibgruppe gründen zu wollen. alles weitere ist verhandlungssache ❗

schreibidee (303)

dieser sommer war in vielen regionen recht feucht. dabei entwickelte sich erst eine gehörige luftfeuchte und dämpfigkeit, anschließend, bildeten sich die entsprechenden wolkengebilde und es folgten turbulente niederschlagsszenarien begleitet von ordentlichen gewittern. gewitter scheinen die dramatisierungen der wettergötter und wetterfeen zu sein. eine kleine schreibanregung zu „gewittergeschichten„.

gewitter sind wunderbare grundlagen für den aufbau eskalierender szenarien bis sich alles entlädt. darum mögen die schreibgruppenteilnehmerInnen in kurzen stichworten die abfolgen eines gewitters und die arten der entladung notieren, um sie anschließend in der gruppe vorzustellen. am flipchart werden alle aspekte eines gewitters in eine zeitliche reihenfolge gebracht. ebenso werden die unterschiedlichen verlaufsformen nebeneinander gestellt, was zum beispiel bei der entladung den starkregen, neben dem hagelschauer, dem wetterleuchten und der sturmböe stehen lässt.

die verschiedenen begrifflichkeiten und zustände während eines gewitters werden nun als analogien verwendet. alle teilnehmerInnen notieren sich emotionen und ereignisse neben die wetterphänomene. auch dies kann wieder stichwortartig geschehen und es können zu einem wetterzustand gern mehrere analogien notiert werden. so kann drückendes, dämpfiges wetter mit einem saunagang, aber auch mit drückenden stimmungen in beziehung gesetzt werden.

anschließend wählen sich die schreibgruppenteilnehmerInnen zwei analogien aus und beschreiben sie auf jeweils maximal zwei seiten ausführlicher. die kleinen analogien werden in der schreibgruppe vorgetragen, es findet keine feedbackrunde statt.

nun wird ein szenario erstellt, das eine große analogie zum gesamten gewitterwetter darstellt. angefangen mit der zunehmenden wärme, über die verschiedenen luftmassen, die aufeinander prallen, die wolkentürme, die luftfeutigkeit und dergleichen mehr. welche geschichte kann man analog zur wetterentwicklung finden? aus der analogie entsteht eine ausführliche geschichte, die niedergeschrieben wird. eine situation, die sich im laufe der zeit beständig zuspitzt, bis es zur entladung und anschließenden abkühlung kommt. die gewittergeschichten werden vorgelesen und es findet eine ausführliche feedbackrunde statt. dabei wird betrachtet, wie treffend die geschichte eine analogie zu einem gewitter ist.

am schluss kann der schreibgruppe zur abkühlung eistee oder ein kaltgetränk angeboten werden 😉