biografisches schreiben und trinken

nein, hier geht es nicht in erster linie um suchtverhalten oder dergleichen mehr. viel mehr gibt es verschiedene trinkkulturen in gesellschaften, die einfluss auf das leben haben. was nimmt man zum beispiel zum frühstück zu sich, was trinkt man morgens? gibt es zeremonien (z.b. teatime)? was trinkt man am liebsten bei geselligen anlässen? kennt man das gefühl von durst? …

beim biografischen schreiben kann man eine lebenskurve zum trinkverhalten erstellen. man kann schauen, was man als kind, als jugendlicher, als junger erwachsener und später gern getrunken hat. dann stelle man diese kurve in einen zusammenhang mit erlebnissen und begebenheiten. welchen rhythmus beim trinken hat man für sich gefunden? trinkt man immer genug?

und sicherlich sollte man schauen, wie man an die volksdroge nummer eins herangeführt wurde. durfte man irgendwann bei den erwachsenen mittrinken, hat man sich mit kumpels und kumpelinen die kante gegeben oder hat man nie alkohol getrunken? wie fand man bei allen alkoholischen und nichtalkoholischen getränken für sich das maß der dinge?

formulieren sie doch einmal ihre biografie entlang ihres trinkverhaltens. es gibt da verschiedene interessante zusammenhänge. manch einer schafft sich für den morgenkaffee oder -tee verstärkt ruhe, findet eine möglichkeit, den tag relativ entspannt zu beginnen. andere kaufen sich seit ein paar jahren immer wieder einen „coffee-to-go“, um keine zeit auf das kaffeetrinken zu verschwenden. das trinkverhalten spiegelt zum beispiel den zeitdruck wieder, unter dem man steht. oder es spiegelt die formen der geselligkeiten wieder, die man lebte und lebt.

man kann noch einen schritt weitergehen und das trinkverhalten in bezug auf den umgang mit dem eigenen körper betrachten. hat man sich abgwöhnt, zu trinken, wenn man durst hat, da die berufliche situation es teilweise nicht zulässt? wie oft trinkt man nichts, damit man später nicht auf die toilette muss? gibt es momente des zu viel und des zu wenig? zu wenig trinken kann gesundheitliche konsequenzen haben (nicht nur im hochsommer), zu viel trinken gibt es zwar eigentlich nicht (stresst nur die nieren etwas), doch der starke genuss von überzuckerten getränken hat konsequenzen für den körper.

das trinkverhalten jedes menschen entwickelt sich zu einem ganz individuellen, ebenso die geschmäcker und vorlieben beim trinken. warum nicht einmal einen blick darauf werfen, wie weit einen das trinken ausmacht. beschreiben sie sich in ihrer biografie über ihr trinkverhalten und unsere trinkkultur. durch die betrachtung können sie sich noch einen schritt selber näher kommen. und dann vergleichen sie es doch einmal mit dem trinkverhalten der menschen, die ihnen nahestehen: verbindet das trinken sie mit anderen menschen? eine spannende frage, wie groß die rolle unseres trinkverhaltens bei der aufnahme von sozialen kontakten ist. und dann können sie die gleichen fragestellungen noch einmal auf ihr essverhalten anwenden 😉

p.s: übrigens, was trinken sie, während sie ihre biografie schreiben?

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