schreibgruppen selber gründen (06)

teilnehmer_innen

wenn sie eine schreibgruppe gründen, sollten sie sich mit als erstes gedanken darüber machen, wie viele teilnehmerInnen sie gern in der gruppe hätten. es gibt gute gründe dafür, die gruppe nicht zu groß zu planen. natürlich kann man schreibgruppen mit mehr als 15 teilnehmerInnen veranstalten. doch zu einer intensiven schreibarbeit gehört auch die möglichkeit, die entstandenen texte vorzutragen und ein feedback zu erhalten. dies ist die beste möglichkeit, das eigene schreiben beständig weiterzuentwickeln.

nun male man sich eine schreibgruppe mit 20 teilnehmerInnen aus und stelle sich vor, wie alle ihre texte vorstellen und eine feedbackrunde dazu stattfindet. damit wäre die zeit des schreibgruppentreffens vorüber und alle wären mit großer wahrscheinlichkeit erschöpft, ob der vielen spannenden und interessanten texte. 10 teilnehmerInnen ist eine angenehme größe und eigentlich die grenze für intensives arbeiten. natürlich ist es spannend die ergebnisse möglichst vieler menschen kennenzulernen, aber intensives arbeiten ist ab einem bestimmten punkt kaum mehr möglich.

sie dürfen zu beginn bestimmen, wie viele teilnehmerInnen gewünscht sind und die anmeldeliste ab einer bestimmten interessentInnenzahl schließen. sollte es eine große nachfrage für ihre idee geben, wäre zu überlegen, ob man die anderen nicht dazu einlädt, noch eine schreibgruppe zu gründen. ebenso ist es vorstellbar, dass alle interessierten zum ersten treffen zusammenkommen, um die gruppe entscheiden zu lassen, wie weiter verfahren wird.

es kommt aber nicht so häufig vor, dass schreibgruppen überrannt werden. doch abseits des interesses spielt bei der zahl der teilnehmerInnen auch die raumsituation eine große rolle. es sollten alle genug platz haben, sich beim schreiben auszubreiten und eventuell ein wenig abseits setzen zu können. ist dies nicht der fall, kann es bei bestimmten schreibübungen unruhig und unangenehm werden. entweder sie haben einen raum und müssen abschätzen, wie viele schreibgruppenteilnehmerInnen reinpassen oder sie warten auf die interessierten und suchen dann einen raum.

sie gründen eine schreibgruppe in ihrer freizeit. wie gehen sie damit um, wenn sich menschen dafür interessieren, die ihnen sehr unsympathisch erscheinen? es wird schwierig, andere nach dem persönlichen geschmack auf distanz zu halten. außerdem können sie überhaupt nicht abschätzen, wie sich andere menschen beim schreiben und feedback geben verhalten. beschreiben sie ihre vorstellungen zur schreibgruppe möglichst klar und eindeutig, dies senkt die gefahr, dass sich menschen dafür interessieren, die ganz andere vorstellungen haben. und lassen sie sich erst einmal auf vieles ein.

sollte es dann wirklich schwierigkeiten mit anderen teilnehmerInnen geben, dann herrscht hoffentliche eine atmosphäre in der schreibgruppe, die eine offene auseinandersetzung zulassen. sie müssen sich nur im vorfeld genau überlegen, ob sie die verantwortung bei gruppendynamiken und gruppenkonflikten übernehmen wollen. und auch dies sollten sie im vorfeld klar kommunizieren. denn es wird schwierig, wenn sie ihre position erst bei problemen in die waagschale werfen.

erschrecken sie jetzt nicht. schaut man sich um, dann kann man feststellen, dass die meisten schreibgruppen wunderbar funktionieren, da alle teilnehmerInnen ein annähernd ähnliche interesse haben, warum sie mitmachen. in diesen momenten kann gruppenarbeit unglaublich bereichernd und schön sein.

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