kreatives schreiben und trinken

das trinken bietet in geschichten mehrere funktionen an:

es kann im mittelpunkt stehen, wenn viele, zwei oder ein mensch sich dem alkohol zuwenden und beim trinken so einiges geschieht. es können unterhaltungen, abstürze oder annäherungen sein, die vom trinken befördert werden. beim schreiben eines textes oder einer geschichte, kann auf den trinkprozess immer wieder zurückgegriffen werden, um die stimmung der situation wiederzugeben. neben körperlichen reaktionen kann zum beispiel „zögerlich“ das glas ergriffen werden, nur am wein „genippt“ werden oder das glas „in einem zug geleert“ werden.

das trinken kann am nebenschauplatz stattfinden und langsam in den vordergrund rücken. wenn sich zum beispiel zwei menschen in einer bar treffen, und neben ihnen eine gruppe immer lauter und ausfallender wird, da sie beständig mehr alkohol konsumiert. so drängt sich das trinken langsam in den vordergrund, da das treffen der beiden durch das trinken anderer beeinflusst wird. dies kann bis zu einer eskalation anwachsen. aber auch in alkoholfreien situationen kann das trinken eine nebenrolle spielen. wenn zum beispiel ein marathonlauf beschrieben wird, dabei die gedanken der laufenden wiedergegeben werden und an den stationen die isotonischen getränke entgegengenommen werden.

und das trinken kann als charakterisierung dienen. nach dem motto: „zeige mir, was du trinkst und ich sage dir, wer du bist“. so ist das trinken ein teil des ambientes, das die protagonistInnen umschreibt. ob dies nun der schnelle morgenkaffee, der champagner beim pferderennen oder der whiskey im club ist, mit getränken und dem umfeld, in dem sich menschen bewegen, wird das trinken ein bestandteil der beschreibung. das kann auch verstörend eingesetzt werden, wenn zum beispiel an einer baustelle zum arbeitsende alle zusammenhocken und champagner trinken oder wenn beim friseur bier aus der flasche gereicht wird.

und es sei hier noch eine spezielle form des trinkens als mittelpunkt der geschichte genannt, da es zum einen häufig verwendung in plots und texten und zum anderen gut zur dramatisierung eingesetzt werden kann: das trinken im rahmen des alkoholismus. süchte bieten für viele geschichten, weil sie ein krankheit sind, den raum für emotionale zuspitzungen und konflikte. die sucht und in diesem fall der alkohol sind (seltsame) begründungen für gewaltexzesse, blackouts oder seitensprünge. das trinken bietet die grundlage für eine dramatische zuspitzung der lebenssituation und daraus folgenden konflikten.

das trinken ist aus dem kreativen schreiben nicht wegzudenken, wenn man versucht den alltag abzubilden, ist es doch ein grundbedürfnis des menschen, ohne dessen befriedigung er nicht leben könnte.

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